WPC-Terrasse selber bauen: Unterbau, Clips und Dehnungsfugen
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Von der Schotterschicht bis zur letzten Diele: Materialliste, Kosten und Reihenfolge für eine WPC-Terrasse von 12 m² auf Alu-Unterkonstruktion, mit Gefälle und richtigen Fugen.
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Vor dem Kauf
Menge berechnen. Mit dem Terrassendielen-Rechner bestimmen Sie Dielen, Unterkonstruktion und Clips. Das Gefälle rechnen Sie im Gefälle-Rechner in Zentimeter um: 2 % auf 4 m Dielenlänge sind 8 cm.
Unterbau wählen. Plattenauflager auf verdichtetem Schotter und Splitt ist der übliche Weg für Heimwerker. Welche Varianten es gibt und wann Stelzlager oder Punktfundamente sinnvoll sind, erklärt der Ratgeber Unterkonstruktion für die Terrasse. Ist der Boden lehmig und wasserstauend, planen Sie eine Drainage ein.
Herstelleranleitung zuerst. WPC „arbeitet“ vor allem in der Länge: Bei Wärme dehnen sich die Profile aus, bei Kälte ziehen sie sich zusammen. Achsabstände, Fugen, Clips und Randabstände unterscheiden sich je Hersteller und Profil; die Anleitung des gekauften Systems geht jeder Faustregel vor, auch bei der Gewährleistung.
Genehmigung und Zustimmung. Ob Ihre Terrasse genehmigungsfrei ist, regelt die Landesbauordnung Ihres Bundeslands und der Bebauungsplan. Fragen Sie vor dem Aushub beim Bauamt Ihrer Gemeinde nach, besonders bei erhöhten oder überdachten Terrassen. In der Mietwohnung brauchen Sie die Zustimmung des Vermieters, bei Wohnungseigentum die der Eigentümergemeinschaft.
Das brauchen Sie
WPC-Dielen, Preis je m² (inkl. 10 % Verschnitt) × 14
25–60 €Die Dielen bilden den Belag. Für 12 m² sind etwa 14 m² nötig, weil der Zuschnitt an Rand und Stößen Verschnitt erzeugt. Die genaue Menge liefert der Terrassendielen-Rechner.
Worauf achten: Hohlkammer- oder Vollprofil mit passendem Clip-System, Nutprofil, Herstellerangabe zu Achsabstand und Fugen, Farbmuster draußen ansehen
Angebote bei Amazon ansehenAluminium-Unterkonstruktion, Stücke à 4 m × 11
20–55 €Alu verrottet nicht und bleibt gerade. Bei 35 cm Achsabstand und 3 m Tiefe brauchen Sie rund 13 Linien, also etwa 41 m inklusive Zuschlag.
Worauf achten: Profil 25 × 40 mm oder 50 × 40 mm laut Dielenhersteller, schwarz eloxiert oder beschichtet, mit Längsverbindern
Angebote bei Amazon ansehenSchotter (Frostschutz) als Tragschicht
100–280 €Der Unterbau trägt die Terrasse und leitet Wasser ab. Hersteller nennen für den Unterbau eine verdichtete Schotter- oder Kiesschicht von etwa 15–20 cm. Für 12 m² sind das rund 2 bis 2,5 m³.
Worauf achten: Körnung 0/32 oder 0/45, gebrochenes Material, Lieferung oder Big Bag, Menge mit dem Kies-Rechner prüfen
Angebote bei Amazon ansehenSplitt für das Ausgleichsbett (Körnung 2–5 mm)
40–100 €In das etwa 5 cm dicke Splittbett werden die Betonplatten waagerecht oder im Gefälle ausgerichtet.
Worauf achten: gebrochen, Körnung 2–5 mm (alternativ 0–5 mm), Big Bag oder Sack, etwa 0,6 m³
Angebote bei Amazon ansehenBetongehwegplatten als Auflager, mind. 3 cm dick × 60
2–4 €Die Platten tragen die Alu-Unterkonstruktion und halten sie frostsicher über dem Boden. Ein Hersteller nennt Platten von mindestens 3 × 20 × 20 cm.
Worauf achten: Betongehwegplatten oder Randsteine, Kantenlänge 20–30 cm, Stärke mindestens 3 cm, formstabil
Angebote bei Amazon ansehenWurzelvlies oder Unkrautvlies
12–30 €Das Vlies trennt Unterbau und Erdreich und verhindert Bewuchs unter der Terrasse.
