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Ratgeber

Laminat-Nutzungsklassen 21 bis 34: Welche Klasse brauchen Sie?

Aktualisiert am

Auf jedem Paket Laminat steht eine Nutzungsklasse, zum Beispiel 23/31. Wer die Zahlen lesen kann, weiß, ob der Boden für Schlafzimmer, Flur oder Küche geeignet ist.

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Was die Nutzungsklasse angibt

Die Klassen stammen aus der Norm DIN EN ISO 10874, die Bodenbeläge nach ihrem Einsatzbereich einteilt; BauNetzWissen beschreibt sie für elastische Beläge. Laminat-Hersteller geben die Klasse nach DIN EN 13329 an. Der Titel der Norm lautet „Laminatböden – Elemente mit einer Deckschicht auf Basis aminoplastischer, wärmehärtbarer Harze – Spezifikationen, Anforderungen und Prüfverfahren“. Die erste Ziffer der Nutzungsklasse bezeichnet den Bereich: 2 für private Nutzung, 3 für gewerbliche Nutzung, 4 für industrielle Nutzung. Die zweite Ziffer gibt die Intensität an.

KlasseBereichBeanspruchungBeispiel nach BauNetzWissen
21WohnbereichmäßigRäume mit geringer Nutzung, etwa Schlafzimmer
22WohnbereichnormalRäume mit mittelstarker Nutzung, etwa Wohnräume
23WohnbereichstarkRäume mit intensiver Nutzung, etwa Wohnräume und Eingangsbereich
31Gewerbemäßiggeringe oder zeitweise Nutzung, etwa Hotelzimmer
32Gewerbenormalmittelstarker Verkehr, etwa Einzelbüros, Klassenzimmer
33Gewerbestarkstarker Verkehr, etwa Großraumbüros, Schulen, Kaufhäuser
34Gewerbesehr starksehr starke Nutzung, etwa Kaufhäuser, Flughäfen

Bei Laminat sind Doppelangaben üblich. Ein Merkblatt zu einem Laminat gibt zum Beispiel „23/31 – AC3“ an: geeignet für intensiv genutzte Wohnräume und für gewerbliche Räume mit mäßiger Nutzung. Die Klassen 41 bis 43 betreffen Industrie und spielen bei Wohnlaminat keine Rolle.

Abriebklasse AC: eine zweite Zahl

Neben der Nutzungsklasse finden Sie die Abriebklasse AC. Sie sagt, wie widerstandsfähig die Oberfläche gegen Abrieb ist, gemessen in einer Abriebprüfung nach EN 13329. Gängige Mindestwerte: AC3 mindestens 2.000 Umdrehungen, AC4 mindestens 4.000, AC5 mindestens 6.000. Ein Merkblatt gibt „Abriebbeanspruchung EN 13329 AC3 (≥ 2000 Umdr.)“ an. AC-Klasse und Nutzungsklasse hängen zusammen, werden aber getrennt angegeben; das Merkblatt oben nennt „23/31 – AC3“. Lesen Sie beide Angaben und vergleichen Sie nicht eine AC-Zahl mit einer Nutzungsklasse.

Als Faustregel bei der Auswahl: Bei Laminat im Wohnbereich genügt in der Regel AC3 oder AC4; für Küche, Flur und Wohnungen mit Kindern oder Hunden sind höhere Werte sinnvoll. Wichtiger als die Zahl ist, dass Nutzungsklasse und AC-Klasse aus einem Herstellerdokument stammen.

Welche Klasse für welchen Raum?

RaumEmpfohlene KlasseHinweis
Schlafzimmer, Gästezimmer21 oder 22 (häufig 23/31)geringe Beanspruchung; die Klasse reicht auch bei Stühlen mit Filzgleitern
Wohnzimmer, Esszimmer, Arbeitszimmer22 bis 23Bürostuhl und Rollen belasten den Boden stärker; Rollen für Hartböden oder Bodenschutzmatte
Flur, Eingangsbereich23/31 oder 32Schuhe, Sand und Schmutz; Schmutzfangmatte davor
Küche23/31 oder 32, wasserresistentes ProduktSpritzwasser sofort aufwischen; Eignung laut Hersteller prüfen
Kinderzimmer23/31viel Spielen, Rutschen und Möbelschieben
Bad, WaschkücheLaminat nur mit ausdrücklicher FreigabeFeuchtraum-Eignung ist keine Nutzungsklasse; Vinyl oder Fliesen sind oft passender

Die Tabelle ist eine Orientierung, keine Normvorgabe. Der Preisunterschied zwischen 22 und 23/31 beträgt oft nur wenige Euro je Quadratmeter, bei einem Raum von 16 m² einige Dutzend Euro. Wer sich nicht sicher ist, nimmt die höhere Klasse.

