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Vergleich

Silikatfarbe oder Dispersionsfarbe: Welche passt zu Ihrer Wand?

Aktualisiert am

Beide gibt es für innen. Der Unterschied liegt im Bindemittel und damit im Untergrund: Dispersion haftet fast überall, reine Silikatfarbe braucht mineralischen Putz. Dazwischen liegt die Silikat-Dispersionsfarbe.

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Was passt zu Ihnen?

Tapete, Gipskarton oder alter Dispersionsanstrich, MietwohnungDispersionsfarbe

Dispersionsfarbe haftet auf fast allen tragfähigen Untergründen und lässt sich einfach überstreichen. Reine Silikatfarbe ist für Gips und tapezierte Flächen laut Ratgeber nicht geeignet.

Mineralischer Putz, Kalksandstein oder Beton und Sie möchten eine diffusionsoffene BeschichtungSilikatfarbe

Silikatfarbe verbindet sich mit mineralischem Untergrund und bleibt dampfdurchlässig. Der hohe pH-Wert (um 11) macht Konservierungsmittel überflüssig. Dazu brauchen Sie Handschuhe und Schutzbrille.

Sie reagieren auf Konservierungsmittel oder suchen einen KompromissBeides geht

Silikat-Dispersionsfarbe (höchstens 5 % organische Anteile nach DIN 18363) ist gebrauchsfertig und kommt ohne Konservierungsmittel aus. Prüfen Sie, ob das Merkblatt Tapete oder Gips ausdrücklich nennt.

Dispersionsfarbe vs Silikatfarbe

UnterschiedDispersionsfarbeSilikatfarbe
BindemittelKunstharz-Dispersion (meist Acrylat) in WasserKaliwasserglas; Silikat-Dispersionsfarbe: Wasserglas plus bis zu 5 % organische Bestandteile
Haftung / UntergrundPutz, Gipskarton, Tapete, Altanstrich, Betonrein mineralisch: Putz, Kalksandstein, Beton; für Gips und Tapete nicht geeignet
Wasserdampfdiffusiongeringer als bei mineralischen Farbenhoch; Beispiel-Merkblatt: sd-Wert 0,01 m
Konservierung / pHenthält meist Konservierungsmittel (z. B. Isothiazolinone); H317 auf dem Etikett beachtenpH um 11, keine zusätzliche Konservierung nötig (Beispiel 11,0–11,4)
Verarbeitunggebrauchsfertig, geruchsarm, wasserverdünnbaralkalisch: Handschuhe, Schutzbrille, Schutzkleidung; reine Silikatfarbe als Zwei-Komponenten-System ca. 10 h vor Gebrauch mischen
Verbrauch (Beispiele aus Merkblättern)ca. 110 ml/m² je Anstrichca. 165 ml/m² je Anstrich
Nassabrieb / DeckkraftKlassen 1 bis 5 / 1 bis 4 je ProduktBeispiel-Merkblatt: Nassabrieb 3, Deckkraft 1
Überstreichen spätermit Dispersion jederzeitSilikat auf Dispersionsanstrich haftet schlecht, Merkblatt prüfen
Preis, weiß, 10 lca. 35–55 € (Spanne 12–80 €)ca. 40–50 €

Drei Farbtypen statt zwei

Im Regal stehen drei Produktgruppen, und das Etikett nennt sie nicht immer klar. Dispersionsfarbe bindet mit einem Kunstharz (meist Acrylat), das als feine Teilchen in Wasser verteilt ist. Sie enthält laut Ratgeber Wasser, Polymerteilchen, Füllstoffe, Pigmente (Titanweiß) und Zusätze, darunter Konservierungsmittel. Reine Silikatfarbe nutzt als Bindemittel Kaliwasserglas. Nach DIN 18363 enthält sie neben Bindemittel nur Füllstoffe und passende Pigmente und wird als Zwei-Komponenten-System geliefert, das etwa zehn Stunden vor dem Streichen angemischt wird. Silikat-Dispersionsfarbe ist gebrauchsfertig und darf bis zu 5 % organische Bestandteile enthalten. Im Baumarkt finden Sie häufig diese dritte Gruppe: Ein Merkblatt nennt als Bindemittel „Acrylat-Dispersion, Wasserglas“.

Der Untergrund entscheidet

Silikat verbindet sich chemisch mit mineralischem Untergrund. Darum hält reine Silikatfarbe auf Putz, Kalksandstein, Beton und Kalkputz sehr gut, aber nicht auf Gips und tapezierten Flächen, weil dem Bindemittel ein mineralischer Reaktionspartner fehlt. Auf einem alten Dispersionsanstrich haftet sie schlecht, weil die Kunststoffschicht die Verbindung verhindert. Soll auf Tapete, Gipskarton oder einen vorhandenen Dispersionsanstrich gestrichen werden, ist Dispersionsfarbe die sichere Wahl. Ein Merkblatt für Silikat-Dispersionsfarbe nennt dagegen ausdrücklich Putz der Mörtelgruppen P I bis P III, Kalksandstein, Tapete, Gipskarton und Textilien; hier gilt immer das Merkblatt des gewählten Produkts. Prüfen Sie den Untergrund mit Klebeband- und Wischtest, wie in Tiefengrund: wann nötig? beschrieben.

