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Projekt

Wandregal selber bauen: Holz, Regalträger, Befestigung

Aktualisiert am

Ein Regalbrett aus Leimholz mit verdeckten Trägern bauen: Brettstärke und Abstand, Bohrbild, passende Dübel für Massivwand und Gipskarton und welche Last realistisch ist.

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Geschätztes Budget45–122 €
Das brauchen Sie5 Positionen
SchwierigkeitLeicht
Zeitaufwand2–3 Stunden

Vor dem Kauf

Brettstärke und Abstand. Ein Regalbrett hängt umso mehr durch, je länger die freie Spannweite ist. Vereinfacht gilt: Verdoppeln Sie die Spannweite, wächst die Durchbiegung auf das Achtfache. Verdoppeln Sie dagegen die Brettstärke, sinkt sie auf ein Achtel. Deshalb helfen 28 mm Leimholz mehr als ein zusätzlicher Träger bei 18 mm. Als Ausgangswert für beladene Bücherregale gelten Trägerabstände bis etwa 60 cm; bei schwerer Last lieber enger. Wiegen Sie einmal einen Meter Ihrer Bücher oder Ordner ab, bevor Sie planen.

Wand bestimmen. Ob Beton, Kalksandstein, Lochziegel oder Gipskarton: Probebohrung an verdeckter Stelle, Bohrmehl und Widerstand beurteilen. Die Details stehen im Ratgeber Welcher Dübel für welche Wand?. Bei Gipskarton hilft der Ratgeber Schwere Lasten an Gipskarton.

Last an Gipskarton. Ein großer Plattenhersteller nennt für Metallständerwände ab 12,5 mm Plattendicke Konsollasten bis 0,4 kN je Meter Wandlänge, also rund 40 kg, bei 30 cm Ausladung, befestigt mit Hohlraumdübeln. Ein Ratgeberportal nennt je Metall-Hohlraumdübel in einlagig beplankter Wand etwa 30 kg, wobei der Wert sinkt, wenn die Dübel näher als 15 cm beieinander sitzen. Je tiefer das Regal in den Raum ragt, desto weniger darf es tragen. Für Bücher in Gipskarton setzen Sie die Träger deshalb möglichst auf die Metallständer (Abstand meist 62,5 cm).

Leitungen. Elektroleitungen verlaufen nach DIN 18015-3 in festgelegten Zonen: waagerecht 15 bis 45 cm unter der Decke und über dem Fußboden, senkrecht etwa 10 bis 30 cm neben Ecken, Türen und Fenstern sowie über und unter Steckdosen. In Küche und Hobbyraum kommt eine Zone 100 bis 130 cm über dem Boden für Steckdosen über Arbeitsflächen hinzu, also genau dort, wo Regale oft hängen. Bohren Sie außerhalb dieser Zonen oder prüfen Sie mit einem Suchgerät.

Leitung getroffen? Nicht weiterbohren, Sicherung des Stromkreises ausschalten und eine Elektrofachkraft rufen. Auch Wasserleitungen in Bad und Küche verlaufen oft senkrecht über und unter den Anschlüssen.

Mietwohnung. Bohrlöcher sind in der Regel Teil der üblichen Nutzung, trotzdem sollten Sie im Mietvertrag nachlesen und größere Eingriffe wie Fliesenlöcher mit dem Vermieter klären. Wie Sie Dübellöcher beim Auszug verschließen, steht im Projekt Dübellöcher verschließen.

Das brauchen Sie

Leimholzplatte Fichte oder Kiefer, 18–28 mm, 80 × 20–25 cm

15–40 €

Das Regalbrett: Leimholz aus verleimten Lamellen verzieht sich weniger als ein einzelnes Brett. Mit 18 mm geht es bei kurzer Spannweite; mit 28 mm trägt es deutlich mehr, ohne durchzuhängen.

Worauf achten: Leimholzplatte (Fichte, Kiefer), Oberfläche geschliffen, Kanten möglichst gefast; Zuschnitt auf Maß im Baumarkt möglich

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Verdeckte Regalträger (Bolzenträger), 2 Stück

10–30 €

Der Träger wird in die Wand geschraubt, der Stahlbolzen verschwindet in einer Bohrung in der Brettunterseite. Das Regal wirkt schwebend.

