Heizkörper lackieren: Material, Zeit und Ablauf Schritt für Schritt
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Welcher Lack auf einen Heizkörper darf, warum er nur kalt gestrichen wird und wie Sie Rost, Rückseite und Thermostatkopf behandeln, bevor die Heizung wieder läuft.
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Vor dem Kauf
Wann lackieren? Am besten außerhalb der Heizsaison. Der Heizkörper muss kalt sein und bleiben, bis der Lack trocken ist: Das Merkblatt eines Heizkörperlacks verlangt, nur kalte Heizkörper zu lackieren. Stellen Sie die Heizung an der Regelung ab (Sommerbetrieb) und warten Sie, bis der Heizkörper vollständig kalt ist. Die Heizungsanlage selbst, besonders die Therme, fassen Sie nicht an; Arbeiten daran gehören zum SHK-Fachbetrieb.
Rost und Leck prüfen. Sehen Sie sich die Ventile und Anschlüsse an: Feuchte, Verfärbung oder Tropfen weisen auf ein Leck hin. Dann nicht lackieren, sondern einen SHK-Fachbetrieb rufen. Rostpunkte werden entrostet und mit Rostschutzgrund versehen.
Welcher Lack? Heizkörperlack ist für Wärme ausgelegt und vergilbt weniger. Ein Merkblatt nennt „hitze- und vergilbungsbeständig“, ein anderes Temperaturbeständigkeit bis 80 °C. Prüfen Sie die Angabe des Herstellers und vergleichen Sie sie mit der Vorlauftemperatur Ihrer Anlage (siehe Typenschild oder Vermieter). Normale Wandfarbe oder Möbellack ist ungeeignet.
Mietwohnung. Heizkörper gehören in vielen Mietverträgen zu den Schönheitsreparaturen. Die Wirksamkeit der Klausel hängt davon ab, in welchem Zustand die Wohnung übergeben wurde; siehe Schönheitsreparaturen beim Auszug.
Das brauchen Sie
Heizkörperlack, weiß, 750 ml
12–25 €Ein Plattenheizkörper in üblicher Größe braucht meist eine Dose. Laut Merkblatt reichen 120 bis 130 ml/m² je Anstrich: 750 ml decken rechnerisch etwa 6 m² je Anstrich. Rippenheizkörper haben mehr Fläche.
Worauf achten: Heizkörperlack, wasserbasiert, hitze- und vergilbungsbeständig, für Warmwasserheizkörper, Temperaturangabe im Merkblatt beachten
Angebote bei Amazon ansehenHeizkörperrolle, kurzflorig, und Heizkörperpinsel
8–20 €Eine schmale Schaumstoff- oder Velourrolle (5–11 cm) deckt die Fläche gleichmäßig. Ein abgewinkelter Pinsel erreicht die Rippen und Zwischenräume.
Worauf achten: Schaumstoff- oder Velourwalze 5–11 cm mit langem Griff, Pinsel mit abgewinkeltem Stiel
Angebote bei Amazon ansehenSchleifvlies oder Schleifpapier, Körnung 240
3–8 €Mattiert den Altlack, damit der neue Lack haftet. Lose Farbe wird bis zum tragfähigen Untergrund entfernt (Merkblatt).
Worauf achten: Schleifvlies fein oder Schleifpapier K240
Angebote bei Amazon ansehenEntfetter oder Universalreiniger
4–10 €Heizkörper sind staubig und fettig. Der Lack haftet nur auf sauberem, trockenem Untergrund.
Worauf achten: Entfetter oder Universalreiniger, rückstandsfrei
Angebote bei Amazon ansehenMalerkrepp, 30 mm
3–7 €Schützt Wand, Fußleiste und Rohranschlüsse vor Lack. Ventile und Verschraubungen werden nur abgeklebt, nicht verstellt.
Worauf achten: Präzisionskrepp, Innen, für Lack
Angebote bei Amazon ansehenAbdeckfolie
4–10 €Für Wand und Boden unter dem Heizkörper. Heizkörperlack tropft in die Ritzen.
Worauf achten: Malerfolie 4 × 5 m
Angebote bei Amazon ansehenMalervlies, 1 m breit
12–30 €Fängt Tropfen am Boden auf und verhindert Rutschen. Bei Heizkörpern am Fenster bleibt viel Farbe auf dem Boden.
Worauf achten: rutschhemmend, flüssigkeitsdicht
Angebote bei Amazon ansehenPraktisch, aber optional
Rostschutzgrund, 375 ml
8–18 €Nur an Rostpunkten und blanken Metallstellen. Vorher entrosten (Merkblatt: korrodierte Stellen entrosten).
Worauf achten: Rostschutzgrund, für Heizkörper geeignet, überlackierbar mit Wasserlack
Angebote bei Amazon ansehenDrahtbürste
3–8 €Entfernt losen Lack und Rost an Ecken und Rippen, bevor Sie schleifen.
Worauf achten: Handdrahtbürste mit Stahlborsten
Angebote bei Amazon ansehenHeizkörperlack als Spray für Ausbesserungen
8–15 €Für Ausbesserungen an Ecken und Rückseiten. Spraydosen erreichen Stellen, die Pinsel nicht erreichen.
