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Ratgeber

Gipskartonplatten: GKB, GKBI, GKF und Gipsfaser im Überblick

Aktualisiert am

Welche Gipsplatte für Wohnraum, Küche, Bad und Brandschutz? Die Kürzel nach DIN 18180 und die Typen nach DIN EN 520 im Überblick, mit Dicken, Kanten und Feuchtraum-Grenzen.

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Die Plattentypen: Kürzel und Normtypen

Für Gipsplatten gelten in Deutschland zwei Regelwerke nebeneinander: die europäische Produktnorm DIN EN 520 und die nationale Anwendungsnorm DIN 18180, die Lücken der EN 520 schließt. Im Handel und auf Websites finden Sie deshalb beide Schreibweisen. Die Zuordnung der wichtigsten Platten:

Kürzel (DIN 18180)Typ (DIN EN 520)BesonderheitTypischer Einsatz
GKB, Gipskarton-BauplatteAStandardplatteWände und Decken in trockenen Räumen
GKBI, imprägniertH2reduzierte Wasseraufnahme, grüner KartonKüche, privates Bad (Spritzwasser)
GKF, FeuerschutzplatteF (bei Herstellern oft „DF“)verbesserter Gefügezusammenhalt des Kerns bei hohen TemperaturenAufbauten mit Brandschutzanforderung
GKFIF plus H2 (oft „DFH2“)Feuerschutz und ImprägnierungBrandschutz in feuchten Bereichen
GKP, PutzträgerplattePOberfläche für PutzUntergrund für Putz

Dazu kommen Typen mit besonderen Eigenschaften: D steht für eine definierte Dichte, R für erhöhte Festigkeit, I für erhöhte Oberflächenhärte. Hersteller kombinieren sie zu Spezialplatten für Schallschutz oder stark beanspruchte Wände. Welche Eigenschaften eine Platte hat, steht auf dem Etikett oder im Datenblatt.

Dicken, Formate und Kanten

Für den Wandbau nehmen Sie in der Regel eine Ausbauplatte. Sie ist 1.250 mm breit und in verschiedenen Längen erhältlich.

PlattenartDickeBreiteLängeEinsatz
Renovierboard6–6,5 mm900 / 1.200 mm1.250–3.000 mmoptische Wandverkleidung
Trockenputzplatte9,5 mm600 / 1.200 mm2.000–3.000 mmWandverkleidung
Ausbauplatte12,5–18 mm600 / 900 / 1.250 mm2.000–3.000 mmWände, Decken, Ständerwand
Massivbauplatte20 / 25 mm625 mm2.000–2.600 mmmassive Beplankung

Die Längskanten sind werkseitig abgeflacht, zum Beispiel als abgeflachte Kante (AK) oder halbrund abgeflachte Kante (HRAK). In der Vertiefung füllt die Spachtelmasse die Fuge. Die Kantenform bestimmt mit, ob beim Verspachteln ein Bewehrungsstreifen nötig ist. Schnittkanten haben diese Fase nicht; Sie fasen sie im Winkel von 45 Grad an. Wie Sie spachteln, zeigt das Projekt Gipskarton spachteln.

Bad und Küche: Wo imprägnierte Platten reichen

Die Abdichtungsnorm DIN 18534 teilt Flächen in Wassereinwirkungsklassen ein. In einem privaten Bad gilt außerhalb von Wanne und Duschtasse meist die Klasse W1-I (höchstens Spritzwasser, mäßige Beanspruchung). Dafür sind Gipsplatten zulässig; imprägnierte Platten sind die übliche Wahl. Weil Gipsplatten feuchteempfindlich sind, werden die Flächen hinter Fliesen abgedichtet. Imprägniert heißt nicht wasserdicht, sondern „nimmt Wasser verzögert auf“.

Anders im Duschbereich: Bei einer bodengleichen Dusche fällt der Bereich in die Klasse W2-I (hohe Wassereinwirkung). Für W2-I und W3-I sind nach der Zusammenfassung eines Abdichtungsherstellers nur feuchteunempfindliche Untergründe zugelassen, und Gipsplatten stehen nicht in der Liste. Dafür gibt es zementgebundene Bauplatten und spezielle Nassraumplatten mit Verwendbarkeitsnachweis. Auch Gipsfaserplatten brauchen im häuslichen Bad eine Abdichtung der Oberfläche. Die Details erklärt der Ratgeber Abdichtung im Bad nach DIN 18534.

