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Ratgeber

Winkelschleifer kaufen und sicher nutzen

Aktualisiert am

115, 125 oder 230 mm? Sanftanlauf, Wiederanlaufschutz, Schutzhaube und Scheibenwahl: So finden Sie den passenden Winkelschleifer und schützen sich vor Rückschlag, Funken und Staub.

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115, 125 oder 230 mm: welche Größe?

Der Scheibendurchmesser bestimmt Schnitttiefe, Gewicht und Drehzahl. Gängig sind Scheiben mit 100, 115, 125, 150, 180 und 230 mm. Die Höchstdrehzahl sinkt mit dem Durchmesser: Sie liegt nach Angaben der Quelle bei rund 15.300 Umdrehungen je Minute für 100 mm und bei 6.600 für 230 mm.

GrößeTypisch fürLeistung (Herstellerbeispiele)
115 mmLeichte Arbeiten, Metall kürzen, Rost entfernen, Fliesenkantenetwa 750 W
125 mmUniversalgröße: Trennen, Schruppen, Schleifen, Bürstenetwa 850 W
230 mmBetonplatten, Bordsteine, Rohre; schwer, nur mit Erfahrungetwa 1.900 W

Umgangssprachlich heißt der Winkelschleifer oft „Flex“; das ist ein Markenname, der sich als Gattungsbegriff eingebürgert hat. Für die erste Anschaffung ist die 125-mm-Klasse am sinnvollsten, weil Scheiben und Zubehör am weitesten verbreitet sind. 230-mm-Geräte erreichen höhere Schnitttiefen, haben aber ein hohes Rückschlagmoment und sind für gelegentliche Nutzung kaum nötig.

Ausstattung, die Sicherheit bringt

Scheibenarten: was passt wozu?

ScheibeEinsatzWichtig
Trennscheibe (dünn, 1 bis 3 mm)Metall, Stein, Fliesen trennenNicht seitlich belasten, Haube Typ A (seitlich geschlossen)
Diamant-TrennscheibeNaturstein, Beton, KeramikAbsaugung oder Nassschnitt, Quarzstaub
Schruppscheibe (etwa 6 mm)Grate, Schweißnähte, RostNur dafür, nicht zum Trennen
FächerscheibeSchleifen und Entrosten von MetallFunkenflug beachten
Topfbürste, DrahtbürsteRost und Altfarbe entfernenDrahtteile fliegen: Gesichtsschutz

Die DGUV beschreibt das so: Trennscheiben dürfen nicht zum Seitenschleifen verwendet werden, Schruppen mit Trennscheiben gilt als unsachgemäße Verwendung mit hohem Unfallrisiko. Beim Verkanten oder Einklemmen der Scheibe im Schnitt kommt es zum Rückschlag („Kick-Back“); oft ist eine mangelhafte Einspannung des Werkstücks die Ursache.

Scheibe prüfen, aufspannen, anlaufen lassen

  1. Zulässige Drehzahl: Die Drehzahl der Maschine darf nicht höher sein als die der Scheibe. Die Arbeitshöchstgeschwindigkeit steht auf der Scheibe.
  2. Sichtprüfung und Klangprobe: Keramisch gebundene Scheiben vor dem Aufspannen mit einem nichtmetallischen Gegenstand abklopfen. Klingt sie dumpf oder scheppernd, ist sie beschädigt.
  3. Verfallsdatum: Kunstharzgebundene Scheiben für Handmaschinen dürfen nur drei Jahre nach der Herstellung verwendet werden. Das Datum steht meist auf dem Metallring.
  4. Spannflansch: Nur die zur Maschine gehörenden, gleich großen Flansche mit Spezialschlüssel anziehen.
  5. Probelauf: Nach dem Aufspannen die Maschine mindestens 30 Sekunden bei Betriebsdrehzahl laufen lassen. Bei Scheiben mit bis 80 mm Durchmesser entfällt der Probelauf. Andere Personen bleiben aus dem Streubereich.

