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Ratgeber

Schleifpapier: Welche Körnung für Holz, Lack und Spachtel?

Aktualisiert am

P-Körnung nach FEPA, sinnvolle Reihenfolge, Körnungen für Holz, Lack, Parkett und Spachtel, dazu Schleifmittel, Lochbild und Staubschutz beim Schleifen.

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Was die Zahl auf dem Schleifpapier bedeutet

Auf der Rückseite steht eine Zahl, bei Papier für Deutschland mit vorangestelltem „P“ (FEPA-Skala). Sie gibt an, wie groß die Schleifkörner sind: Je höher die Zahl, desto feiner das Korn und desto glatter die Oberfläche, aber desto weniger Material trägt das Papier ab. Grobe Papiere mit P24 bis P40 tragen schnell viel ab, feine ab P180 glätten. Eine grobe Einteilung lautet: grob bis etwa P30, mittel bis P80, fein bis P180, sehr fein darüber.

Wichtig ist die Reihenfolge. Beginnen Sie mit der gröbsten Körnung, die für die Aufgabe nötig ist, und arbeiten Sie sich Stufe für Stufe zu feineren Papieren vor. Jede Stufe soll die Kratzer der vorherigen beseitigen. Wer von P60 gleich auf P240 springt, sieht die gröberen Spuren später unter Lack oder Öl.

Körnungen für Holz im Überblick

AufgabeKörnung
Rohes Massivholz, grober VorschliffP80
Gehobelte Flächen, Furnier, ZwischenschliffP80 bis P150
FeinschliffP150 und feiner
Massivholzmöbel (Reihenfolge)P80, dann P120, dann P180
Vor dem Lackieren oder ÖlenP180
Zwischen zwei Lack- oder Ölschichten, wenn die Fläche rau istP240 oder Schleifschwamm
Fenster, Türen: alten Anstrich auffrischenP120 bis P150
Holztreppe renovierenP24 oder P36, dann P40, P80, zuletzt P120
Dielen und Parkett: starker AbtragP24, sonst P36 oder P60; Feinschliff P100 bis P120

Die Werte stammen aus Ratgebern von Fachportalen und gelten als Richtwerte. Prüfen Sie bei Parkettböden und Lacken immer die Herstellerangabe. Mehr zum Abschleifen von Parkett im Projekt Parkett abschleifen.

Lack anschleifen und Altanstrich entfernen

Ein glänzender Altlack muss matt angeschliffen werden, damit der neue Anstrich haftet. Dafür reichen meist P120 bis P150, bei Türen und Fenstern ein leichter Schliff in Faserrichtung. Muss die alte Schicht ab, nimmt man gröbere Körnungen (etwa P80 bis P120), bei sehr dicken Lackschichten auch gröber. Für Zwischenschliffe zwischen zwei Lackschichten eignen sich feine Schleifschwämme oder P240. Wie Sie eine Tür lackieren, zeigt das Projekt Zimmertür lackieren.

Altbau: Vorsicht bei Altanstrichen und Spachtel. Asbest ist in Deutschland seit dem 31. Oktober 1993 verboten. In älteren Gebäuden können Spachtelmassen, Putze, Fliesenkleber und Beschichtungen Asbest enthalten. Nach Angaben der Verbraucherzentrale ist das Abschleifen von Spachtelstellen Fachfirmen vorbehalten; die Probenahme sollten nur Fachkundige übernehmen, weil dabei Fasern frei werden können. Schleifen Sie in solchen Gebäuden nicht auf Verdacht, und nutzen Sie keinen Haushaltsstaubsauger. Mehr im Ratgeber Asbest im Altbau.

Spachtel und Gipskarton schleifen

Spachtelmasse schleifen Sie erst nach vollständiger Trocknung, mit feinem Papier oder einem Schleifgitter, das sich nicht zusetzt. Wie oft nötig, hängt von der Qualitätsstufe ab: Bei Q2 genügt Schleifen nach Bedarf, bei Q3 bei Spachtelgraten. Vermeiden Sie grobe Körnung und Druck, damit die Papierschicht der Platte nicht durchgeschliffen wird. Danach Staub absaugen und die Fläche grundieren. Zum Thema siehe Spachtelqualität Q1 bis Q4.

Schleifmittel und Träger

Die Schleifkörner bestehen heute meist aus Aluminiumoxid, besser bekannt als Korund, oder aus Siliziumkarbid. Als Träger dient Papier, bei hohen Beanspruchungen Gewebe. Wasserfestes Papier mit wasserfestem Klebstoff erlaubt Nassschliff, bei dem das Wasser abgetragene Partikel wegspült, die sonst das Korn zusetzen würden. Für Heimwerker genügt starkes Papier.

