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Ratgeber

Werkstattbeleuchtung: Wie hell muss es sein, welche LED-Leuchten?

Aktualisiert am

Hobelbank 300 lx, Maschinen 500 lx, Schleifen und Lackieren 750 lx: So rechnen Sie Lumen für Keller oder Garage und wählen Lichtfarbe, Farbwiedergabe und Schutzart der LED-Leuchten.

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Lux, Lumen und Quadratmeter

Lux (lx) misst, wie viel Licht auf einer Fläche ankommt. Lumen (lm) gibt an, wie viel Licht eine Leuchte abstrahlt. Eine einfache Beziehung verbindet beides: 1 Lux entspricht 1 Lumen je Quadratmeter. Für 500 Lux auf 12 m² brauchen Sie 6.000 Lumen, die tatsächlich auf der Fläche ankommen. Von der Leuchte kommt nur ein Teil dort an; je dunkler Wände und Decke sind, desto weniger. Rechnen Sie in einer kleinen Werkstatt mit hellen Wänden mit etwa der doppelten Lumenmenge, also rund 12.000 lm. Das ist eine grobe Annahme, kein Normwert; die Messung mit dem Luxmeter-Modus eines Smartphones oder einem günstigen Luxmeter zeigt das Ergebnis.

Richtwerte aus der Arbeitsstättenregel

Die ASR A3.4 gilt für Arbeitsstätten, also für Beschäftigte. Zu Hause sind die Zahlen eine gute Orientierung. In der Fassung von 2011, die 2023 durch eine Neufassung abgelöst wurde, stehen für Holzbearbeitung folgende Mindestwerte; prüfen Sie bei Bedarf die aktuelle Fassung:

TätigkeitMindest-BeleuchtungsstärkeFarbwiedergabe Ra
Arbeiten an der Hobelbank, Leimen, Zusammenbau300 lx80
Arbeiten an Holzbearbeitungsmaschinen (Sägen, Fräsen, Hobeln)500 lx80
Schleifen, Lackieren, Tischlerei750 lx80
Auswahl von Furnierhölzern, Einlegearbeiten750 lx90
Lagerräume mit Suchaufgabe100 lx60
Verkehrsflächen und Flure50 lx40

Praktisch heißt das: Die Werkbank bekommt die höchste Helligkeit, der Rest der Werkstatt etwas weniger. Arbeiten Sie an einer Tischkreissäge oder Kappsäge (Kappsäge oder Tischkreissäge), brauchen Sie 500 lx am Sägeblatt. Beim Lackieren, Beizen und Schleifen sieht man Fehler erst bei 750 lx und mehr.

Farbwiedergabe, Lichtfarbe, Blendung

Schutzart und Montage ohne Elektroinstallation

Im Keller oder in der Garage kommt Feuchtigkeit vor. Wählen Sie Leuchten mit Schutzart IP44 oder höher; Feuchtraum-LED-Leisten mit IP65 sind üblich. Sie lassen sich per Steckdose betreiben, wenn sie mit Netzstecker geliefert werden, oder werden über Verbinder aneinandergereiht. Der Anschluss an einen Deckenauslass, ein neues Kabel oder eine zusätzliche Steckdose ist dagegen eine Arbeit für die Elektrofachkraft; nach § 13 NAV dürfen Arbeiten an der Anlage nur Fachleute ausführen, die beim Netzbetreiber eingetragen sind. Ihre Leuchte hängt an Ketten oder Haken, nicht an der Leitung.

Wie eine Werkstatt insgesamt aufgebaut wird, zeigt der Ratgeber Werkstatt einrichten. Zum Staub dort: Werkstattsauger und Staubklassen.

Leuchten richtig anordnen

Hängen Sie Leuchten in Reihen quer zur Blickrichtung am Arbeitsplatz, nicht hinter Ihren Rücken: So fällt der eigene Schatten nicht auf die Arbeit. Über der Werkbank sollten die Leuchten leicht vor der Arbeitskante sitzen. An Kappsäge oder Tischkreissäge brauchen Sie Licht von vorn und von oben, damit Anriss und Sägeblatt sichtbar bleiben. Helle Wände und eine helle Decke erhöhen die Helligkeit spürbar; dunkle Kellerwände schlucken Licht, ein weißer Anstrich bringt deshalb oft mehr als eine zusätzliche Leuchte. Mit Bewegungsmelder-Steckdosenadaptern oder Schaltsteckdosenleisten schalten Sie mehrere Leuchten zusammen.

Was Sie für 12 m² brauchen

Beispiel: 3 × 4 m, helle Wände, Werkbank an der Längswand. Zwei LED-Leisten à 150 cm mit je 4.500 bis 5.500 lm (zusammen rund 10.000 lm) ergeben etwa 400 bis 500 lx im Mittel. Ergänzen Sie über der Werkbank eine dritte Leiste oder eine klemmbare Arbeitsleuchte, die Sie dorthin richten, wo gesägt, geschliffen oder gelackt wird. Die Anschaffung liegt bei 60 bis 150 Euro. Prüfen Sie nach dem Aufhängen mit dem Luxmeter die Werkbank und den Boden vor der Maschine.

Häufige Fehler

Passend zum Bedarf

Grundbeleuchtung für Keller oder Garage (12–20 m²)

Worauf achten: LED-Feuchtraumleuchte 120–150 cm, 4.000–5.500 lm, 4.000 K, Ra ≥ 80, IP65, verkettbar, mit Netzstecker

Übliche Preisspanne: 20–50 €

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Zusatzlicht an der Werkbank

Worauf achten: klemmbare oder magnetische LED-Arbeitsleuchte, dimmbar, Ra ≥ 90, flimmerfrei, schwenkbar

Übliche Preisspanne: 20–60 €

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Messen, ob die Helligkeit stimmt

Worauf achten: Luxmeter mit Messbereich bis 50.000 lx, Anzeige in lx, Handgerät

Übliche Preisspanne: 10–30 €

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Häufige Fragen

Wie viele Lumen brauche ich pro Quadratmeter Werkstatt?

Rechnerisch ergeben 500 lx auf 12 m² 6.000 lm; wegen Verlusten rechnen Sie mit der anderthalb- bis doppelten Menge, also etwa 500 bis 1.000 lm je m². Das ist eine Schätzung, ein Luxmeter zeigt das Ergebnis.

Ist neutralweiß oder warmweiß besser für die Werkstatt?

Verbreitet ist neutralweißes Licht um 4.000 K, weil Kanten und Maserung klar erkennbar sind. Wichtiger als die Lichtfarbe ist die Farbwiedergabe: mindestens Ra 80, bei Lackieren und Furnier Ra 90.

Darf ich Leuchten selbst an die Decke schrauben?

Das Befestigen ist erlaubt. Verbinden Sie die Leuchte aber nur über einen Stecker mit der Steckdose. Einen Deckenauslass anklemmen oder neue Leitungen legen darf nur eine beim Netzbetreiber eingetragene Elektrofachkraft.

Gelten die ASR-Werte auch zu Hause?

Rechtlich gilt die ASR für Arbeitsstätten. Als Orientierung für die private Werkstatt sind die Mindestwerte brauchbar.

Quellen

  1. ASR A3.4 Beleuchtung (Textfassung 2011, Anhang 1 Nr. 23 Holzbearbeitung, Verkehrswege, Lagerräume)
  2. Gesetzestext § 13 NAV: Arbeiten an der elektrischen Anlage
  3. BG BAU: Staubarm arbeiten, gesund bleiben

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