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Vergleich

Gipskarton oder Gipsfaserplatte: Was passt zu Ihrer Wand?

Aktualisiert am

Gipskarton ist leicht, günstig und einfach zu verarbeiten. Gipsfaser ist fester und hält Schrauben besser. Der Vergleich zu Aufbau, Lasten, Feuchte, Verarbeitung und Preis.

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Was passt zu Ihnen?

Trockene Wohnräume, Ständerwand und Dachausbau ohne besondere LastenGipskartonplatte

Gipskarton ist leichter, günstiger und lässt sich einfacher schneiden, schrauben und spachteln. Für Wände, an denen nur Bilder hängen, ist sie die wirtschaftliche Wahl.

Regale, Wandschränke und robuste Wände ohne zusätzliche TraversenGipsfaserplatte

Gipsfaserplatten sind fest und nehmen Schrauben direkt auf. Leichte und mittelschwere Lasten halten mit hintergreifenden Dübeln. Für sehr schwere Lasten gehören trotzdem Traversen oder Holz in die Wand.

Küche und privates Bad hinter FliesenBeides geht

Beide brauchen hinter Fliesen eine Abdichtung. Die imprägnierte Gipskartonplatte (Typ H2) ist für Spritzwasser vorgesehen, die Gipsfaserplatte ist hydrophobiert. Bodengleiche Duschen verlangen weder die eine noch die andere, sondern eine zementgebundene oder spezielle Nassraumplatte.

Gipskartonplatte vs Gipsfaserplatte

UnterschiedGipskartonplatteGipsfaserplatte
AufbauGipskern mit Kartonummantelungetwa 80 % Gips, 20 % Papierfasern, ohne Karton gepresst
DickenAusbauplatten 12,5–18 mm10, 12,5, 15 und 18 mm
Gewichteher leicht12,5 mm: etwa 14,5 kg/m²
Schrauben und Lastenweicher Kern; etwa 40 kg je laufendem Meter bei 12,5 mm, Hohlraumdübel nötigfest; Schrauben mit durchgehendem Gewinde (mind. 5 mm) und hintergreifende Dübel direkt in der Platte
FeuchteStandard nur trocken; GKBI (H2) bei Spritzwasser, W1-Ihydrophobiert, Dickenquellung unter 2 % nach 24 h im Wasser; im Bad Abdichtung nötig
SchneidenRitzen und brechen, Gipskartonsäge; Fuchsschwanz ungeeignetRitzen und brechen oder Fuchsschwanz/Stichsäge; härter
SchraubenSchnellbauschrauben mit Trompetenkopfeigene Schnellbauschrauben; Trompetenkopfschrauben versenken sich nicht
FugenFugenspachtel, Bewehrungsstreifen; Kanten AK/HRAKSpachtelfuge 6–9 mm bei 12,5 mm, in 2–3 Gängen, oder verklebt
BrandschutzTyp F im geprüften AufbauBaustoffklasse A2; Brandschutz über den Aufbau
Preisgünstigerdeutlich teurer (ein Ratgeber nennt etwa das Doppelte je m²)

Der Kernunterschied: Aufbau und Härte

Die Gipskartonplatte besteht aus einem Gipskern, der beidseitig mit Karton ummantelt ist. Der Karton gibt Zugfestigkeit, der Kern ist vergleichsweise weich. Gipsfaserplatten bestehen zu etwa 80 % aus Gips und zu etwa 20 % aus Papierfasern aus Altpapier, die unter hohem Druck ohne weitere Bindemittel gepresst, getrocknet und hydrophobiert werden. Sie sind in der Masse gleichmäßig aufgebaut, dadurch fester und mit etwa 14,5 kg/m² (bei 12,5 mm) auch schwerer.

Lasten und Schrauben

Bei Gipskarton sitzt jede Schraube im weichen Kern. Deshalb braucht die Wand Hohlraumdübel; bei einlagiger Beplankung ab 12,5 mm werden etwa 40 kg je laufendem Meter Wand genannt, bei Hohlraumdübeln pro Dübel 25 bis 50 kg je nach Dübel und Beplankung. Schwere Lasten gehören an die Unterkonstruktion oder in eine eingebaute Traverse. Gipsfaserplatten halten Schrauben besser. Der Hersteller nennt als Beispiel Bilder, Gemälde und Wandleuchter, befestigt mit hintergreifenden Dübeln und Schrauben mit durchgehendem Gewinde und mindestens 5 mm Durchmesser. Ein Ratgeberportal beschreibt, dass sich Schrauben bis etwa 10 mm an die Kante setzen lassen. Details zur Befestigung finden Sie unter Schwere Lasten an Gipskarton.

