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Ratgeber

Welcher Dübel für welche Wand?

Aktualisiert am

Beton, Kalksandstein, Hochlochziegel, Porenbeton oder Gipskarton: So erkennen Sie Ihre Wand am Bohrmehl, wählen Dübel und Bohrverfahren und bestimmen Bohrtiefe und Schraube.

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Erst die Wand bestimmen: Bohrmehl und Widerstand

Ein Dübel hält nur so gut wie der Baustoff, in dem er sitzt. Klopfen hilft wenig, denn auch eine massive Wand klingt hinter einer Putzschicht hohl. Zuverlässiger ist eine Probebohrung mit einem 6-mm-Steinbohrer an einer Stelle, die später verdeckt ist, ohne Schlag. Achten Sie auf Farbe und Körnung des Bohrmehls und darauf, ob der Bohrer gleichmäßig vorankommt oder immer wieder ins Leere fällt.

BaustoffBohrmehlBeim Bohren
Betonsehr fein, weiß bis grausehr hoher Widerstand, ohne Schlag kaum Fortschritt
Kalksandstein (Vollstein)weiß, feinkörnig, fast sandiggleichmäßig fest
Vollziegelkräftig rotgleichmäßig fest
Hochlochziegel (Lochstein)hellrot bis orangeBohrer fällt spürbar in Hohlräume
Porenbetonhellgrau, grobkörnigsehr weich, Bohrer gleitet fast ohne Druck
Gipskartonweiß und feinnach 12,5 bis 25 mm Hohlraum

Im Neubau ist die Lage oft einfach: Innenwände aus Kalksandstein oder Gipskarton, Außenwände aus Hochlochziegel, Kalksandstein oder Porenbeton, Decken aus Beton. Im Altbau wechseln die Materialien auch innerhalb einer Wand, etwa wenn eine Öffnung später zugemauert wurde.

Dübel und Bohrverfahren je Baustoff

Die Hersteller unterscheiden drei Bohrverfahren: Drehbohren ohne Schlag, Schlagbohren mit der Schlagbohrmaschine und Hammerbohren mit dem Bohrhammer. Weiche und gelochte Baustoffe werden nur drehend gebohrt, sonst brechen die Stege im Lochziegel aus oder das Loch im Porenbeton wird zu groß.

WandBohrverfahrenGeeignete Dübel
BetonHammerbohrenSpreizdübel, Universaldübel; bei schweren Lasten Metallanker mit Zulassung
Kalksandstein, VollziegelSchlag- oder HammerbohrenSpreizdübel, Universaldübel
Hochlochziegelnur Drehbohrenlange Universal- oder Langschaftdübel, die sich verknoten; für schwere Lasten Injektionsmörtel mit Siebhülse
Porenbetonnur Drehbohren, Bohrer etwas kleiner als der DübelPorenbetondübel mit Außenrippen, lange Universaldübel, Injektionsmörtel
Gipskarton, GipsfaserDrehbohrenHohlraumdübel aus Metall oder Kunststoff, Kippdübel, Gipskartondübel zum Eindrehen für leichte Lasten

Universaldübel sind ein guter Standard für die Mietwohnung, weil sie sich in Vollstein spreizen und in Hohlräumen verknoten. In Porenbeton und Lochziegel halten sie aber nur, wenn das Bohrloch passt: Ein Porenbeton-Bohrloch, das mit Schlag gebohrt wurde, ist schnell zu weit, und der Dübel dreht sich mit. Der Hersteller empfiehlt dann einen um etwa 1 mm kleineren Bohrer als den Dübeldurchmesser.

Dübelgröße, Bohrtiefe und Schraube

Drei Regeln aus den Herstellerangaben verhindern die meisten Fehler:

Putz zählt nicht: Der Dübel muss vollständig im tragenden Baustoff sitzen. Bei 15 mm Putz bohren Sie entsprechend tiefer und nehmen eine längere Schraube. Dasselbe gilt für Fliesen mit Kleberbett.