Worauf achten: wasserbasiert, Temperaturbeständigkeit angegeben, verkehrsweiß
Angebote bei Amazon ansehenWerkzeug
- Staubsauger mit Staubklasse M und Lappen
- Cuttermesser für Krepp
- Rührholz
- Taschenlampe für die Rückseite
- Kleiner Spiegel (für die Rückseite des Heizkörpers)
- Schutzbrille und Handschuhe
Schritt für Schritt
- Heizung ausschalten und abkühlen lassen. Die Heizung an der Regelung abschalten (am einfachsten außerhalb der Heizsaison). Warten, bis der Heizkörper vollständig kalt ist; das dauert je nach Größe einige Stunden.
- Abdecken. Boden mit Vlies und Wand hinter und neben dem Heizkörper mit Folie und Krepp schützen. Der Thermostatkopf wird, wenn er sich von Hand lösen lässt, abgenommen; andernfalls abkleben.
- Reinigen. Heizkörper gründlich entstauben (mit Lappen oder Heizkörperbürste), mit Entfetter abwaschen und trocknen lassen. Alle Rippen und die Rückseite beachten.
- Lose Farbe und Rost entfernen. Lose Lackschichten mit der Drahtbürste lösen, Rostpunkte schleifen. Rostschutzgrund auftragen und nach Angabe trocknen lassen.
- Anschleifen. Gut haftenden Altlack mit Körnung 240 mattieren. Alle Flächen müssen stumpf aussehen. Staub absaugen und mit feuchtem Tuch abwischen.
- Lack aufrühren. Dose gut schütteln oder umrühren. Wasserbasierten Lack nicht verdünnen, wenn das Merkblatt es nicht erlaubt.
- Dünn streichen. Zuerst mit dem Pinsel Ecken und Rippen, dann mit der Rolle die Flächen. Streichen Sie dünn und gleichmäßig; dicke Schichten laufen und verschlechtern die Wärmeabgabe. Mit dem Spiegel die Rückseite kontrollieren.
- Trocknen. Das Merkblatt nennt für einen Heizkörperlack oberflächentrocken nach etwa 1 bis 2 Stunden und überarbeitbar nach 10 bis 12 Stunden. Zweiter Anstrich bei Bedarf nach dieser Zeit, wieder dünn.
- Krepp abziehen. Solange der letzte Anstrich noch weich ist, das Band abziehen; bei durchgetrocknetem Lack vorher mit dem Cutter anritzen.
- Thermostat wieder aufsetzen. Wenn der Lack durchgetrocknet ist, den Kopf aufsetzen und die Überwurfmutter von Hand festdrehen. Die Heizung langsam wieder anstellen, in kleinen Schritten, wie es auch die Anleitung von toom beschreibt.
- Aufräumen. Werkzeug mit Wasser und Seife auswaschen. Reste nicht in den Ausguss; siehe Farbreste entsorgen.
Günstiger oder hochwertiger
Günstiger: Eine Dose Lack, ein Schleifvlies und eine kleine Rolle genügen für einen Heizkörper. Folie statt Vlies spart etwas, schützt aber den Boden schlechter.
Hochwertiger: Ein Heizkörperlack mit hoher Temperaturbeständigkeit und gutem Verlauf, dazu ein langer Heizkörperpinsel, ergibt ein gleichmäßigeres Bild. Bei starkem Rost lohnt Rostschutzgrund auf der ganzen Fläche.
Handwerker: Für das Lackieren von Heizkörpern nennen Kostenportale meist Preise je Heizkörper; sie schwanken stark. Wer zusätzlich Ventile oder Thermostate tauschen lassen will, bestellt dafür einen SHK-Fachbetrieb.
Häufige Fragen
Welche Farbe für Heizkörper?
Heizkörperlack, der für die Heiztemperatur ausgelegt ist: wasserbasiert, hitze- und vergilbungsbeständig, in Weiß oder Wunschfarbe. Wandfarbe oder normaler Möbellack ist nicht dafür gemacht und vergilbt.
Darf ich einen warmen Heizkörper lackieren?
Nein. Das Merkblatt eines Heizkörperlacks verlangt, nur kalte Heizkörper zu lackieren. Schalten Sie die Heizung ab und lassen Sie den Heizkörper vollständig abkühlen, bevor Sie anfangen.
Wann kann die Heizung wieder an?
Wenn der Lack trocken ist. Als Beispiel nennt ein Merkblatt „überarbeitbar nach 10 bis 12 Stunden“. Heizen Sie dann langsam wieder hoch. Befolgen Sie die Angaben des Lackherstellers; einzelne Produkte geben abweichende Hinweise zur Wiederinbetriebnahme.
Muss ich den Heizkörper abnehmen?
Nein, und Sie sollten es nicht. Abnehmen, Entleeren und Anschließen gehören zu einem SHK-Fachbetrieb. Mit langem Heizkörperpinsel und einer schmalen Rolle erreichen Sie die Fläche am montierten Heizkörper.
Quellen
- Technisches Merkblatt Heizkörperlack: nur kalte Heizkörper, 120–130 ml/m², überarbeitbar nach 10–12 Stunden (Schöner Wohnen Farbe)
- Technisches Merkblatt Heizkörperlack (Spray): wasserbasiert, temperaturbeständig bis 80 °C, Altlack anschleifen (Hornbach)
- toom: Heizkörper lackieren (Ablauf, Heizung aus, dünn streichen, langsam wieder aufheizen)
- BG BAU: Staub-Flyer (an der Quelle absaugen, Staubklasse M, nicht kehren, mindestens P2)