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Projekt

Holzterrasse selber bauen: Material, Kosten und Anleitung

Aktualisiert am

Eine Holzterrasse von 12 m² mit Douglasie oder Lärche: Materialliste, Kosten, konstruktiver Holzschutz und die Schritte vom Unterbau bis zur letzten Schraube.

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Geschätztes Budget887–2.016 €
Das brauchen Sie9 Positionen
SchwierigkeitMittel
Zeitaufwand2 Wochenenden

Vor dem Kauf

Menge berechnen. Mit dem Terrassendielen-Rechner bestimmen Sie Dielen, Lagerhölzer und Schrauben. Das Gefälle rechnen Sie im Gefälle-Rechner in Zentimeter um.

Holzart und Gebrauchsklasse. Terrassenbeläge sind dauernd der Witterung ausgesetzt. BauNetz Wissen nennt für tragende Beläge meist die Gebrauchsklasse GK 3.2, bei Schmutzablagerungen GK 4; für GK 3.1 gelten unter anderem Brettlängen von höchstens 3,00 m und rundum belüftete Beläge. Douglasie und Lärche (Kernholz) werden dort für GK 3.1 genannt, sibirische Lärche, Eiche und Bongossi für GK 3.2.

Konstruktiver Holzschutz. Wasser muss ablaufen und das Holz muss abtrocknen können. Brettlängen, Belüftung rundum und Abstand zum Boden sind wichtiger als jede Behandlung. Als Maß für spritzwasserfreies Holz nennt BauNetz Wissen 30 cm Abstand von Hirnholz zum Boden, mit zusätzlichen Maßnahmen wie einem Kiesbett 15 cm. Flach aufgelegte Dielen erreichen das nicht; umso wichtiger sind Gefälle, Belüftung und die Trennung vom Boden. Mehr dazu im Ratgeber Holzschutz im Außenbereich.

Genehmigung und Zustimmung. Ob Ihre Terrasse genehmigungsfrei ist, regelt die Landesbauordnung Ihres Bundeslands. Fragen Sie vor dem Aushub beim Bauamt nach, besonders bei erhöhten oder überdachten Terrassen. In der Mietwohnung brauchen Sie die Zustimmung des Vermieters.

Strom, Statik, Staub. Außensteckdosen und Beleuchtung gehören in die Hand einer Elektrofachkraft, die beim Netzbetreiber eingetragen ist. Balkone und hoch aufgeständerte Terrassen sind Fälle für Fachplaner. Beim Sägen von Holz entsteht Staub: Staub an der Quelle absaugen und eine Maske tragen. Die Rüttelplatte ist laut; ab 80 dB(A) gehört Gehörschutz dazu.

Das brauchen Sie

Terrassendielen Douglasie oder Lärche, 27 × 140 mm, Preis je m² × 14

30–65 €

Der Belag. Für 12 m² kaufen Sie etwa 14 m² inklusive 10 % Verschnitt. Die Holzart wirkt auf Preis, Haltbarkeit und Vergrauung; mehr dazu im Ratgeber Terrassendielen: welches Holz?

Worauf achten: Kernholz, kammergetrocknet, Brettstärke 25–28 mm (Achsabstand bis 50 cm), Seiten gefast, Oberfläche glatt oder gerillt, Herkunftsnachweis FSC oder PEFC

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Unterkonstruktion aus Kernholz, 45 × 70 mm, Preis je Meter × 29

3–8 €

Die Lagerhölzer tragen die Dielen. Bei 27 mm Brettstärke liegen sie im Abstand von höchstens 50 cm; für 12 m² sind das 9 Linien, etwa 29 m.

Worauf achten: gleichwertige Holzart wie der Belag oder druckimprägniert, mindestens 45 × 70 mm, hochkant verlegt, kammergetrocknet

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Gehwegplatten als Auflager, 30 × 30 cm × 54

2–4 €

Die Lagerhölzer liegen nicht im Erdreich, sondern auf Platten über dem Unterbau. So bleiben sie im Trockenen und verrotten später.

Worauf achten: Betonplatten 30 × 30 cm, mindestens 3 cm dick, frostbeständig

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Gummigranulat-Pads, 8 mm × 54

1–2 €

Trennen Holz und Betonplatte, dämpfen Geräusche und halten das Lagerholz von Wasser auf der Platte fern.

Worauf achten: Gummigranulat, 8 mm dick, Größe etwa 90 × 90 mm

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UK-Schutzband, selbstklebend × 2

8–20 €

Wird auf die Oberseite der Lagerhölzer geklebt, damit kein Wasser zwischen Diele und Lagerholz steht.

