Rutschfeste Fliesen für Dusche und Bad: R-Klassen und A, B, C
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Auf Fliesen steht „R10“ oder „B“: Zwei verschiedene Prüfungen für Schuhe und für nackte Füße. So lesen Sie die Klassen und wählen Fliesen für Dusche, Bad und Außenbereich.
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Zwei Prüfungen für zwei Situationen
Ob eine Fliese rutschhemmend ist, wird auf einer Prüframpe gemessen: Eine Prüfperson geht auf der Fläche und der Neigungswinkel wird erhöht, bis sie rutscht. Je größer der Winkel, desto besser die Rutschhemmung. Es gibt zwei getrennte Verfahren:
- R-Gruppen (R9 bis R13) sind für Bereiche gedacht, die mit Schuhen begangen werden (Prüfung nach DIN 51130).
- Gruppen A, B, C gelten für nassbelastete Barfußbereiche wie Duschen, Umkleiden und Beckenumgänge (Prüfung nach DIN 51097).
Beide Verfahren sind heute in der europäischen Norm DIN EN 16165 beschrieben; auf Verpackungen und in Datenblättern stehen oft weiter die alten Bezeichnungen. Die DGUV betont, dass es sich um „zwei verschiedene Prüfverfahren mit unterschiedlichen Prüfbedingungen“ handelt. Ein automatischer Zusammenhang besteht nicht, auch wenn Produkte mit Bewertungsgruppe B üblicherweise R10 oder R11 erreichen. Wer für die Dusche Fliesen kauft, schaut daher auf die Barfußklasse.
R9 bis R13: die Schuhklassen
| Gruppe | Neigungswinkel | Typische Einsatzbeispiele laut Hersteller |
|---|---|---|
| R9 | über 6° bis 10° | Eingänge im Innenbereich |
| R10 | über 10° bis 19° | Büros, Flure; Duschräume (zusammen mit Klasse B) |
| R11 | über 19° bis 27° | Küchen, Außenbereiche |
| R12 | über 27° bis 35° | Küchen, Außenbereiche, Produktionsräume |
| R13 | über 35° | besondere gewerbliche Bereiche mit starker Verunreinigung |
Die Einsatzbeispiele stammen aus Herstellerunterlagen und sind Orientierung, keine Vorschrift. Eine feste Vorgabe für private Wohnräume gibt es nicht: Wählen Sie nach Nutzung. Für Eingangsbereiche und Terrassen, wo Nässe und Schmutz ins Spiel kommen, ist eine höhere Klasse sinnvoll.
A, B, C: die Barfußklassen
| Gruppe | Neigungswinkel | Typische Bereiche |
|---|---|---|
| A | ab 12° | Umkleideräume, Saunabereiche |
| B | ab 18° | Duschräume, Duschbereiche, Beckenumgänge |
| C | ab 24° | Leitern, Treppen zu Sprunganlagen, Startblöcke |
Für den Privatbereich ist vor allem Klasse B relevant. Klasse C ist für Spezialbereiche in Schwimmbädern gedacht und im Wohnbereich selten sinnvoll.
Welche Klasse für die Dusche?
Die DGUV schreibt in ihren Antworten zu Bädern: „Eine ausreichende Rutschhemmung ist gegeben, wenn der Belag in diesen Bereichen die Anforderungen der Bewertungsgruppe R10 (s. ASR A 1.5 Anhang 2 Punkt 32.3) sowie der Bewertungsgruppe B (siehe DGUV Information 207-006, Tabelle 1) erfüllt.“ Das richtet sich an Bäder und ihre Betreiber. In einer privaten Dusche gilt es nicht unmittelbar, ist aber ein vernünftiger Maßstab: R10 und B auf dem Duschboden, in der bodengleichen Dusche auch im Bereich vor der Dusche, wenn dort Wasser hinläuft.