Dicke: kein Qualitätsmerkmal allein

Laminat gibt es meist zwischen etwa 6 und 12 mm Dicke; ein Merkblatt nennt als Beispiel 6 mm. Die Dicke beeinflusst Trittgefühl und Klang. Ob eine hohe Nutzungs- oder AC-Klasse vorliegt, entnehmen Sie der Verpackung, nicht der Dicke. Auch dicke Dielen sind kein Ersatz für einen ebenen Untergrund (Toleranzen im Projekt Laminat verlegen). Bei Fußbodenheizung zählt der Wärmedurchlasswiderstand von Laminat und Unterlage zusammen, höchstens 0,15 m²K/W: siehe Bodenbelag für Fußbodenheizung.

Feuchtraum-Laminat: was die Angabe bedeutet

Standard-Laminat hat einen Träger aus Holzfaserplatte (HDF), der bei Nässe aufquillt. Quellfähigkeit wird als Dickenquellung geprüft; ein Merkblatt nennt als Wert höchstens 18 %. „Feuchtraum“- oder „Aqua“-Laminat bezeichnet Produkte mit besser geschützten Kanten oder wasserfesterem Kern. Die Nutzungsklasse enthält dazu keine Aussage. BauNetzWissen nennt Laminat in Feuchträumen „nicht empfehlenswert“. Stehende Nässe, Dusche und Dauerfeuchte vermeiden Sie bei jedem Laminat. Im Bad ist Klick-Vinyl oft passender (Laminat oder Vinyl).

Worauf Sie beim Kauf noch achten

Passend zum Bedarf

Schlaf- und Gästezimmer

Worauf achten: Nutzungsklasse 21 bis 23/31, AC3, Klick-System, 7 bis 8 mm

Übliche Preisspanne: 8–15 €

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Wohnzimmer, Flur und Kinderzimmer

Worauf achten: Nutzungsklasse 23/31 oder 32, AC4, Klick-System, 8 bis 10 mm

Übliche Preisspanne: 12–20 €

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Küche und Eingangsbereich

Worauf achten: Nutzungsklasse 32 oder 33, AC5, wasserresistenter Kern oder Kantenschutz laut Hersteller

Übliche Preisspanne: 15–28 €

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Boden mit Fußbodenheizung

Worauf achten: Freigabe „Fußbodenheizung geeignet“, Gesamt-Wärmedurchlasswiderstand höchstens 0,15 m²K/W mit Unterlage

Übliche Preisspanne: 12–25 €

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Häufige Fragen

Was bedeutet Nutzungsklasse 23/31 bei Laminat?

Der Boden ist für intensiv genutzte Wohnräume (Klasse 23) und für gewerbliche Bereiche mit mäßiger Nutzung (Klasse 31) vorgesehen, zum Beispiel Hotelzimmer. Für Wohnräume ist das eine ausreichende Klasse.

Reicht Nutzungsklasse 21 für das Wohnzimmer?

Klasse 21 steht für Räume mit geringer Nutzung, etwa Schlafzimmer. Für Wohnzimmer ist 22 oder 23 passender, besonders bei Kindern, Haustieren oder Bürostuhl. Der Aufpreis ist meist gering.

Ist die Abriebklasse AC dasselbe wie die Nutzungsklasse?

Nein. Die AC-Klasse beschreibt nur den Abriebwiderstand der Oberfläche, die Nutzungsklasse die Eignung für den Einsatzbereich. Beide Angaben gehören zusammen; die Nutzungsklasse bewertet mehr als den Abrieb.

Ist Laminat der Klasse 33 für Zuhause sinnvoll?

Es ist möglich, aber meist nicht nötig. Klasse 33 ist für starken gewerblichen Verkehr ausgelegt. Im Wohnbereich genügt 23/31 oder 32; die höhere Klasse lohnt sich bei Küche, Flur oder starker Beanspruchung.

Quellen

  1. BauNetzWissen: Einsatzbereiche und Klassifizierung elastischer Bodenbeläge (Nutzungsklassen 21 bis 43 nach DIN EN ISO 10874)
  2. DIN: DIN EN 13329 – Laminatböden, Spezifikationen, Anforderungen und Prüfverfahren (Normtitel)
  3. Technisches Merkblatt eines Laminats (Beanspruchungsklasse 23/31, AC3 ≥ 2000 Umdrehungen, Dicke 6 mm; Tedox)
  4. Wohnglück: Nutzungsklassen, Abriebklassen und Rutschhemmung bei Bodenbelägen (AC1 bis AC5)
  5. BauNetzWissen: Bodenbeläge, elastische Bodenbeläge (Hinweis zu Laminat in Feuchträumen)
  6. EPLF: Technisches Merkblatt Verlegung von Laminatfußböden (Stand 06/2022): Raumklima, Ebenheit, CM-Werte, Dampfbremse, Randabstand, Bewegungsfugen, Fußbodenheizung

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