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Ratgeber

Welcher Fugenmörtel? CG2 WA, Epoxid und Fugenbreite

Aktualisiert am

Die Kürzel auf dem Sack nach DIN EN 13888 sagen, wofür ein Fugenmörtel taugt. Hier lesen Sie, welche Klasse zu Dusche, Küche und Boden passt und wann Silikon statt Mörtel nötig ist.

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Die Kürzel nach DIN EN 13888

Die Norm DIN EN 13888 teilt Fugenmörtel in zementäre (CG) und Reaktionsharz-Fugenmörtel (RG) ein. Bei CG gibt es zwei Leistungsklassen. Die Zusätze W und A stehen für besondere Eigenschaften.

KürzelBedeutung
CGzementärer Fugenmörtel (Cementitious Grout)
CG1Normalklasse
CG2verbesserte Klasse mit zusätzlichen Anforderungen
Wreduzierte Wasseraufnahme (bei CG2 meist als „WA“ angegeben)
Ahohe Abriebfestigkeit
RGReaktionsharz-Fugenmörtel (zum Beispiel Epoxid)

Hersteller führen die Eigenschaften im Datenblatt oft so auf: „CG2 WA nach EN 13888: hohe Abriebfestigkeit, reduzierte Wasseraufnahme“. Die Zahlenwerte der Prüfungen stehen in der Norm. Für die Kaufentscheidung genügt die Faustregel: CG2 WA, wenn Wasser, Reinigung oder Belastung im Spiel sind.

Fugenbreite: Was ist zulässig?

Jedes Produkt hat einen Fugenbereich. Wer eine breitere oder schmalere Fuge füllt als zulässig, riskiert Risse oder Schwund. Beispiele aus Datenblättern:

ProdukttypKlasseZulässige Fugenbreite
Standardfuge für schmale FugenCG12–5 mm
Flexible UniversalfugeCG2 WA2–30 mm
Schnellfuge für belastete FlächenCG2 WA2–15 mm
Hochfester mineralischer FugenmörtelCG2 WA3–20 mm
Epoxid-FugenmörtelRG2–20 mm, mindestens 3 mm tief

Als Richtwert nennt ein Hersteller für keramische Fliesen Fugenbreiten von 3 bis 8 mm. Rektifizierte Fliesen (nachgeschnittene, exakte Kanten) vertragen schmale Fugen von etwa 2 mm, unregelmäßige Fliesen brauchen breitere Fugen, die Maßunterschiede ausgleichen. Ein Hersteller von Großformatkleber verlangt bei Platten bis 60 cm Kantenlänge mindestens 3 mm Fugenbreite. Planen Sie die Fugenbreite deshalb vor dem Kauf und kontrollieren Sie, ob Ihr Mörtel sie abdeckt. Die Menge zeigt der Fugenmörtelrechner.

Dusche, Küche, Boden: welche Fuge wohin?

BereichEmpfehlenswertHinweis
Wohnräume, Flur, BodenCG1 oder CG2Fugenbreite zur Fliese wählen
Dusche, Bad (Spritzwasser)CG2 WAFugen allein dichten nicht ab, siehe Abdichtung im Bad
KüchenrückwandCG2 WA, hinter Herd und Spüle auch EpoxidSilikon an der Arbeitsplatte
Dauernass, Schwimmbad, hohe ReinigungsbelastungEpoxid (RG)Hersteller nennt Bäder, Küchen, Schwimmbäder
Außenbereichfrostbeständiger Mörtel nach DatenblattBewegungsfugen einplanen

Epoxid oder Zement?

Epoxidfugen sind wasser- und chemikalienbeständig. Ein Datenblatt nennt sie für Bäder, Küchen und Schwimmbäder, auch mit Salzwasser. Sie sind aber anspruchsvoller: Das Mischungsverhältnis der beiden Komponenten (in einem Datenblatt 94 : 6) muss genau stimmen, sie dürfen nicht mit Wasser verdünnt werden, die Verarbeitungszeit beträgt etwa 45 Minuten bei 23 °C. Zementäre CG2-WA-Fugen sind günstiger und für die meisten Wohnräume ausreichend. Wer zum ersten Mal verfugt, ist mit CG2 WA besser bedient. Epoxid lohnt sich dort, wo Sie später nicht nacharbeiten wollen, zum Beispiel in der Dusche.

