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Ratgeber

Welches Holz für Regal, Werkbank und Möbel? Holzarten im Überblick

Aktualisiert am

Fichte, Kiefer, Buche oder Eiche: Härte, Gewicht, Verzug und Preisniveau im Vergleich, dazu der Unterschied zwischen Bauschnittholz, KVH und Leimholz im Baumarkt.

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Weichholz und Hartholz: was der Unterschied bedeutet

Die Einteilung folgt der Dichte. Nach der Darrdichte, also der Dichte bei völlig trockenem Holz, gilt Holz über 0,55 g/cm³ als Hartholz, darunter als Weichholz. Zum Weichholz zählen Fichte, Tanne, Kiefer und Lärche, zum Hartholz Eiche, Buche und Esche. Ausnahmen gibt es: Pappel, Linde und Weide sind Laubhölzer, gelten aber als Weichholz.

Härte und Dichte beeinflussen die Arbeit. Hartholz ist widerstandsfähiger gegen Druck und Stöße, aber schwerer zu sägen, zu schleifen und zu schrauben. Fichte lässt sich von Hand deutlich leichter sägen als Buche. Für Schrauben bedeutet das: In Buche und Eiche sollten Sie immer vorbohren, damit nichts reißt. Ein Beispielwert: Die Brinellhärte von Fichte liegt bei etwa 12, die von Buche bei etwa 34. Eiche gilt als ebenso hart wie Buche.

Härte sagt nichts über die Wetterfestigkeit. Fichte und Lärche taugen im Garten eher als Esche, obwohl Esche härter ist.

Die wichtigsten Holzarten im Überblick

HolzartDichte bei 15 % HolzfeuchteEigenschaftenTypische Verwendung
Fichte330–470 kg/m³leicht, günstig, weich, harzt, überall erhältlichRegale, Gestelle, Bauholz, Verkleidungen innen
Kiefer330–520 kg/m³ausgeprägte Maserung, oft Äste, relativ günstigMöbel, Fenster, Türen, Verkleidungen; außen mit Schutz
Lärche440–590 kg/m³rötlich, wetterbeständig, vergraut ohne SchutzTerrasse, Fassade, Gartenmöbel, Treppen
Douglasie350–770 kg/m³rötlich, wetterbeständig, neigt zum Reißen, Eisen kann Flecken bildenGartenbauten, Terrasse, Konstruktion, innen auch Möbel
Buche540–910 kg/m³hart, hohe Druckfestigkeit, dezente MaserungArbeitsplatten, Böden, belastete Möbel, Spielzeug
Eiche390–930 kg/m³hart, fest, gute WitterungsbeständigkeitMöbel, Treppen, Parkett, Fenster, Türen
Birkenicht angegebenrelativ leicht, nimmt oft einen rötlichen Ton anMöbel, Boden, Sperrholz; fast nur innen

Die Dichtewerte sind Spannen, weil Wuchs, Herkunft und Feuchte sie verändern. Sie dienen nur zur Orientierung. Als Faustregel nennt ein Bauportal für Nadelhölzer im Bau Werte von 450 bis 600 kg/m³ und für heimische Laubhölzer um 700 kg/m³ bei 20 °C und 65 % Luftfeuchte.

Baumarkt-Qualitäten: Bauschnittholz, KVH, Leimholz

Im Baumarkt treffen Sie meist auf drei Gruppen:

Für Möbel und Werkbänke brauchen Sie keine Festigkeitsklasse, aber ein klarer Hinweis auf Trocknung und Sortierung ist ein gutes Qualitätszeichen. Tragende Bauteile am Haus gehören in die Hand von Fachleuten.

Holzfeuchte und Verzug

Holz arbeitet: Es nimmt Feuchte auf und gibt sie ab, dabei ändert es seine Maße. In normal beheizten Räumen stellt sich bei 20 °C und 65 % Luftfeuchte eine Holzfeuchte von etwa 12 % ein. Wird Holz mit deutlich höherer Feuchte eingebaut, schwindet es, reißt oder verzieht sich. Das ist der Hauptgrund, warum KVH mit 15 ± 3 % Feuchte gegenüber frischem Bauschnittholz im Vorteil ist.

Lagern Sie das Holz vor dem Verarbeiten einige Tage in dem Raum, in dem das Möbel stehen soll. Legen Sie es flach auf Leisten, damit Luft an alle Seiten kommt. Wollen Sie leimen, nennen Hersteller eine Holzfeuchte von 8 bis 12 %; über 15 % reicht die Festigkeit der Leimfuge nicht aus.

