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Ratgeber

Abdichtung im Bad nach DIN 18534: Was Heimwerker wissen müssen

Aktualisiert am

Fliesen und Fugen halten Wasser nicht zuverlässig vom Untergrund fern. Die Norm DIN 18534 regelt die Abdichtung unter dem Belag: Klassen, Untergründe, Schichtdicken, Bänder.

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Wofür die Abdichtung unter den Fliesen da ist

Der Fliesenbelag selbst und die Fugen sind nicht dafür gedacht, dauerhaft Wasser vom Untergrund fernzuhalten. Spritzwasser kann durch Fugen, Silikonfugen und feine Risse in die Wand und den Boden gelangen. Die Abdichtung unter dem Belag sorgt dafür, dass das Wasser dort aufgehalten wird. Fehler zeigen sich oft erst nach Monaten als nasse Wände, abgelöste Fliesen oder Schimmel am Rand des Bades, wenn der Schaden schon groß ist.

Die Norm DIN 18534 („Abdichtung von Innenräumen“) beschreibt, wie Innenräume abzudichten sind. Für Heimwerker sind vor allem die Wassereinwirkungsklassen und die Anforderungen an die Verbundabdichtung wichtig.

Die Wassereinwirkungsklassen W0-I bis W3-I

KlasseBeanspruchungBeispiele aus der NormUntergründe
W0-IgeringFlächen mit wasserabweisender Oberfläche; Abdichtung nicht erforderlichauch feuchteempfindliche (Gips)
W1-ImäßigSpritzwasser, zum Beispiel Bad mit Duschtasse und Badewanne außerhalb der Behälterauch feuchteempfindliche (Gips)
W2-IhochBereich einer bodengleichen Dusche mit Duschabtrennung; bei offener bodengleicher Dusche die gesamte Bodenflächenur feuchteunempfindliche (Beton, Zementputz)
W3-Isehr hochsehr häufige, langanhaltende Beanspruchung, zum Beispiel Schwimmbeckenumgänge, gewerbliche Küchennur feuchteunempfindliche

Wichtig für Ihre Planung: In der bodengleichen Dusche (W2-I) dürfen Gipskarton- und Gipsfaserplatten nicht als Untergrund für die Abdichtung dienen. Gipsputz und Gipsplatten sind nach der Norm nur für W0-I und W1-I zulässig. Wer die Wand einer neuen Dusche aus Gipskarton aufbauen will, braucht ein Plattensystem, das der Hersteller des Abdichtungssystems freigibt. Die Wahl des Untergrunds ist eine der wichtigsten Entscheidungen beim Duschenbau.

Welche Abdichtung kommt unter die Fliesen?

Üblich ist die Verbundabdichtung (in der Norm AIV-F): ein streichbarer Stoff, der direkt auf den Untergrund aufgebracht wird und auf dem anschließend der Fliesenkleber haftet. Drei Stoffgruppen sind verbreitet: Polymerdispersionen („Flüssigfolie“), mineralische Dichtschlämme (MDS) und Reaktionsharze. Die Norm gibt Mindest-Trockenschichtdicken vor, die eine Herstellerübersicht zur Norm nennt: 0,5 mm bei Polymerdispersionen, 2 mm bei mineralischen Dichtschlämmen und 1 mm bei Reaktionsharzen. Verbundabdichtungen werden immer in mindestens zwei Lagen aufgetragen. Das Datenblatt des Herstellers nennt den Verbrauch je Quadratmeter; ein Beispiel-Datenblatt einer lösemittelfreien Streichabdichtung gibt 1,5 kg/m² für zwei Anstriche an. Wiegen Sie die Menge, die Sie verbrauchen, damit sich die Schichtdicke nachvollziehen lässt.

Dichtbänder, Manschetten und Ecken

Ein Anstrich allein reicht nicht. Wo zwei Flächen aufeinandertreffen oder etwas die Fläche durchstößt, kommen Zubehörteile dazu:

Bewegungsfugen und Anschlüsse an Wanne und Duschtasse bleiben Wartungsfugen aus Silikon, die Sie regelmäßig kontrollieren (siehe Silikonfuge erneuern).