Gipskarton: was eine Ständerwand trägt

Bei einer Metallständerwand mit Gipsplatten ab 12,5 mm Dicke nennt ein großer Plattenhersteller Konsollasten bis 0,4 kN je laufendem Meter Wandlänge, also rund 40 kg pro Meter, an beliebiger Stelle und bei einer Ausladung bis 30 cm, befestigt mit Hohlraumdübeln. Zwischen zwei Dübeln sollen nach DIN 18183-1 mindestens 75 mm liegen; der Hersteller empfiehlt für die volle Tragfähigkeit 250 mm. Was ein einzelner Dübel trägt, steht auf der Verpackung und hängt von der Plattendicke ab. Bei doppelter Beplankung oder dickeren Platten steigen die Werte.

Für Hängeschränke, Waschbecken oder schwere Fernseher reicht das oft nicht. Dann wird in einen Ständer geschraubt oder, besser, eine Traverse beziehungsweise eine Holzplatte in die Wand eingebaut, was nachträglich das Öffnen der Wand bedeutet. Bei Neubauten lohnt es sich, solche Stellen vor dem Beplanken einzuplanen.

Schwere Lasten und Sonderfälle

Vor dem Bohren: Leitungen prüfen

Elektroleitungen sollen nach DIN 18015-3 in festgelegten Installationszonen liegen: waagerecht in einem Streifen 15 bis 45 cm unter der Decke und über dem Fußboden, senkrecht 10 bis 30 cm neben Ecken, Türen und Fenstern sowie oberhalb und unterhalb von Steckdosen und Schaltern. Bohren Sie möglichst außerhalb dieser Zonen. Im Altbau und bei Eigenleistungen wurden die Zonen oft nicht eingehalten; ein Leitungssucher gibt zusätzliche Sicherheit, ersetzt aber keine Vorsicht. Wasserleitungen in Bad und Küche verlaufen häufig senkrecht über und unter den Anschlüssen.

Leitung getroffen? Nicht weiterbohren, Sicherung des Stromkreises ausschalten und eine Elektrofachkraft rufen. Eine beschädigte Leitung zu reparieren ist eine Arbeit an der Elektroinstallation.

Die häufigsten Fehler

Welche Maschine Sie für welche Wand brauchen, erklärt der Vergleich Bohrhammer oder Schlagbohrmaschine.

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Häufige Fragen

Welcher Dübel hält in jeder Wand?

Keiner hält in jeder Wand gleich gut. Universaldübel kommen dem am nächsten, weil sie sich in Vollstein spreizen und in Hohlräumen verknoten. In Gipskarton und für schwere Lasten in Lochziegel oder Porenbeton brauchen Sie trotzdem spezielle Dübel.

Warum dreht sich der Dübel beim Eindrehen der Schraube mit?

Das Bohrloch ist zu groß, meist weil in einem weichen Baustoff mit Schlag gebohrt wurde. Setzen Sie einen größeren Dübel, bohren Sie in Porenbeton etwa 1 mm kleiner als der Dübel oder verwenden Sie einen Injektionsmörtel.

Wie tief muss ich für einen 8er-Dübel bohren?

Mindestens Dübellänge plus 10 mm, bei einem Dübel von 8 × 40 mm also rund 50 mm. Ist die Wand verputzt, kommt die Putzdicke hinzu, weil der Dübel ganz im tragenden Mauerwerk sitzen muss.

Wie viel hält ein Dübel in Gipskarton?

Das steht auf der Verpackung und hängt von Dübeltyp und Plattendicke ab. Als Wandlast nennt ein großer Hersteller bei Ständerwänden ab 12,5 mm Platte bis etwa 40 kg je laufendem Meter mit Hohlraumdübeln. Für mehr Last in den Ständer oder in eine eingebaute Traverse schrauben.

Quellen

  1. tox: Dübelratgeber – Baustoffe, Bohrmehl, Bohrverfahren, Bohrlochtiefe
  2. fischer: Richtig dübeln, Dübel entfernen und einkleben
  3. OBI Magazin: Der richtige Dübel (Schraubendurchmesser je Dübelgröße)
  4. Knauf: Konsollasten an Metallständerwänden, Dübelabstände nach DIN 18183-1
  5. Stiftung Warentest: Dübel – der richtige Typ für jeden Zweck
  6. sanier.de: Installationszonen nach DIN 18015-3

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