Welches Sägeblatt? Zähnezahl und Kennzeichnung erklärt
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Kreissägeblatt und Stichsägeblatt richtig wählen: Was Zähnezahl, Zahnform, Bohrung und Schaft bedeuten, welches Blatt für Holz, Laminat oder Metall passt und wo die Ausrisse entstehen.
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Kreissägeblatt: die vier Angaben, die passen müssen
- Durchmesser: Er steht in Millimetern auf dem Blatt und muss zur Säge passen. Hersteller führen Blätter zwischen 160 und 260 mm. Der Durchmesser bestimmt die Schnitttiefe.
- Bohrung: Die Aufnahmebohrung beträgt bei gängigen Blättern 20 oder 30 mm. Manche Systeme verwenden eine Schnellspann-Aufnahme. Passen Sie die Bohrung nicht mit Reduzierringen an, wenn die Säge dafür nicht gedacht ist.
- Schnittbreite: Typisch sind 1,8 bis 2,6 mm. Dünne Blätter brauchen weniger Kraft und verbrauchen weniger Holz, verlangen aber eine stabile Führung. Der Spaltkeil muss zur Blattdicke passen.
- Zahnzahl und Zahnform: Dazu die folgenden Abschnitte.
Zähnezahl: grob und schnell oder fein und sauber
Je weniger Zähne ein Blatt hat, desto größer ist der Zahnabstand und desto mehr Material trägt jeder Zahn ab. Das ist schnell, aber grob. Mit mehr Zähnen ist der Schnitt feiner, er braucht aber mehr Zeit und mehr Antriebsleistung. Ein Hersteller unterscheidet beispielsweise ein Blatt für Längsschnitte in Vollholz mit wenig Kraftaufwand und ein Blatt für saubere, ausrissarme Querschnitte in Vollholz, beschichteten oder furnierten Platten und Acrylglas. Die Zahnzahl der angebotenen Blätter reicht dort von 4 bis 80.
| Arbeit | Blatt |
|---|---|
| Vollholz längs, Balken, Latten | wenige Zähne, grobe Zahnung, Wechselzahn |
| Vollholz quer, Leisten, Dielen | mittlere bis hohe Zähnezahl, Wechselzahn |
| Beschichtete Platten, furnierte Platten, Arbeitsplatte | hohe Zähnezahl, feine Zahnung, Trapez-Flachzahn |
| Laminat, melaminbeschichtete Platten | Blatt für Laminat (HPL), Hartmetall |
| Aluminium, harte Kunststoffe | Blatt für Aluminium und Kunststoff |
| Zement- und gipsgebundene Platten | Blatt für abrasive Werkstoffe |
Zahnform: Wechselzahn, Flachzahn, Trapez-Flachzahn
- Wechselzahn (WZ): Die Zähne sind abwechselnd links und rechts abgeschrägt und schneiden im Wechsel. Das entlastet die Zähne und sorgt laut Hersteller für ruhigen Lauf und hohe Standzeit. Der Allrounder für Holz.
- Flachzahn (FZ): Gerade Schneidkanten und robuste Verzahnung, geeignet für harte oder abrasive Werkstoffe. Für Holz meist zu grob.
- Trapez-Flachzahn (TF): Trapez- und Flachzähne wechseln sich ab: Der Trapezzahn sorgt für den Vorschub, der Flachzahn für eine saubere Schnittkante. Typisch für beschichtete Platten und Laminat.
Welche Säge zu welchem Blatt passt, klärt der Ratgeber Handkreissäge kaufen; Hinweise zu Platten gibt Plattenwerkstoffe im Überblick.
Stichsägeblatt: Schaft, Länge, Zahnteilung, Werkstoff
Auf der Verpackung eines Stichsägeblatts stehen vier Angaben. Die Typenbezeichnung der Hersteller ist ein Katalogcode; verlassen Sie sich auf die Angaben zu Schaft, Länge, Zahnteilung und Werkstoff.