Dabei geht es um das Verhältnis von Rutschhemmung und Reinigung: Eine stark strukturierte Oberfläche hält besser, verschmutzt aber auch leichter und ist mühsamer zu reinigen. Hersteller empfehlen für stark strukturierte Flächen teils Hochdruckreiniger oder Bürsten. Planen Sie die Reinigung gleich mit ein.
Außenbereich, Küche, Flur
- Terrasse, Balkon, Eingang außen: Herstellerunterlagen nennen für Außenbereiche R11 bis R12. Die Fliese muss außerdem frostbeständig sein; das steht im Datenblatt.
- Hauseingang innen: R9 gilt als typischer Wert für Eingänge im Innenbereich.
- Küche: Herstellerunterlagen nennen für Küchen R11 bis R12. Das ist eine Orientierung für stark verschmutzte Böden; im Haushalt entscheiden Sie nach Nutzung (Fett, Wasser, Kinder) und nach der Reinigung, die Sie leisten wollen.
- Schwimmbad, Sauna zu Hause: Die Barfußklassen A und B sind sinnvoll.
So erkennen Sie die Klasse beim Kauf
- Suchen Sie im Datenblatt oder auf der Verpackung nach „R10“, „R11“ oder „Bewertungsgruppe B“ plus Normbezug (DIN 51130, DIN 51097 oder DIN EN 16165).
- „Rutschhemmend“ oder „rutschfest“ ohne Klasse sagt nichts. Fragen Sie nach der Klasse, bevor Sie bezahlen.
- Prüfen Sie, ob die Klasse für genau diese Fliese und Oberfläche gilt. Eine strukturierte und eine glatte Variante derselben Serie haben unterschiedliche Klassen.
- Notieren Sie sich die Klasse in Ihrer Bestellung. Das Datenblatt ist Ihr Nachweis, falls später etwas schiefgeht.
Reinigung: Pflegefilme vermeiden
Die Klasse beschreibt den Zustand der sauberen Fliese. Hersteller weisen darauf hin, dass filmbildende Stoffe die Rutschhemmung beeinträchtigen können. Dazu zählen Pflegemittel, Wachse und viele Reiniger mit Glanzzusätzen. Reinigen Sie Duschböden mit Reinigern ohne Pflegefilm, spülen Sie Seifen- und Kalkreste gründlich ab, und bürsten Sie strukturierte Fliesen regelmäßig. Kalkablagerungen können die Struktur verfüllen.
Nachträglich rutschhemmend machen
Bei bestehenden glatten Fliesen gibt es rutschhemmende Beschichtungen, Duschmatten und Antirutsch-Streifen. Ob eine Beschichtung eine bestimmte Klasse erreicht, muss der Hersteller nachweisen; achten Sie auf die Angabe zur Prüfung. In der Mietwohnung sind Matten und Streifen ohne Eingriff in die Substanz am einfachsten; Beschichtungen sollten Sie mit dem Vermieter abstimmen. Zum Thema Duschabdichtung unter den Fliesen lesen Sie Abdichtung im Bad nach DIN 18534.
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Welche Rutschklasse braucht die Dusche?
Für Duschbereiche in Bädern nennt die DGUV R10 und Bewertungsgruppe B als ausreichend. In privaten Duschen ist das nicht verbindlich, aber ein guter Maßstab.
Was ist der Unterschied zwischen R-Klassen und A, B, C?
Die R-Klassen gelten für beschuhte, die Klassen A, B und C für barfuß begangene Nassbereiche. Beide werden mit eigenen Verfahren geprüft; ein automatischer Zusammenhang besteht nicht.
Reicht R9 im Bad?
Für trockene, beschuhte Bereiche wie den Flur ist R9 üblich. In Nassbereichen, in denen Sie barfuß gehen, sollten Sie auf die Klasse A oder B achten; für die Dusche R10 und B.
Macht eine rutschhemmende Fliese die Reinigung schwerer?
Meist ja. Je stärker die Struktur, desto mehr Schmutz setzt sich darin fest. Reiniger ohne Pflegefilm und eine Bürste helfen. Filmbildende Pflegemittel beeinträchtigen die Rutschhemmung.