Innen oder außen

Fichte und Tanne eignen sich für trockene, geschützte Bauteile; im Garten brauchen sie einen guten Schutz vor Feuchte, Pilzen und Insekten, etwa durch konstruktiven Holzschutz, Anstrich oder Druckimprägnierung. Kiefer verträgt außen mehr, wenn sie geschützt ist. Lärche und Douglasie haben von Natur aus mehr Widerstand und werden für Terrassen und Fassaden genutzt; ohne Öl oder Lasur vergrauen sie. Eiche ist außen gut geeignet. Birke, Ahorn und Esche sind überwiegend Innenhölzer. Mehr zum Schutz im Garten finden Sie im Ratgeber Holzschutz außen.

Welches Holz für welches Projekt?

Verarbeitung und Staub

Harzreiche Hölzer wie Kiefer und Fichte können beim Schleifen das Schleifpapier zusetzen; wechseln Sie es dann früh. Douglasie reißt gern, deshalb vorbohren und Eisenschrauben meiden, wenn Flecken stören. Buche und Eiche sind hart; bohren Sie vor, nehmen Sie scharfe Sägeblätter und schleifen Sie in Faserrichtung.

Holzstaub. Staub von Buche und Eiche gilt als krebserzeugend; der Arbeitsplatzgrenzwert für Hartholzstaub liegt bei 2 mg/m³. Auch bei anderen Hölzern sollten Sie absaugen, nicht kehren, und bei unzureichender Absaugung eine Maske mit P2-Filter tragen. Details im Ratgeber Schleifpapier: welche Körnung wofür?.

Häufige Fehler

Passend zum Bedarf

Regalböden und einfache Möbel innen

Worauf achten: Leimholzplatte Fichte oder Kiefer, 18–28 mm, Oberfläche geschliffen, Kanten gefast

Übliche Preisspanne: 15–45 €

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Gestell, Werkbank, Unterkonstruktion

Worauf achten: Konstruktionsvollholz getrocknet, 60 × 80 oder 80 × 80 mm, gehobelt und gefast

Übliche Preisspanne: 20–60 €

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Stark beanspruchte Platte (Arbeitsplatte, Tischplatte)

Worauf achten: Leimholzplatte Buche oder Eiche, 20–40 mm, Qualität A/B, geschliffen

Übliche Preisspanne: 50–180 €

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Außen und Garten

Worauf achten: Lärche oder Douglasie, gehobelt, 25–28 mm, kammergetrocknet, zum Ölen oder Lasieren

Übliche Preisspanne: 25–70 €

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Häufige Fragen

Welches Holz eignet sich für ein Regal?

Für Regale innen ist Leimholz aus Fichte oder Kiefer üblich: günstig, formstabil, leicht zu bearbeiten. Die Stärke hängt von der Last ab; bei Büchern und Spannweiten von 60 bis 80 cm sind 25 bis 30 mm sinnvoll. Für sichtbare Kanten und härtere Oberflächen kommen Buche oder Eiche infrage.

Was ist der Unterschied zwischen Fichte und Kiefer?

Beide sind Nadelhölzer und Weichholz. Kiefer hat eine ausgeprägtere Maserung und mehr Äste, wirkt rustikal und verträgt geschützt auch außen mehr. Fichte ist einheitlicher, hell, sehr günstig und überall zu haben, braucht draußen aber guten Schutz.

Was bedeutet KVH?

Konstruktionsvollholz ist technisch getrocknetes, sortiertes Bauholz, meist Festigkeitsklasse C24 und mit etwa 15 % Holzfeuchte geliefert. Es verzieht sich weniger als frisches Bauschnittholz und ist für Gestelle, Werkbänke und Unterkonstruktionen geeignet.

Warum verzieht sich mein Brett?

Meist wegen Feuchteänderung: Holz mit zu hoher Feuchte schwindet beim Trocknen, breite Bretter verziehen sich stärker. Verwenden Sie trockenes Holz, lagern Sie es vor dem Verarbeiten im Raum und bevorzugen Sie Leimholz für größere Flächen.

Quellen

  1. sanier.de: Weichholz und Hartholz (Einteilung nach Darrdichte 0,55 g/cm³)
  2. sanier.de: Rohdichte von Holz (Dichte bei 15 % Holzfeuchte)
  3. sanier.de: Die wichtigsten Holzarten und ihre Verwendung
  4. sanier.de: Holzhärte (Brinellhärte von Fichte und Buche)
  5. Holzbau Deutschland: KVH-Vereinbarung (Holzfeuchte, Querschnitte, Festigkeitsklasse C24)
  6. baunetzwissen: Physikalische Eigenschaften von Holz (Rohdichte, Ausgleichsfeuchte 12 %)
  7. BGW: TRGS 553 Holzstaub (Hartholzstaub, AGW 2 mg/m³)

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