Zum Inhalt springen
Projekt

Werkbank selber bauen: Bauplan, Materialliste und Kosten

Aktualisiert am

Eine stabile Werkbank 150 × 60 cm aus Konstruktionsholz und Multiplexplatte: Arbeitshöhe nach Körpergröße, Zuschnittliste, Verbindungen, Kosten und Reihenfolge.

Werbung: Links zu Amazon auf dieser Seite sind Affiliate-Links. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen. Für Sie ändert sich der Preis nicht.

Geschätztes Budget155–363 €
Das brauchen Sie7 Positionen
SchwierigkeitMittel
Zeitaufwand1 Wochenende plus Trocknung

Vor dem Kauf

Arbeitshöhe festlegen. Stellen Sie sich aufrecht hin, winkeln Sie den Unterarm waagerecht an und messen Sie vom Boden bis zum Ellenbogen. Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe nennt für die meisten Tätigkeiten im Stehen eine Arbeitshöhe von etwa 10 bis 15 cm unter der Ellenbogenhöhe. Für kraftbetonte Arbeit empfiehlt sie eine tiefere Höhe von etwa 15 bis 40 cm unter dem Ellenbogen. Bei einer Ellenbogenhöhe von 108 cm ergibt das für allgemeine Arbeiten 93 bis 98 cm; wer viel sägt oder hobelt, geht tiefer.

Beinlänge berechnen. Beinlänge = Arbeitshöhe − Plattenstärke. Bei 92 cm Arbeitshöhe und einer 27-mm-Platte sägen Sie die Beine auf 89,3 cm. Alle vier Beine müssen auf den Millimeter gleich lang sein, sonst wackelt die Bank.

Material wählen. Welche Holzart und welche Platte für welchen Zweck taugen, erklären die Ratgeber Holzarten für Heimwerker und Spanplatte, MDF, OSB, Multiplex. Für die Arbeitsplatte lohnt sich Multiplex oder Leimholz; MDF eignet sich wegen der empfindlichen Kanten und der geringen Schraubenhaltung nicht.

Zuschnittliste (Beispiel: 150 × 60 cm, Höhe 92 cm).

TeilAnzahlMaß
Beine, Kantholz 80 × 80 mm489,3 cm
Riegel lang (vorn und hinten, oben und unten), 40 × 80 mm4134 cm
Riegel kurz (Seiten, oben und unten), 40 × 80 mm444 cm
Arbeitsplatte, Multiplex 27 mm1150 × 60 cm
Ablage, OSB/3 oder P5, 18 mm1150 × 60 cm, Ecken 8 × 8 cm ausgeschnitten

Die langen Riegel ergeben sich aus 150 cm Länge minus zweimal 8 cm Beinbreite, die kurzen aus 60 cm Tiefe minus zweimal 8 cm. Ändern Sie die Außenmaße, rechnen Sie nach diesem Muster neu.

Staub und Lärm. Beim Sägen und Schleifen entsteht Holzstaub. Hartholzstäube wie von Buche und Eiche gelten als krebserzeugend; der Arbeitsplatzgrenzwert für Hartholzstaub liegt bei 2 mg/m³. Für Ihre Werkstatt heißt das: Maschinen an einen Entstauber der Staubklasse M anschließen, nicht kehren oder abblasen, bei unzureichender Absaugung mindestens eine Maske mit P2-Filter tragen. Ab 80 dB(A) ist Gehörschutz sinnvoll, ab 85 dB(A) für Beschäftigte Pflicht.

Standsicherheit prüfen. Die fertige Bank wiegt rund 50 Kilogramm. Stellen Sie sie in der Garage oder im Keller auf ebenen Boden und prüfen Sie vor der ersten Belastung mit der Wasserwaage, ob alle vier Beine aufstehen. Unebenheiten gleichen Sie mit Stellfüßen oder Unterlegplatten aus, nicht mit Keilen.

Das brauchen Sie

Kantholz 80 × 80 mm, 4 Stück à 0,9 m (Beine)

25–50 €

Die vier Beine tragen die Last. Die Länge richtet sich nach Ihrer Arbeitshöhe minus Plattenstärke; im Beispiel unten sind es 89,3 cm. Der Händler sägt meist gegen Aufpreis zu, sonst kaufen Sie 2 m Länge und kürzen selbst.

Worauf achten: Konstruktionsvollholz (KVH), technisch getrocknet (Holzfeuchte 15 ± 3 %), gehobelt und gefast, möglichst gerade und ohne Äste an den Kanten

Angebote bei Amazon ansehen

Kantholz 40 × 80 mm, rund 7,2 m (Riegel)

20–45 €

Acht Riegel verbinden die Beine zu zwei Seitenrahmen und einem Gestell: je vier oben und unten. Sie halten die Beine im Abstand und nehmen Arbeitsplatte und Ablage auf.

Worauf achten: getrocknetes, gehobeltes Bauholz, Fichte oder Kiefer, Sortierung S10 oder besser, möglichst astarm

Angebote bei Amazon ansehen

Multiplexplatte 27 mm, Zuschnitt 150 × 60 cm (Arbeitsplatte)

60–140 €

Die Arbeitsplatte muss eben, hart und belastbar sein. Multiplex aus kreuzweise verleimten Furnieren verzieht sich wenig und hält Schrauben. Viele Baumärkte schneiden gegen Gebühr zu.

