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Ratgeber

60 × 120 Fliesen verlegen: Untergrund, Kleber und Technik

Aktualisiert am

Großformate sind schwer, empfindlich und verzeihen keinen unebenen Untergrund. Das gehört dazu: Ebenheit, Kombiverfahren mit Kleber auf beiden Seiten, Nivelliersystem, Fugen.

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Was gilt als Großformat?

Eine feste Grenze gibt es nicht. Ein Hersteller spricht bei Fliesen von 30 × 60 cm bis zu Kantenlängen von 300 × 100 cm von Großformaten, dünnste Platten sind dann nur noch 3 mm stark. Das Fachportal Baunetzwissen verlangt schon ab 50 × 50 cm Kantenlänge eine Kontaktschicht auf der Rückseite der Fliese. Ein Merkblatt zu Calciumsulfat-Fließestrichen sieht Großformate ab 0,25 m² Fliesengröße. Für die Praxis gilt: Ab etwa 60 × 60 cm und bei langen schmalen Formaten (30 × 120 cm) gelten die Regeln dieses Ratgebers.

Der Untergrund: eben, trocken, tragfähig

Je größer die Fliese, desto weniger Spielraum hat sie. Eine kleine Fliese gleicht eine Welle im Estrich über den Kleber aus; eine große Fliese bricht oder wölbt sich. Die Norm DIN 18202 („Toleranzen im Hochbau“) gibt zulässige Ebenheitsabweichungen vor. Hersteller weisen darauf hin, dass diese Toleranzen für Großformate im Dünnbett zu groß sind: Ein Fliesenkleber-Hersteller schreibt, dass für Großformate zusätzlich ein Spachteln und Ausgleichen nötig ist. Ein anderer hält fest, dass auch bei Einhaltung der Norm meist eine zusätzliche Ausgleichsspachtelung zwingend erforderlich ist.

So prüfen Sie den Untergrund:

Für den Ausgleich auf dem Boden empfehlen Hersteller selbstverlaufende Spachtelmasse; die Menge berechnet der Ausgleichsmasse-Rechner (zum Rechner).

Kleber und Kleberbett: das Kombiverfahren

Bei Großformaten genügt der Auftrag auf den Untergrund nicht. Nach Baunetzwissen ist rückseitig auch bei nicht verwölbten Fliesen ab 50 × 50 cm eine Kontaktschicht aufzutragen; verwölbte Fliesen sind nur im Buttering-Floating-Verfahren mit hoher Klebemörteldicke sicher zu verlegen. Das heißt:

  1. Kleber mit der Zahnkelle auf den Untergrund auftragen und in einer Richtung durchkämmen.
  2. Zusätzlich eine dünne Schicht Kleber auf die Rückseite der Fliese ziehen und genauso kämmen, und zwar in die gleiche Richtung wie am Boden.
  3. Die Fliese quer zu den Kleberstegen aufsetzen und leicht hin und her schieben, sodass die Stege zusammenfließen und keine Hohlräume entstehen.

Verwenden Sie einen Kleber, den der Hersteller ausdrücklich für Großformate und für die Fliesenart (Feinsteinzeug, Naturstein) freigibt. Die Zahnung geben Fliesen- und Klebehersteller vor, meist ist sie größer als bei kleinen Formaten. Entfernen Sie das weiße Pulver auf der Rückseite vieler Großformate, einen Produktionsrückstand, vor dem Verlegen; sonst haftet der Kleber schlechter. Mehr zur Wahl von Klebern lesen Sie in Welcher Fliesenkleber?