Persönliche Schutzausrüstung

Quarzstaub und Altbau: Vorsicht beim Trennen von Stein

Beim Trennen von Beton, Mauerwerk und Fliesen entsteht Quarzfeinstaub. Die BG BAU nennt als Gefahr die Silikose, die „Staublunge“. Die DGUV empfiehlt, Handmaschinen als abgestimmtes System mit einem Entstauber mindestens der Staubklasse M einzusetzen (Werkstattsauger: Staubklasse L, M oder H). Wählen Sie, wenn möglich, einen Nassschnitt mit der Diamant-Scheibe.

Altbau: Asbestverdacht. Seit dem 31. Oktober 1993 sind Asbest und asbesthaltige Materialien verboten, davor steckte Asbest häufig in Fliesenklebern, Putzen und Spachtelmassen. Schleifen, Abstemmen und Abreißen solcher Materialien überlassen Sie laut Verbraucherzentrale Fachfirmen. Mehr dazu in Asbest im Altbau.

Häufige Fehler

Passend zum Bedarf

Universal, Mietwohnung und Garten

Worauf achten: 125 mm, 700 bis 900 W, Sanftanlauf, Wiederanlaufschutz, werkzeuglos verstellbare Schutzhaube, Zusatzhandgriff

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Akku, unabhängig von der Steckdose

Worauf achten: 18 V, 115 oder 125 mm, bürstenloser Motor, Bremse, Solo-Gerät passend zur Akkuplattform

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Stein, Beton und Fliesen

Worauf achten: Diamant-Trennscheibe 125 mm für Beton und Stein, Haube mit Absaugstutzen, Entstauber Klasse M

Übliche Preisspanne: 15–60 €

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Schutzausrüstung

Worauf achten: Korbbrille nach EN 166, Kapselgehörschutz nach EN 352, Handschuhe, FFP2-Maske

Übliche Preisspanne: 20–60 €

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Häufige Fragen

Welcher Winkelschleifer ist für Heimwerker geeignet?

Ein Gerät mit 125 mm Scheibe und 700 bis 900 Watt deckt Metall kürzen, Rost entfernen und Fliesen trennen ab. Wichtiger als Wattzahl sind Sanftanlauf, Wiederanlaufschutz und eine gut verstellbare Schutzhaube.

Darf ich die Schutzhaube abnehmen?

Nein. Handtrennschleifmaschinen müssen mit Schutzhaube betrieben werden. Die Haube schützt vor Funken, Staub und Scheibenbruchstücken.

Wie lange halten Trennscheiben?

Kunstharzgebundene Scheiben für Handmaschinen dürfen laut DGUV nur drei Jahre nach der Herstellung verwendet werden. Das Datum steht meist auf dem Metallring in der Bohrung.

Kann ich damit Fliesen schneiden?

Ja, mit einer Diamant-Trennscheibe, möglichst mit Absaugung oder Wasser. Fliesenkleber und Putz in Gebäuden von vor 1993 können Asbest enthalten; lassen Sie bei Verdacht erst untersuchen.

Quellen

  1. DGUV Information 209-002: Schleifen – Schutzhauben, Trennschleifen, Drehzahl, Ringprobe, Verfallsdatum, PSA
  2. BG BAU: Merkblatt B 274 – Handtrennschleifmaschinen
  3. Wikipedia: Winkelschleifer – Scheibendurchmesser, Drehzahl, Schutzhaube, Wiederanlaufschutz
  4. Bosch DIY: Winkelschleifer – Größen 115, 125, 230 mm und Leistungsklassen
  5. BG BAU: Belastungen durch Lärm, Auslösewerte 80 und 85 dB(A)
  6. BG BAU: Staub-Flyer – Quarzstaub, Silikose, Bau-Entstauber Klasse M
  7. Verbraucherzentrale: Asbest – Verbot 1993, Fundorte, Umgang

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