Worauf achten: Stahl, Bolzenlänge 120–200 mm, Bolzendurchmesser meist 10–12 mm, angegebene Traglast je Träger, Schraubenlöcher für 6-mm-Schrauben

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Dübel und Schrauben passend zur Wand (Universaldübel 8 mm mit Schrauben 6 × 60 mm)

8–20 €

Der Dübel bestimmt, wie viel das Regal trägt. Welcher Dübel in welche Wand gehört, steht im Ratgeber „Welcher Dübel für welche Wand?“.

Worauf achten: Universaldübel 8 mm für Voll- und Lochstein, Schraubendurchmesser nach Herstellerangabe (4,5–6 mm), Bohrer mit Hartmetallspitze 8 mm

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Schleifpapier Körnung 120 und 180, je 3 Bogen

4–10 €

Kanten leicht brechen und die Oberfläche glätten, bevor Sie lasieren oder ölen.

Worauf achten: Papier P120 und P180 (FEPA), Korund, auf Schleifklotz oder in Klettform

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Möbelöl oder Klarlack, 0,375 l

8–22 €

Eine geschlossene Oberfläche hält Staub und Feuchtigkeit ab und lässt sich abwischen.

Worauf achten: für Möbel und Innenholz, lösemittelarm, mit Hinweis zu Trocknung und Überarbeitung

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Praktisch, aber optional

Hohlraumdübel Metall für Gipskarton, 4–6 Stück

8–25 €

Nur nötig, wenn Ihre Wand aus Gipskarton besteht und Sie nicht in einen Ständer treffen. Dann ersetzen Metall-Hohlraumdübel die Universaldübel.

Worauf achten: Metall-Hohlraumdübel für 12,5-mm-Platten, Traglast und Plattendicke auf der Packung

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Leitungs- und Metallsuchgerät

20–60 €

Es zeigt Metall, Rohre und spannungsführende Leitungen an. Es ersetzt keine Vorsicht, hilft aber beim Anzeichnen der Bohrstellen.

Worauf achten: Anzeige für Metall und Wechselspannung, Tiefenangabe, Betrieb mit Batterie

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Wasserwaage 60 cm

8–25 €

Für das waagerechte Bohrbild. Ein Zollstock mit Wasserwaagenfunktion tut es notfalls auch.

Worauf achten: Länge 40–60 cm, drei Libellen, Magnetleiste

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Werkzeug

Schritt für Schritt

  1. Position und Last planen. Höhe, Länge und Tiefe festlegen. Gewicht der geplanten Last grob schätzen (Bücher abwiegen) und mit Wandart und Trägerlast abgleichen. Reicht die Wand nicht, wählen Sie ein kürzeres Brett oder setzen die Träger auf Ständer oder in Massivwand.
  2. Wand prüfen. Leitungssucher einsetzen, Installationszonen meiden, an gewünschter Stelle probebohren (6 mm, ohne Schlag), Bohrmehl beurteilen.
  3. Bohrbild anzeichnen. Träger gegen die Wand halten, mit der Wasserwaage waagerecht ausrichten und die Schraublöcher markieren. Beide Träger auf gleicher Höhe, Abstand etwa ein Fünftel der Brettlänge vom Rand.
  4. Bohren und dübeln. Löcher passend zum Dübel bohren: Tiefe = Dübellänge plus mindestens 10 mm. Bei Lochziegel und Porenbeton ohne Schlag bohren. Bohrmehl absaugen, Dübel einsetzen.
  5. Träger montieren. Mit Schrauben festziehen, die der Dübel verlangt. Die Bolzen müssen waagerecht und parallel stehen; mit der Wasserwaage prüfen. Nicht überdrehen.
  6. Brett zuschneiden und schleifen. Auf Länge sägen, Kanten mit P120, Fläche mit P180 schleifen, Staub abwischen. Hartholz- und Weichholzstaub absaugen, nicht blasen.
  7. Bohrungen im Brett setzen. Bolzenabstand von der Unterseite abmessen, Bohrungen exakt passend zum Bolzen und etwas tiefer als die Bolzenlänge setzen, ohne das Brett zu durchbohren. Zwischen Bohrung und Oberseite bleiben mindestens 8 bis 10 mm Holz stehen. Mit Klebeband die Tiefe am Bohrer markieren.
  8. Oberfläche behandeln. Öl oder Lack nach Herstellerangabe auftragen und trocknen lassen. Auch die Bohrungen kurz einölen.
  9. Brett aufschieben. Brett auf die Bolzen schieben, bis es an der Wand anliegt. Es sitzt ohne Spiel; ein dünner Streifen Klebeband am Bolzen hilft bei knappem Sitz. Sichern Sie das Brett bei Bedarf von unten mit einer kleinen Schraube durch den Träger.
  10. Belastung steigern. Zuerst leichte Gegenstände auflegen, später den Rest. Prüfen Sie nach einer Woche, ob das Brett noch waagerecht sitzt und die Dübel fest sind.