Für Maschinen gibt es Papiere mit Klett, die auf Schleifteller passen. Das Lochbild muss zum Teller passen: Löcher im Papier dienen der Staubabsaugung bei Geräten mit integrierter Absaugung. Ein unpassendes Lochbild mindert die Absaugleistung. Die Wahl der Maschine ist im Vergleich Exzenterschleifer oder Schwingschleifer erklärt: Der Exzenterschleifer eignet sich für feinere Arbeiten und Rundungen, der Schwingschleifer für grobe Flächen, der Deltaschleifer für Ecken.

Technik: mit der Maserung, Kanten brechen, Holz wässern

Schleifen Sie immer in Richtung der Maserung. Querkratzer bleiben nach Lasur, Öl oder Klarlack sichtbar. Meist genügt das Eigengewicht der Maschine als Druck; halten Sie sie in Bewegung, damit kein Muldenschliff entsteht. Brechen Sie scharfe Kanten leicht: Lack haftet besser, und die Kante bricht nicht aus. Vor dem letzten Schliff können Sie das Holz mit einem feuchten Tuch befeuchten. Die Fasern richten sich auf und werden nach dem Trocknen abgeschliffen; das ist besonders für Gartenmöbel und vor dem Beizen sinnvoll.

Staub: absaugen, nicht blasen

Schleifstaub reizt Atemwege. Hartholzstäube wie von Buche und Eiche gelten als krebserzeugend; der Arbeitsplatzgrenzwert beträgt 2 mg/m³. Für Hand- und Maschinenschliff gilt: Staub an der Entstehungsstelle absaugen, mit einem Entstauber der Staubklasse M, und beim Handschliff Schleifklötze mit Absaugung nutzen. Kehren oder Abblasen vermeiden. Reicht die Absaugung nicht aus, tragen Sie mindestens eine Halbmaske mit P2-Filter. Wie Sie Masken auswählen, erklärt der Ratgeber Atemschutzmasken FFP.

Häufige Fehler

Passend zum Bedarf

Handschliff an Möbeln und Leisten

Worauf achten: Schleifpapier-Sortiment P80, P120, P180, P240 auf Schleifklotz oder mit Schleifschwamm

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Exzenterschleifer 125 mm

Worauf achten: Klett-Schleifscheiben 125 mm, Lochbild passend zum Teller (z. B. 8 Löcher), Körnung P80, P120, P180

Übliche Preisspanne: 8–25 €

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Zwischenschliff Lack und Ecken

Worauf achten: Schleifschwamm fein und mittel, flexibel, auswaschbar

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Spachtel und Gipskarton

Worauf achten: Schleifgitter oder Schleifnetz, feine Körnung, Klett oder Handhalter, Absaugung möglich

Übliche Preisspanne: 8–25 €

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Häufige Fragen

Welche Körnung brauche ich zum Schleifen von Holz?

Für rohes Massivholz beginnen Sie mit P80, schleifen mit P120 weiter und beenden mit P180. Vor dem Lackieren ist P180 üblich, zwischen den Lackschichten P240 oder ein Schleifschwamm. Bei stark verwittertem oder lackiertem Holz starten Sie gröber.

Was bedeutet das P vor der Körnung?

P steht für die FEPA-Skala, die europäische Norm für die Körnung von Schleifpapier. P120 und P180 sind Papier mit feinerem Korn als P80.

Kann ich Lack ohne Schleifen überstreichen?

Bei glänzendem Lack nicht. Sie müssen die Oberfläche matt anschleifen, damit der neue Lack haftet. Gut gealterte matte Anstriche brauchen weniger, sauber und fettfrei müssen sie in jedem Fall sein.

Wie lange hält ein Schleifpapier?

Das hängt von Holz, Druck und Harz ab. Wechseln Sie es, wenn es nicht mehr abträgt, sich zugesetzt hat oder glänzt. Ein stumpfes Papier erhitzt das Holz und verschmiert Harz.

Quellen

  1. sanier.de: Schleifpapier – die richtige Körnung (Körnungen für Möbel, Treppen, Dielen, Fenster)
  2. sanier.de: Holz schleifen (Körnungen, Maserungsrichtung, Maschinen, Wässern, Kanten)
  3. Wikipedia: Schleifpapier (FEPA, Schleifmittel, Träger, Nassschleifen)
  4. BG BAU: Staub-Flyer (Absaugen, Staubklasse M, Halbmaske P2, nicht kehren)
  5. BGW: TRGS 553 Holzstaub (Hartholzstaub, Absaugung bei Handschliff)
  6. IGG-Merkblatt 2: Verspachtelung von Gipsplatten, Oberflächengüte (Schleifen bei Q2 und Q3)
  7. Verbraucherzentrale: Asbest – gefährlich und immer noch aktuell

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