Unterkonstruktion für die Terrasse: Abstände, Gefälle und Untergrund
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Gehwegplatten auf Splitt, Verstellfüße oder Punktfundamente? Welche Unterkonstruktion trägt Ihre Terrassendielen, in welchem Abstand sie liegt und wie Wasser abläuft.
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Was die Unterkonstruktion leisten muss
Die Unterkonstruktion trägt die Dielen, verteilt die Last auf den Unterbau und hält den Belag über dem Boden. Dazu muss sie drei Dinge können: sich nicht setzen, Wasser ableiten und rundum belüftet bleiben. Holz, das auf feuchtem Erdreich liegt, verrottet. Ein Hersteller von Terrassendielen verlangt deshalb ausdrücklich, dass die Konstruktion nicht im Wasser steht und dass die Hölzer gut abtrocknen können. BauNetz Wissen nennt für Holzbeläge „allseitige Umlüftung der Belagbretter“.
Untergrund und Unterbau: drei übliche Varianten
Welche Variante passt, hängt von Boden, Höhe und Budget ab. Für Heimwerker ist die erste Variante die gängigste.
| Variante | Aufbau | Geeignet für |
|---|---|---|
| Platten auf Schotter und Splitt | Aushub, 15–20 cm Schotter verdichtet, ca. 5 cm Splittbett, Betonplatten (mind. 3 × 20 × 20 cm) oder Randsteine (mind. 3 × 20 × 100 cm), darauf die UK | ebenerdige Terrassen auf tragfähigem Boden; geringe Aufbauhöhe; mit Gefälle im Splittbett |
| Verstellfüße oder Stelzlager | feste, tragende, ebene Fläche, darauf höhenverstellbare Füße und die UK | vorhandene Betonplatte oder alter Plattenbelag; gleichen Höhe und Gefälle aus (laut einem Hersteller Neigungen von 0,5 bis 10 %) |
| Punktfundamente | betonierte Einzelfundamente bis in frostfreie Tiefe, darauf Pfosten oder Balken | erhöhte Terrassen und schwierige Böden; Planung mit Statik; siehe Frostfreie Gründung |
Die Menge an Schotter und Splitt berechnen Sie mit dem Kies-Rechner. Zwischen Erdreich und Unterbau gehört ein Wurzelvlies; das verhindert Durchwuchs. Eine Sandschicht mit Kiesschüttung und darauf ein Wurzelvlies empfiehlt auch ein Hersteller von Holzdielen als Grundlage. Ist der Boden lehmig und staut Wasser, planen Sie eine Drainage ein; ein Hersteller nennt das ausdrücklich, wenn die Entwässerung sonst nicht gesichert ist.
Material der Unterkonstruktion: Holz oder Aluminium
Holz: Der Querschnitt beträgt mindestens 45 × 70 mm, die Hölzer liegen hochkant und bestehen aus einer gleichwertigen Holzart wie der Belag. Nach BauNetz Wissen sind für Beläge in Gebrauchsklasse GK 3.1 Lärche oder Douglasie (Kernholz) üblich, für GK 3.2 sibirische Lärche, Eichenkernholz oder Bongossi. Gummigranulat-Unterlegpads unter den Hölzern und Schutzband auf der Oberseite verhindern, dass Wasser stehen bleibt. Sie liegen nicht auf der wasserführenden Schicht, sondern zum Beispiel auf Betonverlegeplatten.
Aluminium: Profile mit 25 × 40 mm oder 50 × 40 mm sind verbreitet, vor allem bei WPC. Nach Herstellerangabe sind Auflagepunkte alle 50 cm (25 × 40 mm) bzw. alle 75 cm (50 × 40 mm) nötig, bei Verstellfüßen mindestens alle 50 cm. Bei Kreuzlattung werden beide Ebenen an allen Kreuzpunkten verschraubt, Alu-Profile solo mit Winkeln je Meter und zwingend vorgebohrt. Alu verrottet nicht, kostet aber mehr als Holz.
Abstände: Achsabstand und Auflager
Der Achsabstand ist von Mitte zu Mitte der Linien gemessen. Er hängt vom Belag ab; die Anleitung der Dielen hat Vorrang.
| Belag | Achsabstand der UK (max.) | Quelle |
|---|---|---|
| Hart- und Nadelholz, 21 mm | 40 cm | Herstellerangabe |
| Hart- und Nadelholz, 25–27 mm | 50 cm | Herstellerangabe |
| Hartholz, 38–45 mm | 75 cm (bei einer Bangkirai-Diele 38 mm: 100 cm) | Herstellerangabe |
| Thermoholz | 35 cm (20–25 mm), 50 cm ab 32 mm | Herstellerangabe |
| WPC-/BPC-Dielen | 35 cm im Beispiel eines Herstellers; an Rändern liegt eine zweite UK 10–18 cm neben der ersten | Herstellerangabe |
Bei höherer Belastung durch Grill, Sitzgruppen oder Pflanzkübel verringern Sie den Abstand. Dielen dürfen höchstens 5 cm (Holz) bzw. 2 cm (WPC-Beispiel) über die letzte UK hinausstehen. Stöße von Dielen liegen nie auf nur einer UK; unter einem Dielenstoß liegen zwei Unterkonstruktionen. Stöße der UK-Hölzer selbst werden versetzt.
