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Projekt

Fliesen neu verfugen: Anleitung, Material und Kosten

Aktualisiert am

Alte Fliesenfugen auskratzen, Staub entfernen, neuen Fugenmörtel einschlämmen und Ecken mit Silikon schließen: Material, Kosten und Ablauf für Bad, Küche und Boden.

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Geschätztes Budget40–106 €
Das brauchen Sie7 Positionen
SchwierigkeitLeicht
Zeitaufwand1 Tag plus Trocknung

Vor dem Kauf

Wann muss die Fuge neu? Wenn der Mörtel bröckelt, reißt, vollgesogen oder dunkel verfärbt ist und sich nicht mehr reinigen lässt. Ein Baumarkt-Ratgeber nennt Verfärbungen, Risse und schwarze Flecken als Anlässe. Lose oder hohl klingende Fliesen sind ein anderes Problem: Dahinter steckt oft Feuchtigkeit oder ein defekter Untergrund.

Vorher klären. Prüfen Sie, welche Art von Fuge Sie vor sich haben: zementäre Mörtelfuge (hart, grau oder farbig) oder Silikon (elastisch). Silikon erneuern Sie anders, siehe Silikonfuge erneuern. Das passende Material wählen Sie mit dem Ratgeber Welcher Fugenmörtel?

Schimmel. Schwarze Punkte in Fugen entstehen meist durch Feuchtigkeit und mangelnde Lüftung. Kleine Stellen lassen sich auskratzen und neu verfugen. Großflächiger Befall oder Feuchtigkeit hinter den Fliesen gehören zu einem Fachbetrieb. Sorgen Sie nach dem Verfugen für Lüftung. Versprechen für die Zukunft können wir nicht geben.

Mietwohnung. Fragen Sie vor der Arbeit Ihren Vermieter: Er entscheidet, ob er die Fugen selbst instand setzt oder Sie sie erneuern dürfen. Klären Sie auch, wer die Kosten trägt.

Altbau vor 1993: Staub und Asbest. In älteren Gebäuden kann Asbest in Fliesenklebern, Putzen und Spachtelmassen vorkommen (Verbraucherzentrale). Fräsen Sie die Fuge, ohne Fliesen oder Kleber zu beschädigen, ist die Gefahr gering. Lösen sich aber Fliesen, bröckelt Kleber oder müssen Sie stemmen: Probe analysieren lassen, siehe Asbest im Altbau. Saugen Sie nie mit einem Haushaltsstaubsauger.

Das brauchen Sie

Fugenmörtel CG2 WA, 2–5 kg

8–20 €

Für Bad und Küche ist ein Mörtel mit reduzierter Wasseraufnahme (WA) und hoher Abriebfestigkeit sinnvoll. Die Menge geben der Fugenmörtelrechner und die Fugentiefe vor.

Worauf achten: CG2 WA nach DIN EN 13888, Fugenbreite passend zur vorhandenen Fuge, flexibel, Farbton passend zu den Fliesen

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Fugenkratzer oder Fugenkratzer-Set

5–15 €

Für Handarbeit, vor allem an Ecken und in schmalen Fugen, in denen der Fräsaufsatz nicht hinkommt.

Worauf achten: Hartmetallspitze, Griff mit Schutz, Ersatzspitzen

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Fugenreiniger und Bürste

6–15 €

Entfernt Schmutz, Fett und Seifenreste aus der offenen Fuge. Auf Schmutz haftet der neue Mörtel schlecht.

Worauf achten: für Fliesenfugen geeignet, keine säurehaltigen Reiniger bei zementären Fugen ohne Freigabe

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Fugbrett oder Gummiwischer

4–12 €

Zum diagonalen Einschlämmen des Mörtels.

Worauf achten: Hartgummi, saubere Kante

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Schwammbrett mit feinem Schwamm

5–12 €

Zum Abwaschen des Mörtelschleiers. Der Schwamm darf nur leicht feucht sein.

Worauf achten: feinporig, auswechselbar

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Sanitärsilikon für Ecken und Anschlüsse, Kartusche

5–12 €

Innenecken, die Fuge zu Wanne oder Waschbecken und Anschlüsse bleiben elastisch. Dort kommt kein Fugenmörtel hin.

Worauf achten: Sanitärsilikon, fungizid ausgerüstet (Herstellerangabe), passende Farbe

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Atemschutzmaske FFP2 und Schutzbrille

7–20 €

Beim Auskratzen und Fräsen entsteht feiner mineralischer Staub. Die BG BAU nennt als Mindestschutz bei unzureichender Absaugung Filter der Stufe P2.

Worauf achten: FFP2 (entspricht P2), dicht sitzend, Schutzbrille mit Seitenschutz

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Praktisch, aber optional

Multitool mit Fugenfräser-Aufsatz

8–30 €

Spart bei langen Fugenstrecken viel Zeit. Der Aufsatz fräst die alte Fuge in einem Zug aus. Das Multitool selbst ist nicht enthalten.

Worauf achten: Aufsatz für Fugen, passend zur Aufnahme Ihres Multitools

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Epoxid-Fugenmasse für Dauerfeuchte-Bereiche

25–60 €

Wird in Duschen, Schwimmbädern und Küchen eingesetzt. Sie ist unempfindlicher gegen Wasser und Reinigungsmittel, aber schwieriger zu verarbeiten.

Worauf achten: RG nach DIN EN 13888, Fugenbreite passend, Mischungsverhältnis genau einhalten

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Fugenglätter für Silikon

3–8 €

Für eine saubere, gleichmäßige Silikonfuge.