So läuft die Abdichtung ab

  1. Untergrund prüfen: eben, fest, homogen und frei von trennenden Stoffen (Staub, Fett, Gipsstaub). Saugfähige Flächen grundieren, wie im Datenblatt gefordert.
  2. Planen: Bohrungen für Halter, Duschstangen und Glasabtrennungen vorher festlegen. Jede Bohrung im abgedichteten Bereich ist eine mögliche Schwachstelle und muss anschließend wieder abgedichtet werden.
  3. Erste Lage aus der Abdichtung auftragen und Dichtbänder, Ecken und Manschetten einbetten.
  4. Zweite Lage: Manche Systeme färben die zweite Lage anders, damit Sie sehen, wo noch eine Schicht fehlt. Ein Beispiel-Datenblatt verlangt dafür einen mitgelieferten Farbzusatz.
  5. Trocknen lassen: Das Datenblatt nennt die Wartezeiten. Bei dem Beispiel-Produkt sind es mindestens 6 Stunden für die erste Schicht und 18 Stunden für die zweite, bevor Fliesen geklebt werden. Verwenden Sie das Datenblatt Ihres Produkts, nicht dieses Beispiel.
  6. Fliesen kleben: mit dem vom Systemhersteller freigegebenen Kleber.
  7. Dokumentieren: Fotos jeder Lage, Datum und Verbrauch. Das hilft bei späteren Schäden und Gewährleistungsfragen.

Häufige Fehler

Wann Sie einen Fachbetrieb holen sollten

Für ein normales Bad mit Wanne und Duschtasse (W1-I) kann die Abdichtung mit Streichabdichtung und Bändern für geübte Heimwerker machbar sein, wenn sie das Datenblatt genau befolgen. Für die bodengleiche Dusche ist ein Fachbetrieb ratsam: Der Ablauf, das Gefälle zum Ablauf und die Anschlüsse sind anspruchsvoll, und Fehler werden erst spät sichtbar. Arbeiten an Strom und Gas sind ohnehin Fachleuten vorbehalten; in der Mietwohnung brauchen Umbauten die Zustimmung des Vermieters. Im Altbau vor 1993 kann alter Fliesenkleber Asbest enthalten; Abstemmen und Abschlagen ist dann Sache von Fachfirmen (Fliesen auf Fliesen). Was ein Umbau kostet, steht im Ratgeber Badrenovierung Kosten.

Passend zum Bedarf

Wand und Boden im Bad (W1-I), streichbar

Worauf achten: lösemittelfreie Verbundabdichtung (Polymerdispersion), mindestens zwei Lagen, Datenblatt mit Verbrauch und Trockenschichtdicke

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Ecken und Wand-Boden-Anschluss

Worauf achten: Dichtband mit Vlies, Breite etwa 120 mm, passend zum Abdichtungssystem; Dichtecken für Innen- und Außenecken

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Rohrdurchführungen und Ablauf

Worauf achten: Wandmanschetten für Armaturen und Bodenmanschette für Ablauf, passend zum System

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Grundierung für saugenden Untergrund

Worauf achten: Grundierung laut Datenblatt der Abdichtung, lösemittelfrei, für innen

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Häufige Fragen

Muss ich ein normales Bad abdichten?

Nach DIN 18534 gehört ein Bad mit Duschtasse und Badewanne außerhalb der Behälter zur Wassereinwirkungsklasse W1-I (Spritzwasser). Flächen mit geringer Beanspruchung (W0-I) und wasserabweisender Oberfläche müssen nicht abgedichtet werden. Wie Wände und Boden Ihres Bades im Einzelnen einzustufen sind, hängt vom Aufbau ab; fragen Sie im Zweifel einen Fachbetrieb oder den Hersteller des Abdichtungssystems.

Reicht Silikon zum Abdichten der Dusche?

Nein. Silikon dichtet Anschlussfugen, keine Flächen. Unter den Fliesen liegt eine Verbundabdichtung, die in mindestens zwei Lagen aufgetragen wird.

Wie dick muss die Abdichtung sein?

Die Mindest-Trockenschichtdicke hängt vom Stoff ab: laut einer Herstellerübersicht zur Norm 0,5 mm bei Polymerdispersionen, 1 mm bei Reaktionsharzen und 2 mm bei mineralischen Dichtschlämmen, immer in mindestens zwei Lagen. Verbindlich ist das Datenblatt des Herstellers.

Darf ich Gipskartonplatten in der Dusche verwenden?

Nach der Norm sind Gipsplatten und Gipsputze nur für die Klassen W0-I und W1-I zulässig. In der bodengleichen Dusche (W2-I) brauchen Sie einen feuchteunempfindlichen Untergrund wie Beton, Zementputz oder ein vom Systemhersteller freigegebenes Plattensystem.

Kann ich die Abdichtung als Mieter selbst machen?

Umbauten an Fliesen und Abdichtung brauchen die Zustimmung des Vermieters. Fragen Sie schriftlich nach. Bei einer bodengleichen Dusche ist ein Fachbetrieb ratsam.

Quellen

  1. Weber: Abdichtungsnorm DIN 18534, Wassereinwirkungsklassen, Untergründe, Schichtdicken, Bänder
  2. Technisches Datenblatt Duschabdichtung (lösemittelfreie Streichabdichtung): Verbrauch, Trocknung, Rissüberbrückung (Hornbach)
  3. Verbraucherzentrale: Asbest, gefährlich und immer noch aktuell

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