Brandschutz und Schallschutz

Die Feuerschutzplatte GKF hat einen Kern mit besserem Zusammenhalt bei hohen Temperaturen. Eine Feuerwiderstandsklasse erreicht aber erst der geprüfte Gesamtaufbau aus Platten, Profilen, Dämmung und Befestigung. Wer eine Brandschutzwand braucht, wählt ein System des Herstellers mit Nachweis und beauftragt dafür eine Fachfirma.

Für den Schallschutz setzen Hersteller Platten mit höherem Flächengewicht und weicherem Gipskern ein, kombiniert mit einer Metallunterkonstruktion und zweilagiger Beplankung. Im günstigsten Fall sind laut Herstellerangaben bis zu 70 dB möglich. Das gilt für geprüfte Systeme, nicht für eine einzelne Platte.

Gipskarton oder Gipsfaser?

Gipsfaserplatten bestehen zu etwa 80 % aus Gips und zu etwa 20 % aus Papierfasern, ohne Kartonummantelung. Sie sind schwerer und fester, im Preis aber höher. Alles zum Unterschied im Vergleich Gipskarton oder Gipsfaserplatte.

Welche Platte für welchen Raum?

EinsatzPlatteHinweis
Wohnzimmer, Schlafzimmer, FlurGKB / Typ A, 12,5 mmStandard
Dachschräge, DeckeGKB, 12,5 mmBefestigungsabstände nach Herstellerangabe
Küche, privates Bad (Spritzwasser)GKBI / Typ H2hinter Fliesen abdichten
Bodengleiche Duschezementgebundene oder spezielle Nassraumplattekeine Gipsplatte; Fachbetrieb für die Abdichtung
BrandschutzanforderungGKF / Typ F im geprüften AufbauNachweis des Herstellers, Fachfirma
Wand mit Regalen und Hängeschränkenzweilagig oder Gipsfaser; Traversen im Aufbausiehe Schwere Lasten an Gipskarton

Häufige Fehler

Passend zum Bedarf

Trockene Wohnräume

Worauf achten: Gipskartonplatte Typ A (GKB), 12,5 mm, 1.250 mm breit, Kantenform AK oder HRAK

Übliche Preisspanne: 6–12 €

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Küche und privates Bad (Spritzwasser)

Worauf achten: imprägnierte Platte Typ H2 (GKBI), grüner Karton, 12,5 mm; Abdichtung hinter Fliesen einplanen

Übliche Preisspanne: 9–18 €

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Bodengleiche Dusche

Worauf achten: zementgebundene Bauplatte oder Nassraumplatte mit Verwendbarkeitsnachweis für W2-I; Verbundabdichtung nach DIN 18534

Übliche Preisspanne: 20–50 €

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Brandschutzanforderung

Worauf achten: Feuerschutzplatte Typ F (GKF) nur im Systemaufbau des Herstellers mit Nachweis

Übliche Preisspanne: 10–22 €

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Häufige Fragen

GKB oder GKBI im Bad?

Im privaten Bad mit Spritzwasser (Wassereinwirkungsklasse W1-I) nehmen Sie die imprägnierte GKBI und dichten hinter Fliesen ab. Im Bereich der bodengleichen Dusche (W2-I) sind Gipsplatten nicht zugelassen.

Ist eine GKBI-Platte wasserdicht?

Nein. Sie hat eine reduzierte Wasseraufnahme, nimmt aber Wasser verzögert auf. Eine Verbundabdichtung hinter Fliesen bleibt nötig.

Welche Dicke brauche ich für eine Ständerwand?

Üblich sind 12,5 mm je Lage. Zwei Lagen je Seite verbessern Schall- und Brandschutz und erhöhen die Tragfähigkeit für Lasten an der Wand. Bei einer Lage werden etwa 40 kg je laufendem Meter genannt.

Was bedeutet DF oder DFH2 auf der Platte?

Das sind Typbezeichnungen nach DIN EN 520. D steht für definierte Dichte, F für Gefügezusammenhalt bei hohen Temperaturen, H2 für reduzierte Wasseraufnahme. DF entspricht ungefähr der GKF, DFH2 der GKFI.

Quellen

  1. Siniat: Gipskartonplatten (Typen nach DIN EN 520 und DIN 18180, Zuordnung GKB, GKBI, GKF)
  2. sanier.de: Gipskartonplatten in der Übersicht (Plattenarten, Dicken, Breiten, Längen)
  3. Siniat: Feuchteschutz im Trockenbau (Feuchtebeanspruchung W1-I bis W3-I, Bad und Dusche)
  4. Weber: Abdichtungsnorm DIN 18534 (Wassereinwirkungsklassen W0-I bis W3-I, zulässige Untergründe)
  5. fermacell: Fragen und Antworten (Bad, Konsollast, Spachtelfuge, Schneiden, Schrauben)

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