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Ratgeber

In Beton bohren: Bohrer, Armierung, Staub

Aktualisiert am

Beton bohren geht nur mit Schlag und dem richtigen Bohrer. Was Bohrhammer, Betonbohrer und Armierung bedeuten, wie Sie Staub und Lärm begrenzen und was bei Decken zu beachten ist.

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Warum Beton bohren „nicht geht“: die häufigsten Ursachen

Wer in Beton nicht vorankommt, hat meist eine von fünf Ursachen. Prüfen Sie sie der Reihe nach.

SymptomUrsacheAbhilfe
Bohrer dreht, nichts passiertSchlag aus oder falscher Bohrer (Holz- oder Metallbohrer)Schlagbohren einschalten, Betonbohrer mit Hartmetall nehmen
Nur Staub, sehr langsamSchlagbohrmaschine statt Bohrhammer, zu wenig SchlagenergieBohrhammer mit SDS-plus verwenden
Bohrer stoppt abrupt, kein BohrmehlArmierung (Bewehrungsstahl) getroffenAnhalten, Loch einige Zentimeter versetzen
Bohrer wird heiß, Schneide glänztBohrer stumpf oder verschlissenBohrer ersetzen, nicht mit mehr Druck erzwingen
Bohrer klemmt im LochBohrmehl verstopft die NutBohrer unter Drehung ziehen, Loch ausblasen

Bohrhammer und Betonbohrer richtig wählen

Ein Bohrhammer arbeitet mit wenigen, aber kräftigen Schlägen; das Schlagwerk leistet die Hauptarbeit. Das passt für Vollstein mit dichtem Gefüge wie Beton. Die Schlagenergie in Joule nach EPTA-Verfahren 05 ist die wichtigste Zahl: Schon 0,6 J können Beton durchdringen, größere Durchmesser und Meißelarbeiten brauchen mehr. Ein Beispieldatenblatt eines Heimwerker-Bohrhammers nennt 2,7 J, einen Bohrdurchmesser in Beton von 4 bis 26 mm (optimal 8 bis 16 mm) und eine Meißelfunktion. Hohlbohrkronen für größere Löcher sind dort mit 16 bis 68 mm angegeben. Mehr zur Auswahl: Bohrhammer kaufen und Bohrhammer oder Schlagbohrmaschine.

Der Bohrer ist ebenso wichtig. Betonbohrer haben einen Hartmetallkopf; ein Werkzeughersteller empfiehlt für Stahlbeton Bohrer mit Vollhartmetallkopf (ein einteiliger Kopf ohne Schwachstellen). Steinbohrer sind für weicheres Mauerwerk wie Ziegel und Kalksandstein gedacht und bringen in Beton kaum Leistung. Alle Bohrer-Arten im Überblick finden Sie im Ratgeber Welcher Bohrer für welches Material?

Armierung: nicht durchbohren, sondern versetzen

Stahlbeton enthält Bewehrungsstahl („Armierung“), der die Zugkräfte aufnimmt. Er liegt unter einer Betondeckung, die nach einer Wikipedia-Übersicht mindestens 15 mm betragen muss und üblicherweise 20 bis 50 mm beträgt. Beim Dübellöcher-Bohren kann der Bohrer deshalb schon nach wenigen Zentimetern auf Stahl treffen.

Das ist eine Vorsichtsregel aus der Praxis, keine Berechnung. Schwere Lasten wie Hängeschränke oder Boiler brauchen Befestigungen mit Zulassung nach Herstellerangabe.

Decken: Hohlräume, Fußbodenheizung und Leitungen

Bei Betondecken wissen Sie oft nicht, was im Bauteil liegt. Für Boden und Decke gibt es keine festgelegten Installationszonen; Leitungen lassen sich nur abschätzen. In Fertigteil-, Hohlkörper- und Spannbetondecken sowie in Decken mit Fußbodenheizung der Wohnung darüber können Hohlräume, Spannglieder oder Rohre liegen. Wenden Sie sich vor dem Bohren an Hausverwaltung oder Vermieter und fragen Sie nach den Plänen. Für Lampen und Deckenhaken reichen oft kurze Bohrlöcher von 6 bis 8 mm Durchmesser; trotzdem suchen Sie die Stelle mit dem Leitungssucher ab. Details: Leitungen in der Wand finden.

Bohren in der Praxis: Schritt für Schritt

  1. Stelle auf Leitungen prüfen und markieren.
  2. Bohrtiefe festlegen: Dübellänge plus mindestens 10 mm (Tiefenanschlag oder Klebeband am Bohrer).
  3. Ohne Schlag und mit geringer Drehzahl ansetzen, damit der Bohrer nicht abrutscht.
  4. Schlagwerk zuschalten, gleichmäßig leichten Druck geben; mehr Druck bringt nicht mehr Leistung.
  5. Bohrer zwischendurch ziehen, damit das Bohrmehl herauskommt.
  6. Bohrer unter Drehung herausziehen, damit er nicht klemmt.
  7. Loch ausblasen und ausbürsten: Bohrmehl kann die Haltekraft eines Dübels nach Herstellerangabe um mehr als 50 Prozent verringern.