Worauf achten: Set mit mehreren Radien

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Abklebeband für Silikonfugen

3–7 €

Beidseitig der Fuge aufgeklebt, entsteht eine saubere Silikonkante.

Worauf achten: Malerkrepp 19 oder 25 mm

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Werkzeug

Schritt für Schritt

  1. Bereich vorbereiten. Bad oder Küche leeren, Boden und Armaturen mit Folie abdecken. Fenster öffnen. Schutzbrille und FFP2-Maske aufsetzen.
  2. Alte Fuge entfernen. Mit Fugenkratzer oder dem Fräsaufsatz am Multitool die alte Fuge entfernen, mindestens 3 mm tief und bis auf festen Untergrund. Arbeiten Sie in der Fugenmitte und beschädigen Sie die Kanten der Fliesen nicht. Reste lösen Sie mit Kratzer oder Cutter.
  3. Absaugen. Staub gründlich absaugen. Ein BG-BAU-Flyer rät, Staub an der Entstehungsstelle abzusaugen und nicht zu kehren.
  4. Fugen reinigen. Mit Fugenreiniger und feuchtem Lappen Fett, Seife und Schmutz entfernen. Dann trocknen lassen, soweit der Mörtel es verlangt.
  5. Fugen anfeuchten. Zementäre Fugen vor dem Einbringen leicht anfeuchten, damit der Mörtel nicht zu schnell Wasser verliert. Genauer steht es im Merkblatt.
  6. Mörtel anrühren. Fugenmörtel nach Merkblatt mit Wasser anrühren und je nach Produkt kurz reifen lassen. Die Verarbeitungszeit liegt je nach Produkt zwischen etwa 20 Minuten und 2 Stunden; rühren Sie nur kleine Mengen an.
  7. Einschlämmen. Mit Fugbrett diagonal zu den Fugen auftragen, bis der Fugenquerschnitt vollständig gefüllt ist. Überschuss abziehen.
  8. Abwaschen. Nach dem Anziehen mit leicht feuchtem Schwammbrett abwaschen. Nicht zu nass arbeiten, damit der Mörtel nicht ausgewaschen wird. Wasser oft wechseln. Nach dem Trocknen Schleier mit einem trockenen Tuch entfernen oder mit neutralem Reiniger.
  9. Ecken und Anschlüsse mit Silikon schließen. Alte Silikonreste entfernen, Flanken reinigen und trocknen, beidseitig abkleben, Silikon einspritzen und glätten. Abziehen, solange das Silikon noch weich ist.
  10. Trocknen lassen. Je nach Mörtel ist die Fläche nach etwa 12 Stunden begehbar und nach 48 Stunden voll belastbar (Datenblatt eines zementären Fugenmörtels). Bei Duschen warten Sie die Zeit im Datenblatt ab, bevor Wasser darauf kommt.

Günstiger oder hochwertiger

Günstiger: Nur defekte Abschnitte neu verfugen statt der ganzen Fläche. Das geht, wenn Farbe und Material zusammenpassen. Bei Farbunterschieden bleibt der Unterschied sichtbar.

Hochwertiger: Epoxidfuge in der Dusche oder hinter dem Herd, mit genau eingehaltenem Mischungsverhältnis. Epoxid ist wasser- und chemikalienbeständiger, aber schwieriger zu verarbeiten.

Handwerker: Bei großflächigen Schäden, Hohlstellen oder Feuchtigkeit hinter den Fliesen lohnt der Fachbetrieb. Fragen Sie nach Ursachenklärung vor dem Verfugen. Preise erfragen Sie als Festpreis je Quadratmeter oder als Pauschale.

Häufige Fragen

Wie tief muss man alte Fugen auskratzen?

Mindestens 3 mm, besser so tief, dass nur noch fester Untergrund bleibt. Ein Hersteller von Epoxidfugen nennt 3 mm als Mindesttiefe. Zu flache Fugen halten schlecht.

Kann ich neuen Fugenmörtel über den alten geben?

Nur, wenn der Hersteller es ausdrücklich erlaubt. In der Regel muss der alte Mörtel heraus, weil neuer Mörtel auf losem oder verschmutztem Untergrund nicht haftet.

Welchen Fugenmörtel nehme ich im Bad?
Einen Mörtel mit CG2 WA nach DIN EN 13888. In stark beanspruchten Bereichen kommt Epoxid in Frage. Mehr im Ratgeber Welcher Fugenmörtel?
Wann kann ich nach dem Verfugen wieder duschen?

Das steht im Datenblatt des Mörtels. Ein Datenblatt nennt begehbar nach 12 Stunden und volle Belastung nach 48 Stunden. Planen Sie für Duschen mindestens 2 Tage ein, wenn nichts anderes angegeben ist.

Quellen

  1. toom: Fliesenfugen erneuern (Multitool mit Fugenfräser, Fugenkratzer, anfeuchten, Gummiwischer, Schwammbrett)
  2. Datenblatt Fugenmörtel CG2 WA: diagonal abziehen, Fugenquerschnitt vollständig füllen, Reinigung ohne säurehaltige Mittel (Schomburg)
  3. Datenblatt zementärer Fugenmörtel: Verarbeitungszeit 2 Stunden, begehbar nach 12 Stunden, belastbar nach 48 Stunden (Sopro Bauchemie)
  4. BG BAU: Staub-Flyer (Absaugung an der Quelle, Atemschutz P2)
  5. Datenblatt Epoxidfugenmörtel: Mindesttiefe 3 mm, Fugenbreite 2–20 mm (Sika)
  6. Verbraucherzentrale: Asbest – gefährlich und immer noch aktuell

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