Worauf achten: wasserdurchlässig, mind. 150 g/m², Bahnbreite 2 m, Überlappung 10–20 cm
Angebote bei Amazon ansehenBefestigungsclips mit Schrauben, Sets zu 100 × 3
20–45 €Die Clips halten die Dielen unsichtbar auf der Unterkonstruktion und setzen die Fuge. Bei 21 Reihen und 13 Linien sind das rund 290 Clips.
Worauf achten: Clip passend zum Dielenprofil und zum Material der Unterkonstruktion, Edelstahlschrauben mitgeliefert
Angebote bei Amazon ansehenAbschlussleisten oder Winkelprofile, je 2–3 m × 5
12–30 €Sie decken die offenen Hohlkammern ab und geben der Terrasse eine saubere Kante.
Worauf achten: gleiche Farbe und Serie wie die Dielen, passende Befestigungsclips oder Schrauben
Angebote bei Amazon ansehenPraktisch, aber optional
Alu-Winkel und Edelstahlschrauben für die Unterkonstruktion
10–25 €Zum seitlichen Verbinden und Befestigen einzelner Alu-Profile, wo der Hersteller es vorsieht.
Worauf achten: V2A-Edelstahl, Maße nach Herstellerangabe zur Unterkonstruktion
Angebote bei Amazon ansehenGummigranulat-Unterlegpads
10–25 €Dämpfen Geräusche und schützen die Unterseite der Unterkonstruktion vor stehendem Wasser auf den Platten.
Worauf achten: 8 mm dick, Gummigranulat, Größe passend zur Profilbreite
Angebote bei Amazon ansehenWerkzeug
- Rüttelplatte (leihen, mit Gehörschutz bedienen)
- Spaten, Schaufel und Schubkarre
- Wasserwaage (mind. 1,2 m), Richtlatte und Schlauchwaage oder Kreuzlinienlaser
- Schnur, Pflöcke und Maßband
- Gummihammer
- Akkuschrauber mit niedrigem Drehmoment und Bohrer 3 mm
- Kappsäge oder Handkreissäge mit feinzahnigem Sägeblatt für Kunststoffverbund
- Gehörschutz, Schutzbrille, Handschuhe und Staubmaske beim Sägen
Schritt für Schritt
- Planen und klären. Maße, Höhe der Türschwelle, Gefälle (weg vom Haus) und Randabstände festlegen. Bauamt, Vermieter oder Eigentümergemeinschaft einbeziehen. Leitungen im Boden vorher erfragen.
- Fläche abstecken. Schnurgerüst setzen und die Oberkante der fertigen Terrasse markieren. Von dort rechnen Sie 2 % Gefälle in Dielenrichtung weg vom Haus ab (4 m Länge: 8 cm).
- Aushub. Mutterboden entfernen, so tief wie der Aufbau verlangt: Schotter (ca. 15–20 cm), Splitt (ca. 5 cm), Platte, Unterkonstruktion und Dielen zusammen. Die Sohle bekommt schon das Gefälle. Das Wasser muss ablaufen können; die Konstruktion darf nicht im Wasser stehen.
- Schotter einbringen und verdichten. In zwei Lagen einfüllen und jede Lage mit der Rüttelplatte verdichten. Mit Richtlatte und Wasserwaage das Gefälle prüfen.
- Vlies und Splittbett. Das Vlies auslegen, dann etwa 5 cm Splitt abziehen. Darin die Betonplatten Reihe für Reihe waagerecht quer zur Gefällerichtung und mit dem Gefälle in Längsrichtung ausrichten. Der Abstand der Auflager richtet sich nach der Anleitung (ein Hersteller nennt höchstens 35 cm von Mitte zu Mitte).
- Unterkonstruktion verlegen. Alu-Profile quer zu den Dielen auf die Platten legen. Die erste und die letzte UK liegen laut einer Herstelleranleitung 10–18 cm neben der zweiten bzw. vorletzten; der Abstand dazwischen entspricht dem Achsabstand (dort höchstens 35 cm). Zur Hauswand und zu festen Bauteilen halten Sie 2 cm Abstand. Gestoßene Profile versetzt anordnen und mit Verbindern sichern. Die UK nach Anleitung vorbohren und verschrauben.
- Dielen vorbereiten. Dielen vor dem Verlegen am Einbauort lagern, wenn der Hersteller das verlangt. Die Verlegetemperatur notieren: Sie bestimmt die Stoßfuge.