Diffusion, Schimmel und Konservierung

Silikatfarben sind dampfdurchlässig; ein Beispiel-Merkblatt gibt den sd-Wert mit 0,01 m an. Die Farbe bremst Wasserdampf kaum und sperrt Feuchte nicht in der Wand. Dispersionsfarben bilden einen Kunststofffilm, der weniger durchlässig ist; laut Ratgeber ist die Anfälligkeit für Schimmel und Algen höher als bei mineralischen Farben. Das ist ein Hinweis zur Beschichtung, kein Versprechen: Ob eine Wand schimmelt, entscheiden Lüften, Heizen und Wärmebrücken (siehe Feuchte Wand: Ursachen). Ein pH-Wert um 11 hält die Farbe im Eimer ohne zusätzliche Konservierung haltbar. Die Verbraucherzentrale NRW weist darauf hin, dass es Silikat-Dispersionsfarben gibt, die aufgrund ihres hohen pH-Werts nicht weiter konserviert werden müssen, und nennt das als Option für Menschen mit Kontaktallergie gegen Isothiazolinone. Kennzeichen sind Siegel wie Blauer Engel oder natureplus und der fehlende Hinweis H317.

Verarbeitung und Schutz

Dispersionsfarbe verarbeiten Sie wie jede Wandfarbe: umrühren, bei Bedarf nach Merkblatt mit wenig Wasser verdünnen, streichen (bei dem Silikat-Beispiel sind höchstens 10 % Wasser erlaubt). Bei Silikatfarbe ist der hohe pH-Wert zu beachten. Sie ist ätzend: Tragen Sie Handschuhe, Schutzbrille und geeignete Kleidung, decken Sie Böden und Fenster ab und spülen Sie Spritzer sofort mit Wasser ab. Der Untergrund muss sauber, trocken und tragfähig sein. Ein Merkblatt nennt eine Überstreichzeit von etwa vier Stunden und die volle Aushärtung nach vier Tagen. Verarbeitungsfehler erkennen Sie später im Streiflicht, siehe Wand streichen ohne Streifen.

Kosten und Wechsel des Systems

Standardfarbe in Dispersionsqualität ist in einer breiten Spanne erhältlich, nach Angaben eines Baumarkt-Onlineangebots von rund 12 bis 80 Euro für zehn Liter, mit den meisten Produkten zwischen 35 und 55 Euro. Weiße Silikat-Innenfarbe kostet für zehn Liter etwa 40 bis 50 Euro. Der Preisabstand ist gering; entscheidend ist der Untergrund. Wer später wechseln möchte, bleibt am einfachsten bei einem System: Dispersion lässt sich mit Dispersion überstreichen, Silikat wird bei Bedarf mit Silikat erneuert. Einen Wechsel von Dispersion zu reiner Silikatfarbe planen Sie nur mit Anstrichentfernung oder nach Herstellerangabe. Welche Klassen für Ihre Räume sinnvoll sind, steht im Ratgeber Welche Wandfarbe?

Passend zum Bedarf

Dispersionsfarbe für Tapete, Gipskarton, Altanstrich

Worauf achten: Deckkraftklasse 1 oder 2, Nassabrieb 2–3, stumpfmatt, Blauer Engel DE-UZ 102

Übliche Preisspanne: 30–70 €

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Silikat-Innenfarbe für mineralischen Putz

Worauf achten: Silikat-Dispersionsfarbe ohne Konservierungsmittel, sd-Wert unter 0,1 m, Hinweis auf geeignete Untergründe im Merkblatt

Übliche Preisspanne: 40–50 €

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Häufige Fragen

Kann ich Silikatfarbe auf Dispersionsfarbe streichen?

Nicht ohne Weiteres. Reine Silikatfarbe haftet auf einem Kunststofffilm schlecht. Silikat-Dispersionsfarben sind manchmal dafür freigegeben; das steht im Merkblatt. Machen Sie im Zweifel eine Probefläche.

Ist Silikatfarbe gesünder als Dispersionsfarbe?

Das lässt sich pauschal nicht sagen. Silikatfarben kommen wegen ihres hohen pH-Werts ohne Konservierungsmittel aus, was für Menschen mit Kontaktallergie gegen Isothiazolinone relevant ist (Verbraucherzentrale NRW). Auch Dispersionsfarben gibt es mit Umweltzeichen wie dem Blauen Engel.

Verhindert Silikatfarbe Schimmel?

Nein. Sie ist dampfdurchlässig und von Natur aus alkalisch, aber Schimmel entsteht durch Feuchte. Beseitigen Sie Ursachen wie fehlendes Lüften oder Wärmebrücken, statt auf die Farbe zu vertrauen.

Brauche ich bei Silikatfarbe Grundierung?

Auf saugendem mineralischem Untergrund oft ja, und zwar mit der vom Hersteller genannten Grundierung. Lesen Sie das Merkblatt; die Prüfungen aus dem Grundierungs-Ratgeber helfen bei der Entscheidung.

Quellen

  1. sanier.de: Silikatfarbe (Kaliwasserglas, DIN 18363, Untergründe, pH-Wert und Schutzausrüstung)
  2. sanier.de: Dispersionsfarbe (Zusammensetzung, Vor- und Nachteile, Konservierungsmittel)
  3. Technisches Merkblatt Silikat-Innenfarbe: Acrylat-Dispersion und Wasserglas, sd-Wert 0,01 m, pH 11,0–11,4, 165 ml/m² (tedox)
  4. Technisches Merkblatt Innenfarbe: 110 ml/m², Klassen, Untergründe (Alpina)
  5. Verbraucherzentrale NRW: Wandfarben für Allergiker (Isothiazolinone, Silikat-Dispersionsfarben)
  6. Mipa: Klassifizierung von Innenfarben nach DIN EN 13300

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