Fenster abdichten: Zugluft stoppen, Dichtung tauschen
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So finden Sie die undichte Stelle, stellen den Anpressdruck nach, tauschen eine alte Dichtung gegen ein Gummiprofil und prüfen den Anschluss an die Fensterbank.
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Vor dem Kauf
Undichte Stelle finden. Klemmen Sie ein Blatt Papier an mehreren Stellen zwischen Flügel und Rahmen und schließen Sie das Fenster. Lässt sich das Blatt ohne Widerstand herausziehen, schließt die Dichtung dort nicht. Alternativ halten Sie bei Wind eine Kerze oder ein Teelicht an die Fuge; flackert die Flamme, zieht es. Räumen Sie dafür brennbare Vorhänge zur Seite.
Dichtung oder Einstellung? Ist Zugluft zu spüren, prüfen Sie laut sanier.de zuerst die Einstellung: Lose Schrauben an Beschlägen sind oft die Ursache, und der Anpressdruck lässt sich über die Schließzapfen nachstellen. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Dreh-Kipp-Fenster einstellen.
Gummi statt Schaumstoff. Die Verbraucherzentrale rät bei neuen Dichtungen zu gummiartigem Material statt Dichtungsbändern aus Schaumstoff. Selbstklebende Streifen lassen sich nicht immer rückstandslos entfernen und können auf lackierten Flächen Spuren hinterlassen.
In der Mietwohnung informieren Sie vor dem Tausch den Vermieter, besonders bei Holzfenstern mit Lack und bei Fenstern mit besonderen Anforderungen. Eine Dichtung im Falz ist ein Verschleißteil und lässt sich später wieder tauschen; Klebestreifen auf dem Lack sind schwerer rückgängig zu machen.
Das brauchen Sie
Fensterdichtung, Gummi-Nutprofil, 20 m
10–30 €Ersetzt die harte, eingedrückte oder rissige Dichtung im umlaufenden Falz. 20 m reichen für drei bis vier Fenster mit 1,2 × 1,2 m Flügelgröße; messen Sie vorher den Umfang aller Flügel.
Worauf achten: Gummi (EPDM oder TPE) statt Schaumstoff, Profilform und Fußbreite passend zur Nut, Farbe passend zum Rahmen
Angebote bei Amazon ansehenIsopropanol oder Fettlöser, 500 ml
4–10 €Nut und Rahmen müssen sauber und fettfrei sein. Sonst sitzt die neue Dichtung schlecht und selbstklebende Streifen lösen sich wieder.
Worauf achten: rückstandsfrei verdunstend, für lackiertes Holz und Kunststoff geeignet
Angebote bei Amazon ansehenBeschlagöl oder Fett, harz- und säurefrei
5–12 €Für die Schließbleche im Rahmen und bewegliche Beschlagteile. Die Schere des Scherenlagers wird dagegen nicht geschmiert.
Worauf achten: harz- und säurefrei, Sprühöl mit Röhrchen oder Fett in der Tube
Angebote bei Amazon ansehenInbusschlüssel-Satz
5–15 €Für die Höhen- und Seiteneinstellung an Ecklager und Scherenlager. Die passende Größe steht in der Anleitung des Beschlags.
Worauf achten: Satz von 2 bis 10 mm, mit Kugelkopf für schräge Zugänge
Angebote bei Amazon ansehenPraktisch, aber optional
Selbstklebende Gummidichtung, D- oder P-Profil, 6 m
6–15 €Nur für Flügel ohne Dichtungsnut oder als Ergänzung an einzelnen Stellen. Gummi hält länger als Schaumstoff; Schaumstoff gleicht ungleich breite Spalten besser aus.
Worauf achten: Gummi, Spaltbreite vorher messen, Klebefläche sauber und fettfrei
Angebote bei Amazon ansehenDichtmasse für Anschlussfugen, 310 ml
5–12 €Für rissige Fugen zwischen Fensterbank oder Laibung und Rahmen. Silikon oder überstreichbares Acryl: Die Unterschiede erklärt der Vergleich Silikon oder Acryl.
Worauf achten: neutralvernetzendes Silikon oder überstreichbares Acryl, passend zum Untergrund
Angebote bei Amazon ansehenHygrometer für die Raumluft
8–20 €Dichtere Fenster halten Feuchte im Raum. Das Hygrometer zeigt, wann Stoßlüften fällig ist.
Worauf achten: Anzeige der relativen Luftfeuchte in Prozent, Herstellerangabe zur Genauigkeit
Angebote bei Amazon ansehenWerkzeug
- Inbusschlüssel, Maulschlüssel oder Zange (Schließzapfen)
- Kreuzschlitz-Schraubendreher zum Festziehen von Beschlägen
- Cuttermesser oder scharfe Schere
- Zollstock und Papierstreifen für den Test
- Fusselfreie Lappen
- Teelicht und Feuerzeug für den Zugtest (Vorhänge aus dem Weg)
Schritt für Schritt
- Zug prüfen. Papier- oder Kerzentest an allen Seiten des Flügels, oben, unten und links und rechts. Notieren Sie, wo es zieht; meist sind es nur ein oder zwei Seiten.
- Schrauben festziehen. Beschläge, Halterungen und Führungen sitzen oft locker. Ziehen Sie alle sichtbaren Schrauben an Ecklager, Scherenlager und Griff nach.
