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Ratgeber

Zement, Mörtel, Beton: Unterschiede und Anwendungen

Aktualisiert am

Zement ist nur das Bindemittel, Mörtel und Beton sind Mischungen. Welche Sackware wofür taugt, was die Kürzel auf dem Sack bedeuten und warum Mauermörtel nicht in ein Fundament gehört.

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Was ist was? Die Grundbegriffe

Alle drei Begriffe tauchen im Baumarkt nebeneinander auf und werden im Alltag oft verwechselt. Die Unterschiede sind einfach:

BaustoffBesteht ausKörnungTypische Verwendung
Zementreines Bindemittel (Pulver)keine ZuschlägeGrundstoff für Mörtel und Beton
MörtelBindemittel + Sand + WasserZuschlag höchstens 4 mmMauern, Putz, Fugen
EstrichmörtelZement + Sand/Kies + Wassermeist bis 8 mmEstrich, Boden unter Belägen
BetonZement + Sand + Kies + Wassergröberer KiesFundament, Platte, Pfosten

Mörtel unterscheidet sich von Beton vor allem durch die feinere Gesteinskörnung: Mörtel enthält Sand bis 4 mm, Beton kann gröbere Steine enthalten. Estrich wird im Regelfall mit 8 mm Körnung angemischt; Spritzputz und manche Mauermörtel können bis 16 mm enthalten.

Zement: Sorten und Kürzel

Zement ist in Europa in DIN EN 197-1 genormt. Auf dem Sack stehen Kürzel wie „CEM I 42,5 N“ oder „CEM II/A-LL 32,5 R“:

Sackzement wird in 25-kg-Säcken verkauft. Er ist feuchteempfindlich und muss trocken gelagert werden. Viele Sackzemente sind chromatarm; ein Hersteller sichert das bei sachgerechter Lagerung nur für sechs Monate ab Absackdatum zu. Kaufen Sie deshalb frische Säcke und lagern Sie Reste dicht verschlossen.

Daneben gibt es Putz- und Mauerbinder (zum Beispiel MC 5) und hydraulischen Kalk (HL 5). Sie sind weicher als reiner Zement und werden für Mauer- und Putzmörtel innen und außen verwendet.

Mörtel: Mauer-, Putz- und Estrichmörtel

Mörtel ist eine Mischung aus Bindemittel, Sand und Wasser. Die häufigsten Anwendungen sind Mauermörtel und Putzmörtel. DIN EN 998-1 gilt für Putzmörtel, DIN EN 998-2 für Mauermörtel. Mauermörtel wird nach Druckfestigkeit eingeteilt. Ein Hersteller nennt für Normalmauermörtel die Klassen M 5 (für alle Bereiche von Rohbau, Ausbau und Renovierung) sowie M 10 und M 20 (für Mauerwerk mit hohen Lasten, etwa Stützen, Träger und Pfeiler).

Ältere Bezeichnungen sind die Mörtelgruppen MG I bis III: MG I steht für Kalkmörtel, MG II und IIa für Kalkzementmörtel, MG III für Zementmörtel. Sie begegnen Ihnen noch in Altbau-Unterlagen und auf älteren Säcken. Daneben gibt es Dünnbettmörtel für Plansteine in Fugen von 1 bis 3 mm, Leichtmauermörtel mit geringer Wärmeleitzahl und Schallschutzmörtel zum Füllen von Steinhohlräumen.

Wie viel Mörtel Ihre Wand braucht, rechnet der Mauersteinrechner. Den Estrich berechnen Sie mit dem Estrichrechner.

Beton: Klassen und Einsatz

Beton wird nach Druckfestigkeitsklassen eingeteilt, zum Beispiel C20/25 oder C25/30. Die erste Zahl ist die Zylinderdruckfestigkeit in N/mm², die zweite die Würfeldruckfestigkeit nach 28 Tagen. Für Pfosten und Punktfundamente nennen Sackbeton-Hersteller C25/30. Für Heimwerker-Bauteile ist Fertigbeton aus dem Sack die einfachste Wahl. Wie Sie Beton selbst mischen, steht im Ratgeber Beton selbst mischen.

Sackware im Baumarkt: Welche Sorte wofür?