| Angabe | Bedeutung | Beispiel eines Herstellerblatts für Holz |
|---|---|---|
| Schaft | T-Schaft passt in alle T-Schaft-Stichsägen; U-/Universalschaft nur zu älteren Geräten | T-Schaft |
| Gesamtlänge | Bestimmt mit der Hubhöhe die Schnitttiefe | 100 mm |
| Zahnteilung | Abstand der Zähne in mm (oder Zähne je Zoll). Grob = schnell, fein = sauber | 4,0 bis 5,2 mm, progressiv |
| Werkstoff, Zahnausführung | HCS (Kohlenstoffstahl) für Weichholz und nicht abrasive Holzwerkstoffe; Zähne geschränkt und geschliffen | Materialstärke 5 bis 50 mm |
Metall und harte Werkstoffe verlangen Blätter aus verschleißfesterem Stahl (zum Beispiel Bi-Metall) mit feinerer Zahnung. Für Laminat und beschichtete Platten gibt es Blätter, deren Zähne umgekehrt stehen oder besonders fein geschliffen sind, damit die Sichtseite nicht ausfranst. Wie die Säge selbst funktioniert, steht im Ratgeber Stichsäge kaufen.
Sauberer Schnitt: Sichtseite oben oder unten?
Ausrisse entstehen dort, wo die Zähne aus dem Material austreten. Die Sichtseite wählen Sie deshalb nach der Maschine:
- Stichsäge: Das Blatt schneidet beim Aufwärtshub, die Maschinenseite franst aus. Sichtseite nach unten.
- Handkreissäge: Die Zähne treten oben aus. Sichtseite nach unten.
- Tischkreissäge und Kappsäge: Die Zähne treten unten aus. Sichtseite nach oben.
Kleben Sie die Schnittlinie mit Malerkrepp ab und machen Sie einen Probeschnitt an einem Rest, wenn die Kante sichtbar bleibt.
Sicherheit beim Blattwechsel und beim Arbeiten
Ziehen Sie vor dem Blattwechsel den Netzstecker oder nehmen Sie den Akku heraus. Die BG BAU rät, nur Sägeblätter mit Kennzeichnung des Herstellers zu verwenden; die angegebene Höchstdrehzahl darf nicht überschritten werden. Sägeblätter mit Rissen, Verformungen oder Brandflecken werden aussortiert. Ein stumpfes Blatt verbrennt das Holz, erhöht den Kraftaufwand und damit das Rückschlagrisiko.
Häufige Fehler
- Zu grobes Blatt für Laminat und beschichtete Platten: Die Beschichtung splittert.
- Holzblatt für Metall oder Mauerwerk: Die Zähne brechen oder verschleißen sofort.
- Blatt mit falscher Bohrung durch Reduzierring „passend gemacht“.
- Stumpfes Blatt weiterverwendet.
- Blatt verkehrt herum montiert: Die Zähne müssen in Schnittrichtung zeigen (Drehrichtungspfeil auf dem Blatt).
Passend zum Bedarf
Allrounder für Holz und Leisten
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Wie viele Zähne sollte ein Kreissägeblatt haben?
Für Längsschnitte in Vollholz genügen 24 Zähne oder weniger, für Querschnitte und Arbeitsplatten 40 bis 60 Zähne. Für Laminat und beschichtete Platten nehmen Sie ein spezielles Blatt mit hoher Zähnezahl.
Was bedeutet T-Schaft bei Stichsägeblättern?
Der T-Schaft ist die Standardaufnahme moderner Stichsägen, die Blätter ohne Werkzeug wechseln. Ältere Geräte nutzen Universalschäfte, die nicht immer mit anderen Herstellern kompatibel sind.
Warum fransen Laminat und Platten an der Schnittkante aus?
Die Zähne treten dort aus dem Material aus und reißen die Beschichtung heraus. Wählen Sie ein feines Blatt, kleben Sie die Schnittlinie ab und legen Sie die Sichtseite auf die richtige Seite der Maschine.
Kann ich ein Holzblatt für Metall nehmen?
Nein. Metall braucht Blätter aus verschleißfesterem Stahl mit feiner Zahnung. Ein Holzblatt wird stumpf oder bricht und kann dabei gefährlich splittern.
Quellen
- Festool: Informationen zu Kreissägeblättern – Zahnformen, Anwendungen, Durchmesser, Schnittbreite, Bohrung
- Herstellerdatenblatt Stichsägeblatt für Holz: T-Schaft, 100 mm, Zahnteilung 4–5,2 mm, HCS, 5–50 mm (Bosch Professional)
- Wikipedia: Stichsäge – Aufnahmen, Ausrisse, umgekehrte Zahnstellung
- BG BAU: Merkblatt B 265 – Baustellenkreissägen (Sägeblätter kennzeichnen, aussortieren, Spaltkeil)