Worauf achten: Butyl- oder EPDM-Band, 50–70 mm breit, UV-beständig

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Edelstahlschrauben A2, 5 × 70 mm, Pakete à 200 × 2

25–50 €

Zwei Schrauben je Dielenbreite und Lagerholz: 21 Reihen × 9 Linien × 2 sind rund 400 Schrauben. Die Länge entspricht etwa dem 2,5-Fachen der Brettstärke.

Worauf achten: V2A (A2) mindestens 5 mm dick, Senkkopf mit Fräsrippen, T-Antrieb; bei Eiche und Bongossi V4A (A4)

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Schotter (Frostschutz) als Tragschicht

100–280 €

Der Unterbau leitet Wasser ab und trägt die Platten. Rund 2 bis 2,5 m³ für 12 m², verdichtet.

Worauf achten: Körnung 0/32, gebrochen, Menge mit dem Kies-Rechner prüfen

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Splitt für das Ausgleichsbett (Körnung 2–5 mm)

40–100 €

Das 5 cm dicke Bett erlaubt es, die Platten genau auszurichten.

Worauf achten: gebrochen, Körnung 2–5 mm, Big Bag

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Wurzelvlies oder Unkrautvlies

12–30 €

Trennt Erdreich und Unterbau und verhindert Durchwuchs.

Worauf achten: wasserdurchlässig, mindestens 150 g/m², Bahnbreite 2 m

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Praktisch, aber optional

Hirnholzwachs oder Hirnholzschutz

10–25 €

Die Schnittkanten sind die Eintrittsstelle für Wasser. Versiegeln Sie sie, um Risse zu verringern.

Worauf achten: wachsbasiert oder harzfrei, für außen, wasserabweisend

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Terrassenöl für Holz, 2,5 Liter

30–70 €

Falls Sie die Dielen nicht vergrauen lassen: Öl erhält den Holzton. Die Anwendung beschreibt der Ratgeber Holzterrasse pflegen.

Worauf achten: Terrassenöl mit UV-Schutz, Herstellerangabe zur Ergiebigkeit (etwa 24 m²/l je Anstrich), für Douglasie/Lärche geeignet

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Fugenabstandshalter, 5–7 mm

5–15 €

Halten die Fuge zwischen den Dielen gleichmäßig. Ein Stück Hartfaserstreifen tut es auch.

Worauf achten: Kunststoff oder Holz, Stärke 5–7 mm, passend zur Holzfeuchte

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Werkzeug

Schritt für Schritt

  1. Planen und klären. Maße, Höhe der Türschwelle, Gefälle und Randabstände festlegen. Bauamt, Vermieter oder Eigentümergemeinschaft einbeziehen. Dielenlängen so wählen, dass möglichst wenig Stöße entstehen.
  2. Höhen festlegen. Schnurgerüst setzen, Oberkante der fertigen Terrasse markieren. Von dort 1–2 % Gefälle in Dielenrichtung weg vom Haus abziehen (bei 4 m Länge: 4 bis 8 cm).
  3. Aushub und Unterbau. Mutterboden entfernen. Eine Sandschicht mit Kiesschüttung und Wurzelvlies ist laut Herstellerhinweis die Grundlage; die Konstruktion darf nicht im Wasser stehen. Schotter in zwei Lagen einbringen und mit der Rüttelplatte verdichten.
  4. Platten verlegen. Splittbett abziehen und die Gehwegplatten waagerecht quer zum Gefälle ausrichten. Pro Lagerholz alle 50–60 cm eine Platte; die Höhe der Platten bestimmt später das Gefälle.
  5. Lagerhölzer verlegen. Lagerhölzer hochkant (45 × 70 mm) quer zu den Dielen auflegen, mit Gummigranulat-Pads auf den Platten. Der Abstand von Mitte zu Mitte beträgt höchstens 40 cm bei 21 mm Brettstärke, 50 cm bei 25–27 mm. Stöße der Lagerhölzer versetzen. Auf die Oberseite UK-Schutzband kleben.
  6. Dielen anpassen. Dielen zuschneiden und die Schnittkanten (Hirnholz) mit Hirnholzwachs versiegeln. Das werkseitige Wachs an den Dielenenden vorher abschneiden, sonst bleibt es als Fleck.
  7. Erste Diele ausrichten. Zum Mauerwerk mindestens 15 mm Abstand lassen. Die erste Diele nach Schnur ausrichten.
  8. Vorbohren und verschrauben. Mit 6 mm vorbohren (bei 5-mm-Schraube), Senkung maximal 1 mm. Zwei Schrauben je Dielenbreite und Lagerholz, etwa 2 cm vom Seitenrand und etwa 5 cm vom Dielenende entfernt.
  9. Fugen halten. Die Fugenbreite richtet sich nach der Holzfeuchte: feuchtere Dielen mit engerer, trockenere mit größerer Fuge, damit das gequollene Holz frei arbeiten kann. Ein Hersteller setzt 5 mm. Abstandshalter zwischen jede Diele klemmen.
  10. Stöße ausführen. Dielen im Stoß rechtwinklig kappen, die Enden anfasen und mindestens 3 mm Luft lassen. Unter jedem Stoß liegen zwei Lagerhölzer; Stöße nicht auf nur einem Lagerholz.
  11. Behandeln oder vergrauen lassen. Nach den Wartezeiten des Herstellers ölen (bei harzreichem Holz wie Lärche oder Douglasie mindestens 6 Wochen Bewitterung) oder unbehandelt vergrauen lassen. Ölgetränkte Lappen flach trocknen lassen.