Feuchte und Bad

Standardplatten sind für trockene Räume gedacht. Die imprägnierte Platte (Typ H2, GKBI) nimmt Wasser verzögert auf und ist für private Bäder und Küchen mit mäßiger Beanspruchung (Klasse W1-I nach DIN 18534) vorgesehen. Die Gipsfaserplatte ist hydrophobiert und quillt nach 24 Stunden im Wasser um weniger als 2 %. Im häuslichen Bad verlangt der Hersteller trotzdem eine Abdichtung der Plattenoberfläche. Für eine bodengleiche Dusche (Klasse W2-I) sind nach einer Zusammenfassung der Norm nur feuchteunempfindliche Untergründe zulässig; dafür gibt es zementgebundene Platten. Mehr dazu in Abdichtung im Bad und Gipskartonplatten im Überblick.

Verarbeitung: was ist einfacher?

Gipskarton gilt als einfacher zu verarbeiten: ritzen, brechen, schrauben, spachteln, schleifen. Gipsfaser ist härter. Sie lässt sich ebenfalls ritzen und brechen, Bohrer und Sägeblätter verschleißen aber schneller. Verwenden Sie die vom Hersteller vorgesehenen Schnellbauschrauben, weil Trompetenkopfschrauben für Gipskarton sich in der festen Platte nicht versenken. Die Fugen füllen Sie bei Gipsfaser in einer Spachtelfuge von 6 bis 9 mm Breite (bei 12,5 mm Dicke) in zwei bis drei Arbeitsgängen oder verkleben sie. Zu schmale Fugen entziehen dem Spachtel zu schnell Wasser und reißen. Die Anleitung steht unter Gipskarton spachteln.

So entscheiden Sie

Passend zum Bedarf

Gipskartonplatte für Wohnräume

Worauf achten: Typ A (GKB), 12,5 mm, 1.250 mm breit, Kante AK oder HRAK

Übliche Preisspanne: 6–12 €

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Gipsfaserplatte für belastbare Wände

Worauf achten: Gipsfaserplatte 12,5 mm, passende Schnellbauschrauben vom Hersteller, Fugenspachtel oder Fugenkleber

Übliche Preisspanne: 14–30 €

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Häufige Fragen

Welche Platte nehme ich für ein Regal an der Wand?

Gipsfaser nimmt Schrauben besser auf als Gipskarton. Bei Gipskarton bleiben Sie mit Hohlraumdübeln im Rahmen der Herstellerlasten oder bauen Traversen ein. Bei beiden gilt: Schwere Lasten gehören in die Unterkonstruktion.

Kann ich Gipskartonschrauben in Gipsfaserplatten verwenden?

Nein. Die Trompetenkopfschrauben für Gipskarton versenken sich in der festen Gipsfaserplatte nicht. Nehmen Sie die vom Hersteller vorgesehenen Schnellbauschrauben.

Ist die Gipsfaserplatte für das Bad besser?

Sie ist hydrophobiert und quillt wenig, braucht im Bad aber ebenso eine Abdichtung hinter Fliesen. In der bodengleichen Dusche benötigen Sie eine Platte, die für die hohe Wassereinwirkung vorgesehen ist.

Wie unterscheiden sich die Preise?

Gipsfaserplatten sind je Quadratmeter deutlich teurer. Ein Ratgeber nennt etwa das Doppelte, ohne Datum. Aktuelle Preise finden Sie bei den Anbietern; rechnen Sie Schrauben und Fugenmaterial mit ein.

Quellen

  1. fermacell: Gipsfaserplatten (Zusammensetzung, Dicken, Gewicht, Feuchteverhalten, Brandschutz)
  2. fermacell: Fragen und Antworten (Bad, Konsollast, Spachtelfuge, Schneiden, Schrauben)
  3. sanier.de: Fermacell oder Rigips – Gipsfaser- und Gipskartonplatten im Vergleich
  4. Siniat: Gipskartonplatten (Typen nach DIN EN 520 und DIN 18180, Zuordnung GKB, GKBI, GKF)
  5. sanier.de: Belastbarkeit von Gipskartonwänden (Last je Dübel und je laufendem Meter)
  6. Weber: Abdichtungsnorm DIN 18534 (Wassereinwirkungsklassen W0-I bis W3-I, zulässige Untergründe)

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