Farbe und Verarbeitung

Der Farbton wirkt beim Trocknen oft anders als im nassen Zustand. Machen Sie deshalb eine Probe auf einer Ersatzfliese und lassen Sie sie trocknen. Dunkle Fugen verbergen Schmutz, helle zeigen Ränder. Bei Natursteinen testet man den Mörtel vorab, weil Verfärbungen möglich sind (Hinweis eines Epoxid-Herstellers).

Zementäre Fugen werden diagonal zur Fuge eingeschlämmt, bis der Fugenquerschnitt vollständig gefüllt ist. Nach dem Anziehen wird mit leicht feuchtem Schwammbrett abgewaschen, das Wasser oft gewechselt. Säurehaltige Reiniger vermindern laut einem Hersteller die Festigkeit zementärer Fugen. Verwenden Sie neutrale oder leicht alkalische Reiniger. Die Schritte im Projekt Fliesen neu verfugen.

Wo Silikon statt Fugenmörtel hinkommt

Mörtelfugen sind starr. Dort, wo sich Bauteile bewegen, würden sie reißen: Innenecken, Anschluss an Wanne, Waschbecken, Arbeitsplatte, Boden-Wand-Anschluss und Bewegungsfugen. Diese Fugen müssen elastisch geschlossen werden, das nennen Hersteller und Baumarktanleitungen ausdrücklich. Sanitärsilikon schließt laut Datenblatt „Bewegungs-, Eck- und Anschlussfugen“. Es ist eine Wartungsfuge: Sie wird regelmäßig geprüft und bei Rissen oder Ablösung erneuert. Hintergrund: Wartungsfuge und Silikon oder Acryl.

Häufige Fehler bei der Fugenwahl

Passend zum Bedarf

Bad, Küche, Boden: der Standard

Worauf achten: CG2 WA nach DIN EN 13888, flexibel, Fugenbreite 2–15 mm oder passend zu Ihrer Fuge, Farbton nach Fliese

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Dusche und Schwimmbad, Dauernässe

Worauf achten: Epoxid-Fugenmörtel RG, Zweikomponenten, Fugenbreite 2–20 mm, Mischungsverhältnis genau einhalten

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Bewegungsfugen und Ecken

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Häufige Fragen

Was heißt CG2 WA?

CG2 ist ein zementärer Fugenmörtel der Leistungsklasse 2, WA bedeutet reduzierte Wasseraufnahme und hohe Abriebfestigkeit. Diese Kombination ist die Standardwahl für Bad, Küche und Boden.

Welche Fugenbreite ist für Bodenfliesen richtig?

Rektifizierte Fliesen brauchen etwa 2 bis 3 mm, nicht rektifizierte 3 bis 5 mm. Hersteller nennen für keramische Fliesen 3 bis 8 mm als Bereich. Der Mörtel muss für die gewählte Breite zugelassen sein.

Brauche ich in der Dusche Epoxidfuge?

Nicht zwingend. CG2 WA reicht für viele Duschen. Epoxid ist wasserbeständiger und lohnt sich bei hoher Belastung. Fugen dichten die Fläche nicht ab, dafür sorgt die Abdichtung unter den Fliesen.

Kann ich Fugenmörtel in die Ecke füllen?

Nein. Innenecken und Anschlüsse bewegen sich. Dort wird Silikon eingesetzt.

Quellen

  1. Sopro: Planer Fliesen und Platten (CG1/CG2, WA nach DIN EN 13888, Fugenbreiten, elastische Fugen)
  2. Datenblatt Fugenmörtel CG 2 WA, Fugenbreite 2–30 mm (Lugato)
  3. Datenblatt Fugenmörtel CG 2 WA, Fugenbreite 2–15 mm (FFM Strasser)
  4. Datenblatt hochfester Fugenmörtel CG2 WA, 3–20 mm, Verarbeitung, Reinigung (Schomburg)
  5. Datenblatt Epoxidfugenmörtel (RG): Fugenbreite 2–20 mm, Mischungsverhältnis, Einsatzbereiche (Sika)
  6. Datenblatt Sanitärsilikon: Bewegungs-, Eck- und Anschlussfugen, Wartungsfuge (Ardex)

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