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Projekt

Löcher und Schäden im Putz ausbessern: Material, Ablauf, Grenzen

Aktualisiert am

Loser Putz, Löcher, Kanten und Risse: So entfernen Sie Schadstellen, grundieren, füllen in Lagen, glätten und streichen. Mit Hinweisen für Altbau (Asbest) und Mietwohnung.

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Geschätztes Budget32–78 €
Das brauchen Sie4 Positionen
SchwierigkeitMittel
Zeitaufwand½ Tag plus Trocknung

Vor dem Kauf

Ursache klären. Bröckelt der Putz an einer Stelle und ist die Wand feucht oder zeigt Salzränder, dann hilft kein neuer Putz. Erst die Ursache beseitigen. Was Sie dabei beachten, steht im Ratgeber Feuchte Wand: Ursachen erkennen. Größere Risse beurteilen Sie nach dem Ratgeber Risse in der Wand.

Den passenden Putz wählen. Gipsputz ist der am häufigsten verwendete Innenputz. Er eignet sich für normal feuchte Räume. Kalkputz ist diffusionsoffen und schwerer zu verarbeiten; Kalkzementputz wird für Feuchträume und stark beanspruchte Wände genutzt. Lehmputz ist weicher als Gips und Kalk und deshalb kein Untergrund für diese. Passen Sie das Reparaturmaterial an den vorhandenen Putz an.

Altbau. Seit dem 31. Oktober 1993 ist Asbest in Deutschland verboten. Bei Baubeginn davor können Putze, Spachtelmassen und Fliesenkleber Asbest enthalten. Im Rahmen der Instandhaltung dürfen Sie Löcher bohren, der Staub wird abgesaugt. Abstemmen, Abschleifen oder Entfernen asbesthaltiger Putze ist Fachfirmen vorbehalten. Lassen Sie im Zweifel Proben von Fachleuten entnehmen und analysieren.

Nicht stemmen, bevor die Probe da ist. Wenn Ihr Haus vor November 1993 gebaut wurde, beginnen Sie nicht mit Hammer und Meißel, bevor eine Analyse vorliegt. Saugen Sie nie mit einem Haushaltsstaubsauger. Siehe Asbest im Altbau erkennen.

In der Mietwohnung sind kleine Löcher und Dübellöcher normale Gebrauchsspuren, die Sie selbst schließen können. Größere Putzschäden und Feuchtigkeit melden Sie dem Vermieter, bevor Sie etwas verändern. Das Verschließen von Dübellöchern beschreibt das Projekt Dübellöcher verschließen vor dem Auszug.

Das brauchen Sie

Reparatur- oder Innenputz auf Gipsbasis, 5 bis 10 kg

8–20 €

Füllt Löcher und Ausbrüche. Gipsputz ist der häufigste Innenputz in Wohnhäusern und haftet auf Mauerwerk, Beton und Gipsplatten.

Worauf achten: Putz oder Reparaturgips passend zum vorhandenen Putz (Gips, Kalkgips, Kalk); im Zweifel Probe an unauffälliger Stelle

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Putzgrund oder Haftgrund mit Quarzsand, 1 bis 5 Liter

10–25 €

Verbessert die Haftung auf glatten oder ungleichmäßig saugenden Flächen. Ein Putzgrund mit Quarzsand gibt der Fläche eine leicht körnige Struktur.

Worauf achten: für innen, quarzsandhaltig, für Ihren Untergrund freigegeben (Merkblatt)

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Feinspachtel oder Füllspachtel für innen

6–15 €

Zum Glätten der Oberfläche und zum Schließen von Haarrissen am Rand der Reparatur.

Worauf achten: gebrauchsfertig oder Pulver, für innen, schleifbar

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Anmischeimer mit Quirl

8–18 €

Gips bindet nach etwa einer Stunde ab. Sie rühren kleine Mengen an und reinigen den Eimer sofort.

Worauf achten: Eimer 10–12 l mit glatten Wänden, Quirl mit Sechskantaufnahme

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Praktisch, aber optional

Tiefgrund, 5 Liter

12–30 €

Für stark saugende oder sandende Untergründe, bevor Sie spachteln oder streichen.

Worauf achten: lösemittelfrei, für innen

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Eckschutzschiene für Außenecken, 2,5 m

3–8 €

Wenn eine Außenecke ausgebrochen ist, setzen Sie eine Schiene in den Putz. Sie sollte nach dem Setzen mindestens eine Stunde antrocknen.

Worauf achten: verzinkt oder Aluminium, Schenkellänge passend zur Putzdicke

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Glasfaser-Anti-Rissband, selbstklebend

4–10 €

Nur für Risse, die nicht mehr arbeiten: Der Riss wird ausgekratzt, mit Acryl gefüllt und mit dem Band überklebt.

Worauf achten: selbstklebendes Glasfasergewebe, 50 bis 100 mm breit

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Acryl, überstreichbar, 1 Kartusche

3–8 €

Zum Füllen schmaler Risse und Übergänge an Holz oder Leisten.