Welcher Dübel hineingehört, steht im Ratgeber Welcher Dübel für welche Wand? Halten Sie außerdem Randabstände und Achsabstände ein: Zu kleine Abstände können das Bauteil spalten.

Staub und Lärm: Schutz beim Bohren in Beton

Beim Bohren in Beton entsteht Quarzstaub, der nach Angaben der BG BAU zu Silikose (Staublunge) führen kann. Die Berufsgenossenschaft empfiehlt, Staub an der Entstehungsstelle abzusaugen, etwa mit Absaugbohrern, und Staub nicht zu kehren oder abzublasen. Ein Bau-Entstauber der Staubklasse M eignet sich zur Reinigung und direkten Absaugung. Ist Staub nicht vermeidbar, muss mindestens eine Halbmaske mit P2-Filter getragen werden. Eine einfache Staubmaske ist nur zulässig, wenn nichts anderes möglich ist. Kleine Staubteilchen brauchen fast sieben Stunden, um einen Meter abzusinken.

Lärm: Für Beschäftigte gilt ab 80 dB(A) die Pflicht des Arbeitgebers, Gehörschutz zur Verfügung zu stellen, ab 85 dB(A) die Tragepflicht. Das sind Arbeitsschutzwerte, aber sie zeigen, wo das Gehör Schutz braucht. Hammerbohren in Beton ist laut: Tragen Sie auch als Heimwerker Gehörschutz. Hinzu kommt Vibration: Ein Datenblatt nennt 16,5 m/s² beim Hammerbohren in Beton. Legen Sie Pausen ein. Mehr dazu: Schutzausrüstung, FFP2 oder FFP3, Werkstattsauger.

Altbau und Mietwohnung: Vor 1993 gebauter Putz kann Asbest enthalten. Bohren im Rahmen der Instandhaltung ist nach der Verbraucherzentrale möglich, wenn der Staub abgesaugt wird; verwenden Sie einen Sauger der Staubklasse M, nicht den Haushaltssauger. In der Mietwohnung klären Sie Bohren in Decken vorher mit dem Vermieter.

Passend zum Bedarf

Einzelne Dübellöcher in Betonwand

Worauf achten: kabelgebundener Bohrhammer SDS-plus 2–3 J Schlagenergie, Betonbohrer-Set 6–12 mm mit Vollhartmetallkopf

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Staubarm in Mietwohnung

Worauf achten: Absaugvorsatz oder Absaugbohrer, Werkstattsauger Staubklasse M, Halbmaske mit P2-Filter

Übliche Preisspanne: 15–250 €

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Schutzausrüstung beim Hammerbohren

Worauf achten: Kapselgehörschutz mit Dämmwertangabe des Herstellers, Schutzbrille, P2/FFP2-Maske

Übliche Preisspanne: 15–45 €

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Häufige Fragen

Welchen Bohrer brauche ich für Beton?

Einen Betonbohrer mit Hartmetallkopf, idealerweise mit SDS-plus-Schaft für den Bohrhammer. Bei Stahlbeton empfiehlt ein Hersteller Bohrer mit Vollhartmetallkopf. Holz- oder Metallbohrer sind ungeeignet.

Was tun, wenn ich auf Armierung stoße?

Anhalten und das Loch versetzen: wenige Zentimeter daneben neu ansetzen. Bewehrungsstahl in tragenden Bauteilen sollten Sie nicht durchbohren. Bei Unsicherheit fragen Sie einen Statiker oder die Hausverwaltung.

Reicht eine Schlagbohrmaschine für Beton?

Für einzelne kleine Löcher kann sie reichen, kommt aber mit viel Andruck und langsam voran. Der Bohrhammer mit pneumatischem Schlagwerk arbeitet in Beton deutlich leichter.

Wie schütze ich mich vor Betonstaub?

Staub an der Quelle absaugen, mit einem Sauger der Staubklasse M, nicht kehren oder abblasen und mindestens eine Halbmaske mit P2-Filter tragen. Quarzstaub kann zur Staublunge führen.

Quellen

  1. tox: Dübelratgeber – Hammerbohren, Bohrmehl, Randabstand
  2. Bosch DIY: Der richtige Bohrhammer für Heimwerker – Joule, EPTA 05
  3. Datenblatt Bohrhammer 2,7 J: Bohr-Ø in Beton, Vibration (Bosch Professional)
  4. Bosch Professional: Betonbohrer – Vollhartmetallkopf für Stahlbeton
  5. BAUHAUS: Löcher bohren – Schlagbohren, Armierung
  6. Wikipedia: Betondeckung – Zweck und übliche Maße
  7. BG BAU: Staub-Flyer – Absaugung, Staubklasse M, P2
  8. BG BAU: Lärm – Auslösewerte 80 und 85 dB(A)
  9. Verbraucherzentrale: Asbest – Bohren im Altbau

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