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Vergleich

Silikon oder Acryl: Welches Dichtmittel für welche Fuge?

Aktualisiert am

Silikon bleibt elastisch und gehört ins Bad. Acryl lässt sich überstreichen und passt an Wandanschlüsse im Trockenen. Die Unterschiede in Elastizität, Wasser und Anstrich.

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Was passt zu Ihnen?

Bad, Dusche, Wanne, Spüle, Glas und FliesenSilikon

Sanitärsilikon ist für den Nassbereich gemacht, elastisch (Dehnfähigkeit etwa 25 % der Fugenbreite laut Datenblatt) und pilzhemmend ausgerüstet. Acryl ist laut Datenblatt für Dauerkontakt mit Wasser nicht geeignet.

Anschluss von Wand an Decke, Risse im Putz, Trockenbau, Fenster- und Türzargen innenAcryl

Acryl haftet auf Putz, Gips und Holz auf saugfähigem Untergrund und lässt sich überstreichen oder überkleben, solange der Anstrich die Bewegung aufnehmen kann. Silikon nimmt keine Farbe an.

Küche mit Spüle und gestrichener WandBeides geht

Am Spülbecken, an der Arbeitsplatte mit Spritzwasser und an Fliesen gehört Silikon hin. Der Übergang von Wand zu Decke oder zu einer zu streichenden Fläche im Trockenen ist Acryl-Sache.

Silikon vs Acryl

UnterschiedSilikonAcryl
Elastizitäthoch: Dehnfähigkeit etwa 25 % der Fugenbreitegeringer: Dehnung etwa 12,5 %
Überstreichbarnein, nicht überstreichbar (Datenblatt)ja, wenn der Anstrich die Bewegung des Dichtstoffs mitmacht
Nassbereich und Dauerwassergeeignet, fungizide Ausrüstung bei Sanitärtypennicht geeignet für Wannen, Waschbecken, Dauerkontakt mit Wasser
Typische EinsatzorteWanne, Dusche, Spüle, Fliesen, Glas, KeramikPutz, Trockenbau, Fenster- und Türanschlüsse, Zargen
UntergründeFliesen, Keramik, Acrylwanne, Glas, Emaille; Naturstein und manche Metalle je nach Typ ausgeschlossenPutz, Gips, Holz auf saugfähigem Grund, PVC, Stein; nicht Fliesen, Keramik, Naturstein
Fugenbreite laut Datenblattbis 30 mm, Tiefe mindestens 5 mmmindestens 10 mm bis 30 mm, Dreiecksfuge ab 6 mm
Haut- und DurchhärtezeitHaut nach 5–20 Min.; Durchhärtung 2 mm/Tag bis 5 mm in 2–3 TagenHaut nach etwa 25 Min.; Durchhärtung 5 mm in etwa 10 Tagen
Alterungvergilbt laut Fachportal nichtkann vergilben
Preis (Kartusche)meist höhermeist günstiger

Der Unterschied in einem Satz

Silikon ist ein dauerelastischer Dichtstoff, der Bewegungen von Wanne, Dusche und Fliesenflächen mitmacht und mit Wasser dauerhaft in Kontakt sein darf. Acryl ist ein weniger dehnbarer Dichtstoff, der sich überstreichen lässt und vor allem für Anschlüsse im Trockenen gedacht ist. Beide gibt es in der Kartusche; verwechseln dürfen Sie sie nicht, denn die Fehler zeigen sich erst nach Wochen als Risse oder dunkle Stellen.

Elastizität und Bewegung

Jede Fuge nimmt Bewegung auf: durch Temperatur, Gewicht in der Wanne, Setzen des Bauteils. Das Datenblatt eines Sanitärsilikons nennt eine Dehnfähigkeit von etwa 25 % der Fugenbreite; das Datenblatt eines Acryl-Dichtstoffs nennt etwa 12,5 %. In einer 10 mm breiten Fuge sind das rund 2,5 mm Bewegung beim Silikon, rund 1,25 mm beim Acryl. Bei Wanne und Duschtasse, die sich beim Befüllen merklich senken, reicht das Acryl nicht aus; die Fuge reißt oder löst sich.

Nassbereich: Silikon, nicht Acryl

Das Datenblatt des Acryl-Dichtstoffs schließt Böden, Schwimmbecken, Waschbecken, Badewannen und den permanenten Wasserkontakt ausdrücklich aus. Es ist auch nicht für Fliesen, Keramik und Naturstein gedacht. Sanitärsilikon dagegen trägt in der Regel eine fungizide, also pilzhemmende Ausrüstung. Das heißt nicht, dass es nie schwarz wird: Dauerfeuchte, Seifenreste und mangelnde Lüftung bleiben, und jede Fuge im Nassbereich ist eine Wartungsfuge (siehe Wartungsfuge). Wie Sie ein altes Silikon ersetzen, zeigt das Projekt Silikonfuge erneuern.