- Anpressdruck erhöhen. Die Schließzapfen sitzen meist auf der Griffseite. Mit Maulschlüssel oder Zange drehen Sie sie; sie verschieben sich dabei nur wenige Millimeter. Öffnen und schließen Sie das Fenster danach mehrfach und wiederholen Sie den Test.
- Dichtung beurteilen. Hart, rissig, platt gedrückt oder gelöst? Dann tauschen Sie sie. Ziehen Sie an einer Ecke ein Stück heraus und prüfen Sie, ob das Profil federt.
- Profil bestimmen. Ziehen Sie ein Stück Dichtung aus der Nut. Notieren Sie Form (Schlauch-, Lippen- oder Hohlkammerprofil) und messen Sie Fußbreite und Höhe. Am sichersten nehmen Sie das Altstück mit oder vergleichen es mit Mustern aus dem Fachhandel.
- Nut reinigen. Entfernen Sie die alte Dichtung vollständig, auch Reste in den Ecken. Reinigen Sie Nut und Rahmen mit Isopropanol und lassen Sie alles trocknen.
- Neue Dichtung einsetzen. Beginnen Sie an einer unauffälligen Stelle, etwa in der Mitte einer Seite, und drücken Sie das Profil mit dem Daumen Stück für Stück in die Nut. Ziehen Sie das Profil dabei nicht auf Spannung; es zieht sich sonst zusammen und lässt Lücken. In den Ecken schneiden Sie nicht ab, sondern führen die Dichtung um die Ecke. Am Ende kürzen Sie mit dem Cutter und stoßen die Enden dicht aneinander.
- Nur wo nötig: selbstklebende Dichtung. Fläche entfetten, Schutzfolie abziehen, Streifen andrücken. Kleben Sie nicht über Schließbleche und nicht über Beschlagteile.
- Beschläge pflegen. Reinigen Sie die Schließbleche im Rahmen und schmieren Sie sie sparsam. Die Schere am Scherenlager bleibt ungeschmiert.
- Anschlüsse prüfen. Rissige Fugen an Fensterbank und Laibung erneuern Sie mit Dichtmasse, siehe Silikonfuge erneuern. Hohlräume hinter dem Rahmen füllen Sie nicht selbst auf; bei zugigen Anschlüssen hilft ein Fachbetrieb, siehe Bauschaum richtig verwenden.
- Test wiederholen. Papier- oder Kerzentest an allen Seiten. Wenn nur eine Ecke noch zieht, korrigieren Sie dort Einstellung oder Dichtung, statt alles neu zu machen.
Günstiger oder hochwertiger
Günstiger: Zuerst nur Schrauben festziehen und Anpressdruck einstellen. Das kostet kein Material und behebt viele Zugstellen. Eine selbstklebende Gummidichtung für einzelne Stellen ist eine Übergangslösung; sanier.de nennt Schaumstoff flexibler bei ungleichen Spalten, Gummi aber langlebiger.
Hochwertiger: Ein durchgehendes Gummi-Nutprofil in der richtigen Form hält länger und lässt sich später wieder tauschen. Bei Holzfenstern mit Anstrich lohnt sich außerdem der Blick auf den Zustand der Außenseite, siehe Holzfenster streichen.
Handwerker: Ein Fachbetrieb für Fensterwartung stellt Beschläge ein, tauscht Dichtungen und prüft den Einbau. Lassen Sie sich Anfahrt, Arbeitszeit und Material im Angebot einzeln ausweisen. Ist der Rahmen verzogen oder das Glas „blind“, vergleichen Sie Reparatur und Austausch.
Häufige Fragen
Wie finde ich heraus, wo mein Fenster undicht ist?
Papiertest: Blatt zwischen Flügel und Rahmen klemmen, Fenster schließen und ziehen. Geht es ohne Widerstand, ist die Stelle undicht. Oder Kerzentest bei Wind: Flackert die Flamme an der Fuge, zieht es dort. Beide Tests ersetzen keine Messung, zeigen aber schwache Stellen.
Muss ich die Dichtung tauschen, oder reicht Einstellen?
Zuerst einstellen. Lose Schrauben und ein zu geringer Anpressdruck sind häufige Ursachen. Ist die Dichtung dagegen spröde, rissig oder dauerhaft platt, hilft nur der Tausch.
Welche Dichtung ist für Fenster geeignet?
Die Verbraucherzentrale rät zu gummiartigem Material statt Schaumstoff. Das Profil muss zur Nut passen: Form und Maße am Altstück abnehmen. Selbstklebende Dichtungen sind nur für Flügel ohne Nut sinnvoll.
Darf ich in der Mietwohnung die Fensterdichtung selbst tauschen?
Ein Austausch im Falz verändert die Wohnung nicht dauerhaft, trotzdem sollten Sie den Vermieter vorher informieren. Bei Lackschäden durch Klebestreifen oder bei Mängeln am Rahmen entscheidet der Vermieter über die Reparatur.
Quellen
- Verbraucherzentrale: Fenster sanieren oder austauschen (neue Dichtungen aus Gummi statt Schaumstoff, Beschläge einstellen)
- sanier.de: Das Fenster schließt nicht mehr richtig (lose Schrauben, Anpressdruck über Schließzapfen, Wartung)
- sanier.de: Fenster richtig einstellen (vier Einstellungen, Schließzapfen)
- sanier.de: Türen richtig abdichten (Gummi und Schaumstoff, selbstklebende Streifen, Klebereste)
- DGUV Information 208-016: Verwendung von Leitern und Tritten