Worauf achten: Sperrholz/Multiplex Birke oder Buche, 21–27 mm, Verleimung für Feuchtbereich (EN 636-2) oder besser, Deckfurnier ohne Fehlstellen

Angebote bei Amazon ansehen

OSB/3- oder Spanplatte P5, 18 mm, Zuschnitt 150 × 60 cm (Ablage)

12–35 €

Der untere Boden nimmt Maschinen und Material auf und steift das Gestell gegen Verdrehen aus. Er liegt auf den unteren Riegeln auf.

Worauf achten: OSB/3 (EN 300) oder Spanplatte P5 (EN 312), 18 mm, Emissionsklasse E1

Angebote bei Amazon ansehen

Holzbauschrauben Teilgewinde 6 × 120 mm, 50 Stück

15–35 €

Damit schrauben Sie die Riegel durch die Beine ins Hirnholz der Riegel. Teilgewinde ziehen die Teile fest zusammen.

Worauf achten: Torx-Antrieb, Senkkopf, Teilgewinde, verzinkt oder gelb passiviert (innen)

Angebote bei Amazon ansehen

Senkkopfschrauben 5 × 70 mm, 100 Stück

8–18 €

Mit diesen Schrauben befestigen Sie die Arbeitsplatte (27 mm) von oben in den Riegeln und die Ablage von oben auf den unteren Riegeln.

Worauf achten: Torx-Antrieb, Vollgewinde oder Teilgewinde, Senkkopf mit Fräsrippen

Angebote bei Amazon ansehen

Hartwachsöl oder Klarlack für Möbel, 0,75 l

15–40 €

Die Platte soll Leimreste, Farbe und Feuchtigkeit abhalten. Ein Öl lässt sich später nachölen oder abschleifen.

Worauf achten: lösemittelarm, für Innenholz, mit Verarbeitungshinweis zur Trocknung auf der Dose

Angebote bei Amazon ansehen

Praktisch, aber optional

Holzleim D3, 250 ml

4–10 €

Ein dünner Leimfilm im Hirnholz erhöht die Festigkeit der Verbindungen. Ohne Leim hält die Werkbank auch, die Schrauben lassen sich dann aber später lösen.

Worauf achten: Beanspruchungsgruppe D2 oder D3 nach DIN EN 204, Verarbeitung ab etwa 7 °C

Angebote bei Amazon ansehen

Stahl-Winkelverbinder 90 × 90 mm, 8 Stück

8–22 €

Zusätzlich in den oberen und unteren Ecken verschraubt, nehmen sie Querkräfte auf, zum Beispiel beim Hobeln oder Sägen.

Worauf achten: verzinkter Stahl, Schenkelbreite 40 mm, Lochung für 5-mm-Schrauben

Angebote bei Amazon ansehen

Schraubstock 125 mm Backenbreite

40–110 €

Der Schraubstock spannt Werkstücke in der Plattenkante ein. Er ist die wichtigste Nachrüstung für Säge- und Feilarbeiten.

Worauf achten: Backenbreite 100–150 mm, Spindel mit Gleitführung, Befestigung per Schraube durch die Platte, mit Schonbacken

Angebote bei Amazon ansehen

Schraubzwingen 300 mm, 2 Stück

12–40 €

Zum Spannen von Werkstücken auf der Platte und zum Zusammenhalten beim Verschrauben der Riegel.