Überstreichen: der Vorteil von Acryl

Acryl lässt sich laut Fachportal „problemlos überstreichen oder mit Tapete überkleben“, Silikon nicht. Das Datenblatt des Acryls schränkt ein: Es darf nur dann vollflächig überstrichen werden, wenn der Anstrich die Bewegungen des Dichtstoffs ausgleichen kann. Eine starre Farbe auf einer Fuge, die sich bewegt, reißt mit. Das passende Einsatzgebiet: Anschluss zwischen Wand und Decke, zwischen Wand und Zarge oder an Rissen im Putz oder Trockenbau, die anschließend gestrichen werden. Wie die Wand vor dem Streichen vorbereitet wird, steht im Projekt Wand streichen.

Silikonreste auf der Wand sind ein Problem für jeden Anstrich: Farbe und Lack haften darauf schlecht. Entfernen Sie Silikon vollständig, bevor Sie streichen (Silikon entfernen).

Fugenbreite, Verarbeitung und Menge

Acryl-Dichtstoffe verlangen laut Datenblatt eine Fugenbreite von mindestens 10 mm (Dreiecksfugen ab 6 mm), Silikone gehen bei Sanitärfugen auch mit 5 bis 10 mm. Beide lassen sich ab +5 °C verarbeiten. Beim Silikon bildet sich je nach Typ nach 5 bis 20 Minuten eine Haut, beim Acryl nach etwa 25 Minuten; die Durchhärtung dauert beim Acryl mit etwa 5 mm in 10 Tagen deutlich länger. Silikon wird vor der Hautbildung mit Glättmittel geglättet. Die Menge für Ihre Fugen berechnen Sie mit dem Silikonrechner.

Häufige Fehler

Passend zum Bedarf

Nassbereich: Wanne, Dusche, Spüle

Worauf achten: Sanitärsilikon mit fungizider Ausrüstung, 300–310 ml, für Fliesen und Acryl geeignet

Übliche Preisspanne: 5–12 €

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Wandanschluss und Risse zum Überstreichen

Worauf achten: Acryl-Dichtstoff, überstreichbar, für innen, 280–310 ml

Übliche Preisspanne: 3–8 €

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Häufige Fragen

Kann ich Acryl im Bad verwenden?

An Flächen mit gelegentlichem Spritzwasser weit weg von Wanne und Dusche geht es, solange es gestrichen wird. Für Wanne, Dusche, Waschbecken und Dauerkontakt mit Wasser schließt das Datenblatt Acryl aus. Dort gehört Sanitärsilikon hin.

Kann ich Silikon überstreichen?

Nein. Sanitärsilikone werden in den Datenblättern als nicht überstreichbar genannt. Wo Farbe drauf soll, nehmen Sie Acryl oder einen überstreichbaren Dichtstoff mit entsprechender Angabe.

Was ist besser für Fensterbänke und Türzargen?

Innen zum Streichen meist Acryl, weil es sich überstreichen lässt. Außen sind Fugen Wetter ausgesetzt; dafür nennt das Datenblatt „geschützter Außenbereich“. Prüfen Sie die Angabe auf der Kartusche.

Kann ich Silikon über Acryl ziehen?

Das ist nicht ratsam. Silikon haftet schlecht auf Acryl, und beide Stoffe bewegen sich unterschiedlich. Entfernen Sie das alte Material und füllen Sie die Fuge neu.

Quellen

  1. Technisches Datenblatt Sanitär-Silikon: Dehnfähigkeit etwa 25 %, nicht überstreichbar, fungizid, Hautbildung (Ardex)
  2. Technisches Datenblatt Sanitär-Silikon: Fugenbreite bis 30 mm, Mindesttiefe, Untergründe (Henkel)
  3. Technisches Datenblatt Acrylat-Dichtstoff: Dehnung etwa 12,5 %, Einsatzgrenzen, Überstreichen, Fugenbreite (Henkel)
  4. sanier.de: Acryl oder Silikon (Elastizität, Überstreichbarkeit, Einsatzorte, Preis)
  5. Haustechnikdialog: Fugen im Sanitärbereich (Wartungsfuge, pilzhemmende Silikone)

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