Günstiger oder hochwertiger

Günstiger: Druckimprägnierte Kiefer kostet weniger als Lärche oder Douglasie, verlangt aber längere Wartezeiten vor dem ersten Ölen (laut einem Hersteller etwa 6 Monate Bewitterung bei frisch druckimprägniertem Holz). Schotter aus eigenem Aushub spart Material.

Hochwertiger: Hartholz oder Thermoholz mit entsprechender Unterkonstruktion und Edelstahlschrauben (bei gerbstoffreichem Holz V4A). Eine Aluminium-Unterkonstruktion hält länger als Holz.

Handwerker: Lassen Sie Unterbau und Belag im Angebot getrennt aufführen und fragen Sie nach Gefälle, Entwässerung und Holzherkunft. Bei erhöhten Terrassen oder Anschlüssen an die Gebäudeabdichtung holen Sie ohnehin Fachleute dazu.

Häufige Fragen

Wie weit müssen die Lagerhölzer auseinander liegen?

Das hängt von der Dielendicke. Ein Hersteller nennt höchstens 40 cm bei 21 mm Brettstärke, 50 cm bei 25–27 mm und 75 cm bei 38–45 mm; für Thermoholz 35 cm. Der Abstand gilt von Mitte zu Mitte.

Wie breit soll die Fuge zwischen den Dielen sein?

Maßgeblich ist die Holzfeuchte: feuchtere Dielen brauchen eine engere, trockenere eine größere Fuge. Hersteller von Clips setzen 5 mm. Kontrollieren Sie, dass die Dielen im gequollenen Zustand nicht gegeneinander drücken.

Warum Edelstahlschrauben und warum vorbohren?

Edelstahl rostet nicht und färbt das Holz nicht. Bei gerbstoffreichen Hölzern wie Eiche oder Bongossi nennt BauNetz Wissen V4A (A4). Vorbohren verhindert, dass das Holz am Rand aufreißt; Hersteller nennen 6 mm bei einer 5-mm-Schraube.

Muss ich eine Holzterrasse ölen?

Nein. Sie können das Holz vergrauen lassen; die Farbe ändert sich, die Haltbarkeit hängt von Holzart und Konstruktion ab. Öl erhält den Holzton und verringert Risse und Verzug, braucht aber Pflege in Abständen.

Quellen

  1. Hinweise zur Terrassenmontage (Holz): Achsabstände je Brettstärke, Vorbohren, Hirnholz, Belüftung (Osmo)
  2. Hinweise zur Terrassenmontage mit System: Unterkonstruktion, Achsabstände, Gefälle 1–2 %, Schrauben (Osmo)
  3. Montageanleitung Terrassenclipper: Fugenbreite und Holzfeuchte, Stöße, Abstand zum Mauerwerk (Osmo)
  4. BauNetz Wissen: Balkone und Terrassen aus Holz (Gebrauchsklassen, Gefälle 2 % in Brettlängsrichtung, Belüftung)
  5. BauNetz Wissen: Bewitterte Holzbauteile (Abstand Hirnholz zum Boden 30 cm, Wasser direkt abführen)
  6. Produktseite Terrassen-Öl: 24 m²/l, Holzfeuchte max. 18 %, Bewitterungszeiten, Lappen können sich selbst entzünden (Osmo)
  7. BG BAU: Staubarm arbeiten, gesund bleiben
  8. BG BAU: Belastungen durch Lärm, Auslösewerte 80 und 85 dB(A)

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