Verlegen mit Nivelliersystem

Ein Nivelliersystem (Laschen und Keile oder Spannsysteme) hält benachbarte Fliesenkanten auf gleicher Höhe, solange der Kleber abbindet. Sie setzen eine Lasche unter die Fuge, drücken die Fliese an und ziehen die Verbindung mit einer Zange an. Nach dem Aushärten werden die Laschen abgeschlagen. Planen Sie:

Transportieren und Schneiden

Tragen Sie große Fliesen hochkant, zu zweit und mit Saugheber. Fliesen können beim Anheben brechen, wenn sie in der Mitte durchhängen. Zum Schneiden eignen sich Schneidemaschinen mit langem Schnitt oder Nassschneider und Winkelschleifer mit Diamanttrennscheibe für Ausschnitte. Beim Schneiden von Feinsteinzeug entsteht feiner Staub, der Quarz enthalten kann: Schneiden Sie nass oder mit Absaugung, tragen Sie Schutzbrille, Gehörschutz und mindestens eine FFP2-Maske. Die BG BAU empfiehlt, Staub an der Entstehungsstelle abzusaugen und nicht zu kehren.

Fugen: breit genug planen

Viele wünschen sich 1 bis 2 mm schmale Fugen. Baunetzwissen weist darauf hin, dass solche Fugen den Anforderungen an Bewegung bei Großformaten nicht mehr genügen können. Ein Merkblatt zu Belägen auf Fließestrich nennt 5 mm als bewährt und 3 mm als Untergrenze. Auch bei rektifizierten Fliesen mit sauber geschnittenen Kanten gilt: Die Mindestfugenbreite nennt der Hersteller, unterschreiten Sie sie nicht. Welcher Fugenmörtel passt, steht im Ratgeber Welcher Fugenmörtel?; die Menge liefert der Fugenmörtel-Rechner.

Häufige Fehler

Wenn Sie Großformate auf einen alten Belag kleben wollen, lesen Sie Fliesen auf Fliesen; Anforderungen an die Abdichtung in der Dusche stehen in Abdichtung im Bad nach DIN 18534.

Passend zum Bedarf

Kleber für Großformat

Worauf achten: Fliesenkleber (Mittelbett oder flexibel) mit Freigabe für Großformate und Feinsteinzeug, 25 kg, Datenblatt mit Zahnung

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Höhe der Kanten halten

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Fliesen sicher tragen

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Untergrund eben machen

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Häufige Fragen

Welche Zahnung brauche ich für 60 × 120?

Die Zahnung geben Fliesen- und Klebehersteller an. Sie ist bei Großformaten meist größer als bei kleinen Fliesen. Entscheidend ist, dass die Fliese im Kombiverfahren hohlraumfrei im Kleber liegt.

Muss ich den Boden vor dem Fliesen ausgleichen?

Meist ja. Die Toleranzen nach DIN 18202 sind für Großformate im Dünnbett oft zu groß; Hersteller empfehlen deshalb eine Ausgleichsspachtelung.

Wie breit müssen die Fugen sein?

Fugen von 1 bis 2 mm können den Bewegungen bei Großformaten nach Baunetzwissen nicht mehr genügen. Ein Merkblatt zu Fließestrich nennt 5 mm als bewährt und 3 mm als Untergrenze; im Datenblatt Ihrer Fliese steht die Herstellerangabe.

Kann ich Großformate allein verlegen?

Kleine Flächen ja, große Platten besser zu zweit. Die Fliese bricht beim Anheben leicht, wenn sie in der Mitte durchhängt; ein Saugheber hilft.

Quellen

  1. Baunetzwissen: Verlegung von Großformaten (Kontaktschicht, Buttering-Floating, Fugenbreite)
  2. Ardex: Verlegen von Großformaten (Format, Ausgleichsspachtelung, Kamm in gleicher Richtung, Rückseitenpulver)
  3. Sopro: Planer, Kapitel 1.5 Großformate (DIN 18202, Spachteln und Ausgleichen)
  4. VDPM-Merkblatt 9: Calciumsulfat-Fließestriche als Untergrund für großformatige Fliesen (Fugenbreite)
  5. BG BAU: Staub-Flyer (absaugen, Maske)

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