SackwareTypischer EinsatzAngaben aus Herstellerunterlagen
Universalmörtel (4 in 1)Mauern, Putzen, Estrich, FliesenbettWasser je 25-kg-Sack: Mauern 3,5–4,0 l, Putz 3,8–4,3 l, Estrich 2,5–3,0 l, Fliesenbett 2,5–3,0 l
SchnellbetonPfosten, Wäschespinne, kleine Punktfundamentetrocken einfüllen und wässern; fest nach ca. 5 Minuten, belastbar nach ca. 24 Stunden
Gartenbeton mit Trasskleine Gartenfundamentemit sauberem Leitungswasser anrühren
Beton-Estrichgrößere Fundamente (Gartenhaus, Garage)mit sauberem Leitungswasser anrühren
Zement (Sack)zum Selbstmischenmeist 25 kg; trocken lagern

Für Estrich nennt der Hersteller beim Universalmörtel Schichten von bis zu 40 mm im Nass-in-nass-Verfahren und Randstreifen von mindestens 8 mm an der Wand. Putz soll innen mindestens 10 mm Unterputz erhalten, außen etwa 15–17 mm und mindestens 20 mm insgesamt. Lesen Sie die Angaben auf dem Sack: Wassermenge, Verarbeitungszeit, Schichtdicke und Temperaturgrenzen unterscheiden sich je nach Produkt.

Häufige Fehler bei der Wahl

Hautschutz bei allen drei

Zement, Mörtel und Beton wirken in Verbindung mit Wasser stark alkalisch. Tragen Sie dichte Handschuhe, lange Ärmel und eine Schutzbrille, wechseln Sie durchnässte Kleidung und denken Sie an eine FFP2-Maske beim Öffnen der Säcke. Die BG BAU nennt Zement, Kalk und Laugen als besondere Hautgefährdung.

Passend zum Bedarf

Mauern und kleine Reparaturen

Worauf achten: Mauermörtel M 5 nach DIN EN 998-2 oder Universalmörtel, 25 kg, Wassermenge und Schichtdicke auf dem Sack

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Pfosten und Punktfundamente

Worauf achten: Schnellbeton oder Fertigbeton C25/30 für den Außenbereich, 25–40 kg

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Selbst mischen

Worauf achten: Portland- oder Kalksteinzement CEM I/CEM II 32,5 oder 42,5, chromatarm, 25 kg

Übliche Preisspanne: 6–14 €

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Dünnbett für Planstein

Worauf achten: Dünnbettmörtel für Kalksandstein oder Porenbeton, Fugendicke 1–3 mm, Mörtelschlitten passend zur Wanddicke

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Zement und Beton?

Zement ist nur das Bindemittel. Beton entsteht erst aus Zement, Sand, Kies und Wasser. Mit Wasser allein bindet Zement ab, er hat aber ohne Zuschläge keine Maßhaltigkeit und schwindet stark.

Kann ich Mörtel statt Beton für ein Fundament verwenden?

Nein. Mörtel enthält nur Sand bis 4 mm und ist für Fundamente nicht ausgelegt. Nehmen Sie Fertigbeton C25/30 oder mischen Sie Beton mit Kies. Tragende Fundamente plant ein Fachplaner.

Was bedeutet M 5 bei Mauermörtel?

M 5 ist eine Druckfestigkeitsklasse nach DIN EN 998-2 (5 N/mm²). Ein Hersteller nennt M 5 für alle Bereiche von Rohbau, Ausbau und Renovierung, M 10 und M 20 für Mauerwerk mit hohen Lasten.

Was bedeuten N und R bei Zement?

Sie beschreiben die Anfangsfestigkeit: N normal, R schnell erhärtend (rapid), L langsam. Die Zahl davor (32,5, 42,5, 52,5) ist die Normfestigkeit nach 28 Tagen in N/mm².

Quellen

  1. Heidelberg Materials: Sackzemente (CEM I/II/III, 32,5/42,5, N/R, 25-kg-Säcke, MC 5, HL 5, chromatarm 6 Monate)
  2. Heidelberg Materials: Mauermörtel (Normalmauermörtel M 5, M 10, M 20 nach DIN EN 998-2)
  3. SAKRET: Universalmörtel 4 in 1 (Wassermenge je 25-kg-Sack, Estrich, Putz, Mauern)
  4. Wikipedia: Mörtel (Zuschlag bis 4 mm, Mörtelgruppen, DIN EN 998-1/-2)
  5. Wikipedia: Beton (Unterschied zu Mörtel und Estrich, Rohdichte)
  6. Wikipedia: Zement (DIN EN 197-1, CEM I, Festigkeitsklassen 32,5/42,5/52,5, N/R/L)
  7. BG BAU: Hautschutz bei der Arbeit (Zement, Kalk, Laugen)

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