Günstiger oder hochwertiger

Günstiger: Sichtbare Winkelträger aus Stahl sind oft preiswerter als verdeckte Bolzenträger und erlauben mehr Last. Das Brett wird von oben verschraubt. Statt Leimholz genügt eine beschichtete Spanplatte P2 mit Kantenumleimer, wenn das Regal nur Zierrat trägt.

Hochwertiger: Eine Eichen- oder Buchenplatte mit 28 bis 40 mm sieht edel aus und trägt viel. Sie ist teurer, schwerer und benötigt Träger mit entsprechender Traglast. Ein Tischler fertigt auch Regale mit Wandschiene und in Wand eingelassenen Stützen.

Handwerker: Für Regale an Gipskarton ist ein Trockenbauer oder Tischler sinnvoll, wenn schwere Lasten oder lange Bretter geplant sind und die Wand zuvor mit einer Traverse verstärkt werden muss. Lassen Sie sich im Angebot den Wandaufbau und die Verstärkung gesondert aufführen.

Häufige Fragen

Wie viel Gewicht trägt ein Wandregal?

Das hängt von Wand, Dübel, Träger und Brett ab. Das schwächste Glied bestimmt die Last. Die Traglast der Träger steht auf der Packung, die des Dübels in der Herstelleraufstellung. In Gipskartonwänden nennt ein Plattenhersteller rund 40 kg je Meter Wandlänge bei 30 cm Tiefe und Befestigung in der Beplankung.

Welche Holzstärke brauche ich für ein Regalbrett?

Für Gegenstände im leichten Bereich reichen 18 mm bei kurzer Spannweite. Für Bücher und eine Spannweite von 60 bis 80 cm sind 25 bis 30 mm Leimholz sinnvoll. Je dicker das Brett, desto weniger Durchbiegung: Doppelte Stärke bedeutet ein Achtel der Durchbiegung.

Kann ich ein Regal in Gipskarton befestigen?

Ja, mit Hohlraumdübeln oder direkt in die Metallständer. Hohlraumdübel aus Metall tragen je nach Plattendicke etwa 30 bis 50 kg je Dübel, wenn der Abstand zwischen den Dübeln groß genug ist. Für Bücher sollten Sie die Ständer treffen.

Wie vermeide ich Leitungen beim Bohren?

Halten Sie Abstand zu Steckdosen und Schaltern, bohren Sie nicht senkrecht oder waagerecht in deren Linie und nutzen Sie ein Suchgerät. Treffen Sie dennoch eine Leitung, ist die Sicherung auszuschalten und eine Elektrofachkraft zu rufen.

Quellen

  1. Knauf: Konsollasten an Metallständerwänden, Dübelabstand nach DIN 18183-1
  2. sanier.de: Belastbarkeit von Gipskartonwänden (Hohlraumdübel, Plattenbelastung)
  3. tox: Dübelratgeber – Bohrverfahren, Bohrlochtiefe, Schwerlastbefestigung
  4. OBI Magazin: Der richtige Dübel (Schraubendurchmesser je Dübelgröße)
  5. sanier.de: Installationszonen nach DIN 18015-3

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