Gefälle und Wasserableitung
Terrassen brauchen ein Gefälle, damit Regenwasser abläuft. Hersteller geben 1 bis 2 % an, BauNetz Wissen nennt „ein ungestörtes Gefälle von 2 % in Brettlängsrichtung“. Das Gefälle zeigt vom Haus weg und liegt in Dielenrichtung, sodass das Wasser in den Fugen und Längsrillen abläuft. Bei 4 m Dielenlänge sind 2 % genau 8 cm Höhenunterschied. Wie Sie das umrechnen, zeigt der Gefälle-Rechner. Das Gefälle bauen Sie am besten schon in das Splittbett ein: Die Platten liegen dann schon in der richtigen Höhe, und die UK-Linien liegen waagerecht.
Anschluss ans Haus und Ränder
Zu Mauerwerk halten Hersteller mindestens 15 mm Abstand (Holz) bzw. 2 cm (eine WPC-Anleitung). Dort darf kein Wasser stehen und die Fassade nicht beschädigt werden. Der Übergang zur Terrassentür ist ein Sonderfall: Schwelle, Abdichtung und Entwässerungsrinne gehören zur Gebäudehülle. Wenn Ihre Planung die Abdichtung berührt oder eine Stufe unter der Schwelle entsteht, fragen Sie den Fachbetrieb oder das Bauamt.
Häufige Fehler
- Holz im Erdreich. Lagerhölzer ohne Abstand zum Boden verrotten. Immer auf Platten, Pads oder Füße legen.
- Zu großer Abstand. Federnde Dielen und Risse sind die Folge. Halten Sie sich an die Herstellerangabe zur Brettstärke.
- Gefälle quer zu den Dielen. Wasser bleibt dann in den Fugen stehen. Das Gefälle läuft in Dielenrichtung.
- Splitt statt Schotter als Tragschicht. Die Tragschicht aus Schotter muss verdichtet sein; Splitt dient nur dem Ausrichten.
- Kein Vlies. Ohne Wurzelvlies wächst Unkraut durch die Fugen nach oben.
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Angebote bei Amazon ansehenHäufige Fragen
Wie groß ist der Abstand der Unterkonstruktion bei Terrassendielen?
Das hängt von Material und Dicke. Ein Hersteller nennt höchstens 40 cm bei 21 mm, 50 cm bei 25–27 mm und 75 cm bei 38–45 mm; für Thermoholz 35 cm, für WPC im Beispiel ebenfalls 35 cm. Die Anleitung der Dielen ist verbindlich.
Wie viel Gefälle braucht die Terrasse?
Hersteller nennen 1 bis 2 % in Dielenrichtung, weg vom Haus. BauNetz Wissen nennt 2 % in Brettlängsrichtung. Bei 4 m Länge sind das 4 bis 8 cm Höhenunterschied.
Kann ich die Unterkonstruktion direkt auf den Boden legen?
Nein. Holz darf nicht im Wasser stehen, und auch Alu braucht einen tragfähigen, entwässerten Unterbau. Üblich sind verdichteter Schotter, Splitt und Betonplatten oder Verstellfüße auf festem Untergrund.
Brauche ich ein Fundament für eine Terrasse?
Bei ebenerdigen Terrassen genügt meist ein verdichteter Unterbau. Erhöhte Terrassen, schwierige Böden oder Überdachungen verlangen Punktfundamente bis in die frostfreie Tiefe und eine Planung durch Fachleute. Fragen Sie das Bauamt.
Quellen
- Hinweise zur Terrassenmontage mit System: Unterkonstruktion, Achsabstände, Gefälle 1–2 %, Schrauben (Osmo)
- Hinweise zur Terrassenmontage (Holz): Achsabstände je Brettstärke, Vorbohren, Hirnholz, Belüftung (Osmo)
- Montageanleitung WPC/BPC-Dielen: Unterbau, Achsabstand 35 cm, Stoßfugen, Gefälle 2 %, Pflege (Osmo Multi-Deck)
- BauNetz Wissen: Balkone und Terrassen aus Holz (Gebrauchsklassen, Gefälle 2 % in Brettlängsrichtung, Belüftung)
- Montageanleitung Terrassenplatten auf Alu-Unterkonstruktion und Verstellfüßen: Gefälle 2 %, Verstellfüße 0,5–10 % (Osmo Cewo-Deck)