Worauf achten: Spannweite 300 mm, Ausladung 80–100 mm, Griff mit Gleitschutz

Angebote bei Amazon ansehen

Werkzeug

Schritt für Schritt

  1. Höhe messen und Maße festlegen. Ellenbogenhöhe messen, Arbeitshöhe festlegen, Beinlänge nach der Formel berechnen und die Zuschnittliste anpassen. Alle Maße einmal auf Papier skizzieren.
  2. Zuschnitt. Beine und Riegel mit Winkel anzeichnen und rechtwinklig ablängen. Sägen Sie die vier Beine zusammen gespannt, damit sie wirklich gleich lang werden. Kanten mit Schleifpapier P120 leicht brechen.
  3. Seitenrahmen anzeichnen. Legen Sie zwei Beine nebeneinander auf den Boden und markieren Sie die Riegelhöhe: oberer Riegel bündig mit dem oberen Beinende, unterer Riegel mit der Oberkante etwa 20 bis 25 cm über dem Boden.
  4. Seitenrahmen verschrauben. Kurzen Riegel zwischen die Beine halten (80 mm hohe Seite senkrecht), mit einer Zwinge fixieren und von außen durch das Bein zwei Schrauben 6 × 120 mm ins Hirnholz des Riegels drehen. Vorbohren mit 4 mm, Bein auf 6 mm aufbohren, Kopf versenken. Wer leimt, trägt vorher einen dünnen Leimfilm auf. Die Schrauben sollen etwa 20 mm vom Riegelrand entfernt sitzen, damit nichts aufspaltet.
  5. Gestell verbinden. Beide Seitenrahmen aufstellen und die vier langen Riegel zwischen den Beinen verschrauben, zuerst oben, dann unten. Nach jedem Riegel mit dem Winkel kontrollieren. Bleibt das Gestell windschief, lösen Sie die Schrauben nochmals, richten es aus und ziehen dann fest.
  6. Winkelverbinder setzen (optional). In den oberen Ecken je einen Winkel innen verschrauben. Das macht das Gestell steifer.
  7. Ablage zuschneiden. Auf 150 × 60 cm bringen, die vier Ecken 8 × 8 cm mit der Stichsäge ausschneiden, Schnittkanten schleifen. Auf die unteren Riegel legen, mit Schrauben 5 × 70 von oben alle 30 bis 40 cm befestigen.
  8. Arbeitsplatte auflegen. Auf die oberen Riegel legen, bündig ausrichten und mit Schrauben 5 × 70 mm alle 30 bis 40 cm von oben in die Riegel schrauben. Die Löcher in der Platte vorbohren und senken, damit die Köpfe 1 bis 2 mm unter der Oberfläche liegen.
  9. Oberfläche behandeln. Plattenoberseite und Kanten mit P120, dann P180 schleifen, entstauben und nach Herstellerangabe ölen. Trocknungszeit laut Dose abwarten, bevor Sie Werkstücke ablegen.
  10. Schraubstock anbringen (optional). Montieren Sie den Schraubstock an der Vorderkante, sodass die Backen bündig mit der Platte abschließen. Die Schrauben gehören durch die Platte und die Riegel, nicht nur in die Plattenkante.

Günstiger oder hochwertiger

Günstiger: Eine Arbeitsplatte aus Spanplatte P5 oder OSB/3 statt Multiplex spart etwa 40 bis 80 Euro, ist aber empfindlicher an Kanten und Ecken. Für gelegentliche Arbeiten genügt sie, wenn Sie die Kanten mit einem Kantenschutz versehen und die Platte ölen oder lackieren. Das Gestell lässt sich auch mit 60 × 80 mm Kantholz bauen.

Hochwertiger: Leimholzplatte aus Buche, 40 mm dick, als Arbeitsplatte, dazu Beine 100 × 100 mm. Die Platte ist schwerer und teurer, aber härter und deutlich stabiler. Statt Hirnholzschrauben können Sie Flachdübel oder Zapfenverbindungen nutzen, wie im Ratgeber Holzverbindungen beschrieben.

Handwerker: Ein Schreiner fertigt eine Werkbank nach Maß, mit Hinterzange und Bankhaken. Lassen Sie sich Material, Arbeitszeit und Oberflächenbehandlung getrennt im Angebot ausweisen und vergleichen Sie mehrere Angebote.

Häufige Fragen

Wie hoch sollte eine Werkbank sein?

Das richtet sich nach Ihrer Ellenbogenhöhe. Die BGN nennt für Steharbeit etwa 10 bis 15 cm darunter, für kraftbetonte Arbeit 15 bis 40 cm darunter. In der Praxis liegen die Höhen meist zwischen 85 und 100 cm. Probieren Sie vor dem Zuschnitt, indem Sie einen Tisch oder Stapel Bretter auf die geplante Höhe bringen.

Welches Holz eignet sich für eine Werkbank?

Für das Gestell reicht Fichte oder Kiefer als getrocknetes Konstruktionsholz. Die Arbeitsplatte sollte härter sein: Multiplex aus Birke oder Buche oder eine Leimholzplatte. Weiches Holz bekommt schneller Dellen, was für ein Gestell unerheblich ist.

Muss ich die Werkbank an der Wand befestigen?

Nicht zwingend. Mit rund 50 kg Eigengewicht und einer Ablage steht sie stabil. Wer schwer hobelt oder stemmt, fixiert sie mit einem Winkel an einer tragfähigen Wand. Dabei gelten die Regeln aus dem Ratgeber zum Dübeln.

Wie lange muss das Holz trocknen oder akklimatisieren?

Konstruktionsvollholz wird bei etwa 15 % Feuchte geliefert. Lagern Sie es nach dem Kauf einige Tage in dem Raum, in dem die Bank stehen soll, damit es sich an die Raumluft anpasst. Das reduziert späteres Verziehen.

Quellen

  1. BGN: Ergonomie konkret – Steharbeit (Arbeitshöhe relativ zur Ellenbogenhöhe)
  2. Holzbau Deutschland: KVH-Vereinbarung (Holzfeuchte 15 ± 3 %, Querschnitte, Festigkeitsklasse C24)
  3. sanier.de: Holzschrauben vorbohren (Durchmesser und Tiefe für Weich- und Hartholz)
  4. BG BAU: Staub-Flyer (Absaugen an der Entstehungsstelle, Staubklasse M, Halbmaske P2)
  5. BGW: TRGS 553 Holzstaub (Hartholzstaub, AGW 2 mg/m³, Absaugung)
  6. BG BAU: Lärm (Auslösewerte 80 und 85 dB(A))

Passende Seiten