Worauf achten: überstreichbares Acryl für innen

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Werkzeug

Schritt für Schritt

  1. Schaden beurteilen. Klopfen Sie die Umgebung ab: Hohl klingender Putz ist abgelöst. Legen Sie fest, wie weit Sie zurückschneiden müssen. Klären Sie die Ursache, vor allem bei Feuchte.
  2. Altbau-Check. Wurde das Gebäude vor 1993 gebaut, brechen Sie die Arbeit ab und lassen Sie eine Probe analysieren. Bei neueren Gebäuden machen Sie weiter.
  3. Lose Teile entfernen. Schlagen Sie mit Hammer und Meißel lockeren Putz bis zum festen Rand ab. Tragen Sie Schutzbrille und Maske und saugen Sie den Staub direkt ab.
  4. Untergrund vorbereiten. Entfernen Sie Staub und lose Reste vollständig. Stark saugende Steine wie Ziegel oder Kalksandstein feuchten Sie vorher an, damit sie dem Putz kein Wasser entziehen. Glatte oder ungleichmäßig saugende Flächen streichen Sie mit Putzgrund.
  5. Masse anrühren. Rühren Sie nach Herstellerangabe an. Gips bindet nach etwa einer Stunde ab, daher setzen Sie nur kleine Mengen an.
  6. Tiefe Stellen in Lagen füllen. Tragen Sie die erste Lage nicht dicker auf, als der Hersteller erlaubt. Beim Unterputz werden häufig rund 1 cm genannt. Ebnen Sie diese Lage nur und glätten Sie sie nicht, damit die nächste haftet.
  7. Letzte Lage abziehen. Tragen Sie die Deckschicht auf, bis sie leicht über die Wand steht, und ziehen Sie sie mit der Richtlatte bündig ab.
  8. Glätten. Sobald der Putz angezogen hat, glätten Sie ihn mit Schwamm oder Filzbrett und etwas Wasser.
  9. Kanten und Ecken. Setzen Sie bei einer ausgebrochenen Außenecke eine Eckschutzschiene in den Putz, richten Sie sie aus und lassen Sie sie mindestens eine Stunde antrocknen, bevor Sie anschließen.
  10. Trocknen lassen. Halten Sie die Trocknungszeit des Herstellers ein. Heizen Sie nicht stark auf, sonst entstehen Spannungen und Risse. Lüften Sie mehrmals am Tag.
  11. Nacharbeiten. Schließen Sie Haarrisse am Rand mit Feinspachtel und schleifen Sie die Stelle glatt. Kleine Risse, die nicht mehr arbeiten, kratzen Sie aus, füllen Sie mit Acryl, überkleben sie mit Anti-Rissband und überspachteln.
  12. Grundieren und streichen. Grundieren Sie die Stelle, damit sie wie der Rest saugt, und streichen Sie die ganze Wandfläche (Hinweise im Ratgeber Tiefengrund).

Günstiger oder hochwertiger

Günstiger: Für kleine Löcher bis Daumengröße genügt ein gebrauchsfertiger Füllspachtel, ohne Putzgrund. Das spart Material und Zeit.

Hochwertiger: Bei größeren Flächen oder historischem Putz verarbeiten Sie denselben Putz wie im Bestand, zum Beispiel einen passenden Kalkputz, und lassen sich vom Fachbetrieb beraten.

Handwerker: Ein Stuckateur oder Verputzer ist die richtige Wahl bei großen Flächen, Feuchteschäden, Altbau mit Verdacht auf Asbest und wenn die Oberfläche später im Streiflicht stehen soll. Lassen Sie im Angebot die Vorarbeiten (Abschlagen, Entsorgung, Grundierung) einzeln ausweisen.

Häufige Fragen

Welchen Putz nehme ich zum Ausbessern von Löchern?

Der Reparaturputz sollte zum vorhandenen Putz passen. In Wohnräumen ist es meist Gipsputz. Auf Lehmputz haftet Gips nicht, und Kalkputz ist diffusionsoffen. Wenn Sie nicht sicher sind, testen Sie eine kleine Menge an einer unauffälligen Stelle.

Wie dick darf eine Lage Putz beim Ausbessern sein?

Das steht im Merkblatt des Produkts. Beim Unterputz werden häufig rund 1 cm je Lage genannt. Tiefere Stellen füllen Sie in mehreren Lagen und lassen jede ausreichend antrocknen.

Wie lange muss die Ausbesserung trocknen?

Die Trocknungszeit steht auf der Verpackung. Beschleunigen Sie sie nicht durch starkes Heizen, denn das kann Risse verursachen. Lüften Sie mehrmals am Tag, damit das Wasser verdunstet.

Darf ich bei einem Haus von 1980 selbst Putz abschlagen?

Nicht ohne Prüfung. In Gebäuden mit Baubeginn vor November 1993 können Putze, Spachtelmassen und Fliesenkleber Asbest enthalten. Abstemmen und Abschleifen sind Fachfirmen vorbehalten. Lassen Sie vorher eine Probe analysieren.

Quellen

  1. Caparol: Putz – der vielseitige Helfer (Putzarten, Reparatur, Schichtdicken, Trocknung)
  2. sanier.de: Putzarten für Innenräume (Gips-, Kalk-, Kalkzement-, Lehmputz, Verträglichkeit)
  3. sanier.de: Innenwände richtig verputzen (Aufziehen, Abziehen, Trocknung, Reparatur)
  4. Verbraucherzentrale: Asbest – gefährlich und immer noch aktuell (Verbot seit 31.10.1993, Fundorte, Regeln für Heimwerker)
  5. BG BAU: Staub-Flyer (Absaugung an der Quelle, Entstauber Klasse M, Halbmaske mit P2-Filter, nicht kehren)
  6. sanier.de: Setzrisse (Haarrisse bis 0,2 mm, Rissbeobachtung mit Gipsmarke, Sanierung innen)

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