- Erste Diele setzen. Startclips mittig auf jede UK im vorgegebenen Abstand zur Wand (eine Anleitung nennt 2 cm), die erste Diele einlegen und fixieren. Weitere Reihen: Clip unter die Diele schieben, mittig auf die UK, mit niedrigem Drehmoment verschrauben, bei Holz-UK vorbohren (Herstellervorgabe, ein Beispiel: Bohrer 3 mm).
- Stöße planen. Ein Stoß darf nie auf nur einer UK liegen; jedes Dielenende braucht seinen eigenen Clip. Ein Hersteller wiederholt Stöße frühestens nach drei Reihen. Die kopfseitige Fuge hängt von der Temperatur ab: Im Beispiel eines Herstellers sind es 3 mm, wenn Verlege- und Höchsttemperatur gleich sind, und 7 mm bei 4 m Dielenlänge und 20 °C Unterschied.
- Letzte Diele und Abschluss. Die letzte Diele wird sichtbar verschraubt, zum Beispiel seitlich durch die Nutwange. Dielen dürfen nach einer Anleitung höchstens 2 cm über die UK hinausstehen. Zur Abschlussleiste bleiben 5 mm Fuge.
- Reinigen und prüfen. Späne entfernen, Wasserablauf mit dem Gartenschlauch prüfen. Pfützen zeigen, wo das Gefälle fehlt.
Günstiger oder hochwertiger
Günstiger: Eine WPC-Diele ohne Co-Extrusion und Schotter aus eigenem Aushub sparen einige hundert Euro. Die Unterkonstruktion aus Alu durch Hartholz-Latten zu ersetzen, ist bei einigen Herstellern erlaubt; Querschnitt und Abstand stehen in der Anleitung.
Hochwertiger: Vollprofile, Co-Extrusionsprofile und Systemunterkonstruktionen mit Verstellfüßen kosten mehr, vertragen höhere Lasten und lassen sich auf festen Untergründen wie Betonplatten nachträglich aufbauen. Verstellfüße gleichen Gefälle und Höhe aus.
Handwerker: Lassen Sie sich Unterbau und Belag im Angebot getrennt ausweisen. Die Preise je m² schwanken regional und mit dem Aufwand stark; vergleichen Sie mindestens drei Angebote und fragen Sie, wie Gefälle und Entwässerung gelöst sind.
Häufige Fragen
Wie groß muss die Dehnungsfuge bei WPC-Dielen sein?
Das legt der Hersteller fest, meist abhängig von Dielenlänge und Temperaturunterschied. Als Beispiel nennt eine Anleitung 3 mm bei gleicher Verlege- und Höchsttemperatur und 7 mm bei 4 m langen Dielen, 15 °C Verlegetemperatur und 35 °C Höchsttemperatur. Zu festen Bauteilen halten Sie 2 cm Abstand.
Wie viel Gefälle braucht eine WPC-Terrasse?
Eine Herstelleranleitung nennt 2 % in Dielenlängsrichtung, möglichst weg vom Haus. Andere Hersteller nennen 1 bis 2 %. Maßgeblich ist die Anleitung Ihrer Dielen.
Kann ich WPC auf Betonplatten oder einen alten Plattenbelag legen?
Ja, wenn der Untergrund fest, eben und wasserdurchlässig oder mit Gefälle entwässert ist. Alu-UK auf Verstellfüßen oder Pads gleicht Höhen aus. Auf Balkonen und Dachterrassen müssen Abdichtung und Statik geklärt sein.
Heizt sich WPC im Sommer auf?
Dunkle Farben erwärmen sich stärker, das nennt auch ein Hersteller ausdrücklich. Für Barfußgeher sind helle Töne angenehmer. Ein Probemuster in der Sonne zeigt es vor dem Kauf.
Quellen
- Montageanleitung WPC/BPC-Dielen: Unterbau, Achsabstand 35 cm, Stoßfugen, Gefälle 2 %, Pflege (Osmo Multi-Deck)
- Hinweise zur Terrassenmontage mit System: Unterkonstruktion, Achsabstände, Gefälle 1–2 %, Schrauben (Osmo)
- BauNetz Wissen: Balkone und Terrassen aus Holz (Gebrauchsklassen, Gefälle 2 % in Brettlängsrichtung, Belüftung)
- BG BAU: Staubarm arbeiten, gesund bleiben