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Ratgeber

Alte Elektrik in der Wohnung erkennen: Warnzeichen und wer prüft

Aktualisiert am

Schraubsicherungen, fehlender Schutzleiter, kein FI-Schalter, warme Steckdosen: Woran Sie eine veraltete Elektroinstallation erkennen, was Sie sofort tun und warum nur Elektrofachkräfte daran arbeiten.

Was Sie selbst tun – und was nicht

Dieser Ratgeber ist eine Erkennungshilfe. Er enthält keine Anleitung, an der Elektroinstallation zu arbeiten, und das ist Absicht. Nach § 13 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) dürfen Arbeiten an der Kundenanlage nur vom Netzbetreiber oder von einem Installationsunternehmen ausgeführt werden, das im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist. Steckdosen, Schalter, Verteiler und Leitungen sind für Heimwerker tabu. Sie dürfen Geräte einstecken und Stecker ziehen, mehr nicht.

Elektrofachkraft statt Heimwerker. Schalten Sie bei Verdacht auf Mängel das betroffene Gerät aus und ziehen Sie den Stecker. Öffnen Sie keine Dosen, keinen Sicherungskasten, keinen Zählerschrank. Bei Brandgeruch, Funken oder Rauch verlassen Sie den Bereich und rufen Sie die Feuerwehr (112).

Warnzeichen für eine veraltete Installation

ZeichenWarum es auffälltErster Schritt
Steckdosen ohne Schutzkontakt (zwei Löcher, keine Metallkontakte seitlich)kein Schutzleiter an der Dose; vor allem in alten WohnungenElektrofachkraft fragen, was nötig ist
Schraubsicherungen (Porzellan- oder Kunststoffeinsätze) im VerteilerHinweis auf eine ältere AnlageZustand von Fachbetrieb beurteilen lassen
Kein FI/RCD-Schalter im Verteiler (Schalter mit Prüftaste)Fehlerstromschutz fehlt, in Altbauten häufigFachbetrieb beurteilt Nachrüstung
Braun oder schwarz verfärbte Steckdosen, Brandgeruch, KnisternÜberhitzung an Kontakten oder LeitungenGerät und Stromkreis abschalten, Fachbetrieb rufen
Warme oder heiße Steckdosen und SteckerÜbergangswiderstände, ÜberlastGerät nicht weiter nutzen, Fachbetrieb rufen
Brüchige, stoffummantelte oder zweiadrige Leitungen sichtbaralte Leitungstypen, oft ohne Schutzleiternicht berühren, Vermieter und Fachbetrieb informieren
Sicherung löst wiederholt aus; flackerndes LichtÜberlast oder Fehler im Stromkreisnicht überbrücken, prüfen lassen
Viele Mehrfachsteckdosen und Verlängerungenzu wenige Steckdosen für die GeräteLast verringern, langfristig Installation anpassen lassen

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass veraltete Elektroinstallationen die Möglichkeiten einschränken und alte Kabel bei vielen neuen Geräten überlastet werden und gefährlich werden können. Steckdosen mit Fehlerstromüberwachung erhöhen laut Verbraucherzentrale die Sicherheit, wenn ein Gerät defekt ist. Ob und wie Ihre Anlage nachgerüstet werden muss, beurteilt nur ein Elektrofachbetrieb vor Ort.

Wer prüft die Anlage? Der E-Check

Der E-Check ist eine Anlagenprüfung durch Innungsfachbetriebe des Elektrohandwerks. Laut Elektrohandwerk darf er nur von qualifizierten Innungsfachbetrieben ausgeführt werden. Geprüft werden unter anderem Schutzeinrichtungen wie Fehlerstromschutzschalter, die Schutzeinrichtungen im Sicherungsverteiler, Geräte sowie Beleuchtung und Blitz- und Überspannungsschutz. Im Privatbereich sollen ortsfeste Anlagen nach Angabe des Elektrohandwerks alle vier Jahre geprüft werden, ortsveränderliche Geräte in der Regel jährlich. Die Kosten richten sich nach Anlagengröße und Gerätezahl; ein Angebot erhalten Sie vom Elektrofachbetrieb. Das Prüfprotokoll ist auch ein Nachweis gegenüber der Versicherung.

Mieter: Informieren Sie den Vermieter schriftlich

In der Mietwohnung ist der Vermieter für die Installation zuständig, soweit sie Teil der Mietsache ist. § 535 Absatz 1 BGB verpflichtet ihn, die Mietsache in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu erhalten. Melden Sie Mängel deshalb schriftlich, mit Datum und Fotos, und bitten Sie um Prüfung durch eine Elektrofachkraft. Weder Ihnen noch Ihrem befreundeten Hobby-Elektriker ist es erlaubt, an der Anlage zu arbeiten. Bei Streit über Zuständigkeit und Kosten hilft ein Mieterverein oder die Verbraucherberatung; mehr dazu in Heimwerken in der Mietwohnung.

Alte Elektrik und Heimwerkerarbeiten

Häufige Fehler

Häufige Fragen

Woran erkenne ich, ob in meiner Wohnung ein FI-Schalter eingebaut ist?

Im Sicherungsverteiler sitzt ein Schalter mit einer Prüftaste (oft mit „T“ gekennzeichnet) und der Angabe eines Auslösestroms, zum Beispiel 30 mA. Öffnen Sie keine Abdeckungen, die sich nur mit Werkzeug lösen lassen, und fragen Sie bei Unsicherheit die Elektrofachkraft. Fehlt ein solcher Schalter, melden Sie das dem Vermieter und lassen die Anlage prüfen.

Wer darf Steckdosen und Schalter tauschen?

Arbeiten an der Kundenanlage führt nach § 13 Absatz 2 NAV der Netzbetreiber oder ein im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragenes Installationsunternehmen aus. Als Heimwerker wechseln Sie weder Steckdosen noch Schalter noch Leuchten mit Festanschluss.

Wie oft sollte die Elektroanlage geprüft werden?

Das Elektrohandwerk empfiehlt im Privatbereich für ortsfeste Anlagen eine Prüfung alle vier Jahre, für ortsveränderliche Geräte in der Regel jährlich. Das ist eine Empfehlung des E-Check, keine gesetzliche Frist für Privathaushalte.

Darf ich als Mieter einen FI-Schalter nachrüsten lassen?

Eine Nachrüstung ist eine Maßnahme an der Installation und braucht die Abstimmung mit dem Vermieter, der dafür eine Elektrofachkraft beauftragt. Fragen Sie schriftlich nach und holen Sie bei Streit Rat beim Mieterverein.

Quellen

  1. Elektrohandwerk: E-Check – häufige Fragen (Prüfumfang, Intervalle, Innungsfachbetriebe)
  2. Verbraucherzentrale: Moderne Elektrik planen und intelligent nutzen
  3. Verbraucherzentrale: Asbest – gefährlich und immer noch aktuell
  4. Niederspannungsanschlussverordnung (NAV), § 13: Anschluss an das Niederspannungsnetz, Ausführung durch Installationsunternehmen

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